Borussia Mönchengladbach muss im Saison-Endspurt bangen – dabei geht es nicht nur um die Tabellensituation in der Bundesliga. Der Blick der Gladbach-Bosse geht auch in die Regionalliga West.
Hoffnungsträger für die ZukunftBorussias Saison-Endspurt muss sitzen – nicht nur bei den Profis

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Werden im Saison-Endspurt nicht nur auf die Bundesliga-Mannschaft schauen: Roland Virkus (r.) und der neue Borussia-Präsident Rainer Bonhof im Austausch am 23. Juli 2023.
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In den vergangenen zwölf Monaten versuchte Borussia auf verschiedenen Ebenen, sich für die Zukunft zu wappnen.
Neuer Bundesliga-Trainer, neuer Sportdirektor, neu aufgestelltes Präsidium – seit dem Frühjahr 2023 hat sich bei Borussia Mönchengladbach personell einiges getan.
Gladbach-Sorgen werden immer größer – Druck lastet auf der U23
Die Fohlen wollen sich für die Zukunft aufstellen – in der Gegenwart hapert es aber an einigen Stellen. In erster Linie macht die sportliche Situation der Bundesliga-Mannschaft als auch der U23 Sorgen.
Auch die Wichtigkeit der Regionalliga-Mannschaft für die Zukunfts-Perspektive ist nicht zu vernachlässigen. Aktuell befindet sich Borussias Zweitvertretung mitten im Abstiegskampf der vierten Liga.
Am Samstag (7. April 2024, 14 Uhr) steht im Grenzlandstadion ein absoluter Keller-Kracher an. Dann empfangen die Fohlen Tabellennachbar Lippstadt, der Sieger kann einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt machen.
Dabei geht es nicht nur darum, einen sportlichen Tiefschlag zu verhindern – oder für Coach Eugen Pokanski, dass sein Ruf als aktuell aufstrebendes Trainer-Talent darunter leiden könnte.
Ein Abstieg aus der Regionalliga in die Oberliga stellt in Sachen Nachwuchsförderung vieles bei einem Profi-Klub auf den Kopf. Das musste Werder Bremen in der Vorsaison am eigenen Leib erfahren – auch wegen des Abstiegs aus der Viertklassigkeit in die Bremen-Liga dürfte sich Fabio Chiarodia (18) dafür entschieden haben, Werder zu verlassen. Er heuerte bei Borussia Mönchengladbach an.
Zwar dürfte er – ähnlich wie Grant-Leon Ranos (20) und auch Jan Olschowsky (22) – auf mehr Spielanteile in der Bundesliga gehofft haben. Immerhin besteht aber auch bei der U23 die Möglichkeit auf Highlights wie vor knapp 30.000 Fans auf dem Aachener Tivoli zu spielen.
In der Oberliga sind es dann eher 300 Fans in Meerbusch-Büderich – und schnell riecht es für die Top-Talente statt perfekten Ausbildungsbedingungen eher nach Ausflügen auf Dorfplätze.
Dabei zeigt sich in der laufenden Saison, wie sehr Borussia darauf setzt, dass sich die Hoffnungsträger aus dem Fohlenstall in der Regionalliga im Seniorenfußball akklimatisieren.
Am vergangenen Wochenende kamen fünf Talente, die unter Gerardo Seoane (45) auf Bundesliga-Niveau trainieren, in der Regionalliga zum Einsatz – und dazu noch Winsley Boteli (17). Der Schweizer ist aktuell vielleicht Borussias größtes Talent, er gehört zu den überragenden Spielern in der U19-Bundesliga.
Obwohl dem Angreifer laut übereinstimmender Medienberichte unterschriftsreife Verträge von Juventus und Ajax vorlagen, verzichtete Borussia darauf, ihn direkt zu den Profis hochzuholen.
Stattdessen kommt er in der Rückrunde häufiger in der vierten Liga zum Einsatz – körperlich muss er sich dort noch beweisen, mit seiner Torgefahr sticht er da aber auch schon heraus (zwei Doppelpacks). Das sähe in der Oberliga Niederrhein sicherlich ganz anders aus!
Es geht also darum, den Top-Talenten – neben Boteli etwa auch den U-Nationalspielern wie Niklas Swider (17) und Kilian Sauck (17) – eine bestmögliche Perspektive bieten zu können. Dafür ist eine Zweitvertretung in der Regionalliga ein fundamental wichtiges Pfund für die Fohlen. Im Falle eines Abstieges hätten es die Interessenten deutlich leichter, den Talenten eine Perspektive aufzuzeigen, die sie mehr als die der Fohlen reizt.
Es geht im Abstiegskampf der laufenden Viertliga-Saison also nicht nur um die Gegenwart und das aktuelle Team, sondern auch darum, sich auch in Zukunft für Talente so interessant wie möglich zu machen.
Immerhin sind sie die wichtigsten Hoffnungsträger des Vereins, das machen die Fohlen-Verantwortlichen durch das regelmäßige Hervorheben des Borussia-Weges deutlich. Dabei wurde die Nachwuchs-Förderung immer wieder als eine Säule hervorgehoben – ein Abstieg käme einem (vorübergehenden Kollaps) gleich. Bereits am Samstag zählt es – eine Heimpleite wäre ein Riesen-Rückschlag.




