Zwei Tore als Joker! Dieser neue Fohlen-Stürmer mischt die Liga auf.
Joker explodiertGladbachs neuer Angreifer sorgt für Furore

Copyright: IMAGO/Fotostand
Kerim Karyagdi dreht in der U23 von Borussia Mönchengladbach auf.
Ein Traumstart für die Zweitvertretung von Borussia Mönchengladbach! Die Bilanz nach zwei Runden in der Spielklasse Regionalliga West ist makellos.
Nur der FC Gütersloh und Westfalia Rhynern können ebenfalls eine perfekte Ausbeute von zwei Erfolgen vorweisen. Vor allem die letzte Partie bei der zweiten Mannschaft von Paderborn war dramatisch: Die Truppe von Coach Mihai Enache verwandelte am Samstag in den letzten Minuten einen Rückstand von 0:1 in einen spektakulären 3:1-Sieg in der Fremde.
Kerim Karyagdi wird zum Helden
Die wichtigsten Impulse kamen dabei von den Jokern. Besonders der neue Mann Kerim Karyagdi stieg mit seinen zwei Toren zum Helden des Spiels auf. Doch auch der blutjunge, 17-jährige Neuling Joseph Bellahsen brillierte, als er nur drei Minuten, nachdem er ins Spiel kam, den Treffer von Thilo Töpken zum 1:1 vorbereitete.
Karim Affo lieferte den Assist zum 3:1. „Die Jungs, die wir von der Bank bringen, direkt mit einer guten Energie da sind“, sagt Enache lobend, der bei seinen Entscheidungen auf sein „Bauchgefühl“ setzt. Das berichtet „rp-online.de“.
Zweifach-Torschütze Karyagdi ragt dabei speziell hervor. Die Karriere des 21-Jährigen verlief keineswegs gewöhnlich. Er arbeitete sich über die Nachwuchsabteilung des FC Brünninghausen in deren Oberliga-Team hoch, das mit ihm 2024 den Abstieg hinnehmen musste.
Eine Zwischenstation in der sechstklassigen Westfalenliga führte ihn zu Westfalia Rhynern, wo er förmlich explodierte: Seine 17 Treffer und 18 Assists trugen entscheidend zum Sprung in die Regionalliga bei.
Der Anfang bei Borussia gestaltete sich für ihn allerdings schwierig. „Er muss natürlich erst mal bei uns ankommen. Es ist ja doch einiges anders und es sind viele Eindrücke, die auf einen einprasseln“, erläutert Enache. Der Trainer findet aber nur lobende Worte für den Angreifer: „Kerim ist ein sehr lernwilliger und fleißiger Junge.“ In der Saisonvorbereitung sei seine Treffsicherheit noch nicht so ausgeprägt gewesen, es habe eine „größere Streuung“ gegeben.
Aber die Partie gegen Paderborn war möglicherweise der entscheidende Durchbruch. „Vielleicht ist jetzt der Knoten geplatzt“, vermutet Enache und ergänzt: „Man merkt in der Trainingswoche, wie viel Selbstvertrauen er getankt hat. Es ist Wahnsinn, was das mit einem Spieler macht.“ Karyagdi hat mit diesem Auftritt eine starke Bewerbung für die Anfangsformation abgegeben. Sein Coach macht deutlich, dass die Rolle als Einwechselspieler nicht von Dauer sein muss: „Wenn die Jungs gut performen, greift das Leistungsprinzip – es ist für das Wochenende eine offene Personalie.“
Das kommende Duell für die Fohlenelf findet am Samstag (14.00 Uhr) gegen den Kontrahenten 1. FC Bocholt statt. Der Gegner aus Bocholt hat zwar erst einen Zähler aus zwei Partien geholt, besitzt laut Enache jedoch eine der stärksten Angriffsreihen der gesamten Liga. Bei der Borussia werden voraussichtlich mit Michel Lieder, Justin Adozi und Dillon Berko drei bedeutende Alternativen wieder zum Team stoßen. (red)

