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Von Béla Csányi (bc)

Comedian ist glühender Fan Serdar Somuncu prügelt auf Gladbach ein: „Ich bin maßlos enttäuscht“

Serdar Somuncu bei einem Comedy-Auftritt auf der Bühne.

Gladbach-Fan Serdar Somuncu verzweifelt zunehmend an seinem Herzensverein.

Wenn er an Borussia Mönchengladbach denkt, vergeht Comedian Serdar Somuncu (57) sofort das Lachen! Seit vielen Jahren hält er als glühender Fan zu seiner Fohlenelf, doch die jüngere Vergangenheit hat Somuncu immer wieder an den Rand der Verzweiflung gebracht – und darüber hinaus.

Im Interview beim YouTube-Kanal „Buschi’s Borussia“ sprach Somuncu in dieser Woche über seine Gefühle für Gladbach und wurde dabei extrem deutlich. Bei vielen Kritikpunkten prügelte er regelrecht auf Borussia ein, sagte schon zu Beginn: „Ich bin maßlos enttäuscht, wütend sogar. Ich bin kurz davor, die Spiele auch nicht mehr zu gucken, was echt was bedeutet.“

Serdar Somuncu fordert Aus von Präsident Rainer Bonhof

Beim letzten blutleeren Heim-Auftritt gegen den VfB Stuttgart (0:3) habe er den Borussia-Park zum ersten Mal in seinem Leben vorzeitig verlassen, getand Somuncu: „Weil ich das nicht mehr ertragen konnte.“

Abgesehen von Sport-Boss Rouven Schröder als seinem praktisch einzigen Hoffnungsträger ließ Somuncu an kaum jemandem im Verein ein gutes Haar. GladbachLIVE hat die härtesten Kritikpunkte notiert.

Serdar Somuncu über...

… Trainer Eugen Polanski: „Polanski ist ein wahnsinnig netter Typ, aber nett gewinnt keine Spiele. Und man merkt mehr und mehr, dass ihm die Erfahrung fehlt, einen Bundesliga-Verein zu führen. Er ist gut mit den Spielern, das merkt man auch, aber er ist tatsächlich aus meiner Sicht überfordert. Man hat viel zu voreilig entschieden, mit Polanski weiterzumachen.“

… den Gladbacher Kader: „Wenn du im Stadion bist, dann siehst du ganz klar, woran es mangelt. Am Konzept. Es mangelt dieser Mannschaft an Ideen. Sie geht auf den Platz, sie ist eingestellt für fünf Minuten oder sagen wir mal für 25 Minuten. Und wenn es dann nicht klappt, dann bricht sie in sich zusammen.“

... Florian Neuhaus und sein Mallorca-Video: „Wenn du Florian Neuhaus öffentlich so demontierst und in die U23 schickst, weil er eine dumme Aussage gemacht hat: So ein Spieler hat doch keinen Bock mehr. Der identifiziert sich so nicht mehr mit dem Verein.“

… den weiteren Saisonverlauf: „Ich sehe ehrlich gesagt schwarz und ich bin normalerweise totaler Optimist. Aber für mich ist noch nicht mal die Relegation garantiert. Ich will nicht pessimistisch sein, aber wenn du mich ganz ehrlich fragst, glaube ich an einen direkten Abstiegsplatz.“

… die Klubführung: „Bonhof geht mit sehenden Augen in den Untergang. Er ist als Karnevalspräsident ganz oben auf, der ständig jubiliert und sagt: ,Alles ist gut, wunderbar. Glaubt an den Sieg, das wird schon.‘ Und man sagt so: ,Nee, Rainer, so wird das nichts.‘ Du musst gucken, dass wir diesen Verein von Grund auf modernisieren. Und das fängt nicht mit Rouven Schröder an und hört nicht mit Polanski auf, sondern die Mentalität muss eine moderne Mentalität sein.“

… Präsident Rainer Bonhof: „Solange Bonhof Präsident ist und Hannelore Kraft mit dem Schal in der VIP-Loge steht, werden die sich weiter daran ergötzen, dass wir ein Traditionsverein sind. Bis sie irgendwann, wie Kaiserslautern, wie Schalke, wie Hamburg, wie auch Stuttgart und Frankfurt seinerzeit, auf den Boden der Realität zurückfallen und absteigen werden.“

… Schröder-Vorgänger Virkus: „Roland Virkus mag ein netter Mensch sein, aber der Mann hat so viele Fehler gemacht, die wir jetzt immer noch spüren und ausbaden, das kann man sich im modernen Fußball nicht leisten. Seit dem unrühmlichen Weggang von Max Eberl ist die Einkaufspolitik desaströs. Roland Virkus war inakzeptabel. Sowohl in seiner Außendarstellung als auch in dem, was er da gemacht hat. Das war Klüngelei. Das war Gladbach-typische Klüngelei.“

… seine Hoffnung auf einen Umbruch im Sommer: „Wenn dann nicht wirklich ein radikaler Neuanfang passiert, und das heißt, da müssen Köpfe rollen, da kann kein Bonhof mehr Präsident sein, dann wird im nächsten Jahr spätestens das passieren, was sich jetzt schon andeutet.“