Dass ein Abgang von Joe Scally am Deadline Day platzte, wird für Borussia Mönchengladbach plötzlich zu einem wichtigen Faktor.
Später Transfer geplatztGladbach-Verbleib wird zum Schlüsselfaktor

Copyright: IMAGO/HMB-Media
Joe Scally darf sich am Wochenende gute Chancen auf einen Einsatz in der Startelf von Borussia Mönchengladbach ausrechnen.
Als das Transferfenster schloss, herrschte bei US-Nationalspieler Joe Scally pure Enttäuschung: Sein ersehnter Wechsel von Borussia Mönchengladbach in die Premier League ist geplatzt.
Für Gladbach-Coach Eugen Polanski entpuppt sich diese Wendung des Schicksals jedoch als unverhoffter Segen, da die Mannschaft mit einer heftigen Verletzungsmisere in der Abwehr kämpft.
Hinten rechts hat Scally aktuell kaum Konkurrenz
Die Position des Rechtsverteidigers ist bei den Fohlen zur akuten Problemzone geworden. Yukhym Konoplia arbeitet nach einem Bänderriss noch an seinem Comeback und Neuzugang Daiki Hashioka fällt nach dem Duell gegen RB Leipzig mit einer Kopfverletzung aus.
Ein Abgang von Scally hätte Polanski zu einer leidigen Umstellung in der Defensive gezwungen, die die gesamte Abwehrreihe hätte ins Wanken bringen können. Das berichtet „rp-online.de“. Jetzt wird Scally vom Wackelkandidaten zur Schlüsselfigur für das so wichtige Heimspiel gegen die SV Elversberg am Samstag (5. September, 15.30 Uhr).
Polanski lobte die professionelle Einstellung des 23-Jährigen nach seinem Joker-Einsatz in Leipzig mit den Worten: „Er geht sehr vernünftig damit um. Ich glaube, dass er einen sehr guten Einfluss auf das Spiel hatte.“ Ein Platz in der Startelf scheint ihm nun so gut wie sicher.
Dadurch kann das Innenverteidiger-Duo aus Ko Itakura und Vize-Kapitän Kevin Diks zusammenbleiben. Auf der linken Seite wird Lukas Ullrich wohl wieder den Startplatz gegenüber David Herold bekommen. Im Tor ist der starke Moritz Nicolas gesetzt, der mit einigen Glanzparaden gegen Leipzig eine noch höhere Niederlage verhinderte.
Enge Gladbach-Besetzung im Mittelfeld
Im Mittelfeld hat Polanski kaum Alternativen zum Duo Philipp Sander und Kevin Stöger. Zwar zeigten beide in Leipzig keine Top-Leistung, doch Verletzungen und Formschwäche bei anderen Spielern schränken die Auswahl ein.
Dass sich Enzo Leopold einen Kreuzbandriss im Training zuzog, verschärft die Lage weiter. Talent Mathieu Nguefack wäre ein möglicher Joker. Ihn von Beginn an zu bringen, wäre aber eine zumindest mutige Entscheidung.
Angeführt wird der Angriff von Kapitän Tim Kleindienst als einziger Spitze. Dahinter soll Hugo Bolin für die kreativen Momente sorgen, der nach seinem Pech mit einem Pfostentreffer und einem aberkannten Tor gegen Leipzig auf Wiedergutmachung sinnt.
Heiß umkämpft sind die Flügelpositionen: Franck Honorat drängt nach starken Auftritten in die Startelf und konkurriert mit Neuzugang Nicolas Kühn, während auf links Wael Mohya gute Karten hat, seinen Platz zu verteidigen.
Für Scally sind die kommenden Wochen eine goldene Chance, seinen Stellenwert für das Team vor dem Winter-Transferfenster neu zu beweisen. Wenn alle Verteidiger fit sind, wird der Konkurrenzkampf knallhart. Am Samstag steht für ihn womöglich der 155. Bundesliga-Einsatz für Borussia an, womit er mit Vereinslegende Juan Arango gleichziehen würde. (red)


