Borussia im DFB-Pokal200. Spiel, ein gutes Omen und eine verheerende Statistik

ROBIN HACK und Fußballspieler beim Jubel

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Gladbach will im Pokal jubeln.

Platz acht im ewigen Pokal-Ranking, aber in 66 Jahren nur drei Titel: Für Borussia Mönchengladbach steht am Sonntag das 200. DFB-Pokalspiel auf dem Programm. Insbesondere die schwache Bilanz vom Elfmeterpunkt erklärt, warum nicht mehr Erfolge zu Buche stehen.

Ein solches Jubiläum hätte eigentlich eine prächtigere Kulisse verdient. Aber die Realität sieht anders aus: Borussia Mönchengladbach tritt am Sonntagnachmittag für ihr 200. DFB-Pokalspiel beim Oberligisten TSV Schott Mainz an.

Seit dem Debüt im Wettbewerb sind 66 Jahre ins Land gegangen. Damals, beim Marsch zum ersten Triumph 1960, wurde der Hamburger SV im Halbfinale von Gladbach mit 2:0 bezwungen. 

Gladbachs gute Erfahrungen mit Jubiläen im DFB-Pokal

Die runden Geburtstage im Pokal waren bisher auch keine glamourösen Angelegenheiten, was die Gegner betrifft. Aber – und das ist ein gutes Zeichen für die kommende Partie – am Ende stand immer ein Sieg: Im 50. Spiel 1978 gab es ein 6:1 über Arminia Hannover (2. Runde), die 100. Begegnung 1991 endete mit einem 2:0-Erfolg über Fortuna Köln (Achtelfinale) und der 150. Auftritt 2009 brachte ein 2:1 über den FSV Frankfurt (1. Runde). Das berichtet „rp-online.de“.

Die Borussia wird der elfte Verein, der die Schallmauer von 200 Spielen im nationalen Pokal durchbricht. Zuletzt gelang dies dem 1. FC Nürnberg und dem 1. FC Kaiserslautern. Dennoch verbindet man die Fohlen im allgemeinen Fußballbewusstsein, von ein paar Ausnahmen abgesehen, eher mit legendären europäischen Nächten. Eine klassische Pokal-Truppe waren sie nur selten. Das untermauern auch einige Statistiken.

In der ewigen Rangliste des DFB-Pokals (Spiele mit Elfmeterschießen werden als Remis gezählt) rangiert die Borussia auf Platz acht. Lediglich sieben Vereine konnten mehr als die 125 Siege einfahren und nur acht Klubs erzielten mehr als die 486 Treffer. Wegen der stark variierenden Anzahl an Partien ist diese Rangliste aber etwas verzerrt. Ein besserer Vergleichswert ist daher der Punkteschnitt.

Wenn man drei Zähler für einen Sieg und einen für ein Unentschieden ansetzt, hat die Borussia im Schnitt exakt zwei Punkte pro DFB-Pokal-Partie gesammelt. Von den derzeitigen Bundesligisten können nur fünf eine stärkere Ausbeute vorweisen. Davon befinden sich mit Werder Bremen (2,04), Schalke 04 (2,02) und Bayer Leverkusen (2,01) drei Vereine in unmittelbarer Nähe. Weit enteilt sind lediglich die Bayern (2,37) und der aufstrebende Klub RB Leipzig (2,27).

Mit diesem Punkteschnitt im Rücken hätte für die Borussia eigentlich mehr drin sein müssen. Vor der Bundesliga-Gründung schaffte es der Klub, abgesehen vom glorreichen Triumph 1960, nie in die Endrunde des nationalen Pokals. Die drei Titelgewinne (1960, 1973, 1995) werden von acht anderen Vereinen übertroffen, und elf Teams erreichten öfter das Finale als die Fohlen (fünfmal).

Bei der Anzahl der Halbfinal-Teilnahmen landet Gladbach im bundesweiten Vergleich sogar nur auf Platz 13. In den entscheidenden Momenten des Wettbewerbs waren andere Teams einfach kaltschnäuziger. Ein Paradebeispiel für die verpassten Chancen war das Ausscheiden im Viertelfinale vor zwei Jahren beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken.

Andererseits muss man sagen, dass sich andere Vereine zum Saisonauftakt weitaus öfter blamiert haben. Die Borussia scheiterte bisher neunmal in der ersten Runde, seit der Jahrtausendwende geschah dies nur zweimal (2004 und 2013). Als Erstligist war für Gladbach siebenmal direkt Schluss – Werder Bremen erwischte es doppelt so häufig.

In dieser Negativ-Statistik liegen auch der Hamburger SV (zwölfmal), der VfB Stuttgart (zehnmal) sowie der 1. FC Köln, Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt und Hannover 96 (je achtmal) vor den Fohlen. Besonders schmerzhaft: Die letzten vier Niederlagen zum Auftakt ereigneten sich allesamt nach Elfmeterschießen.

Das fügt sich ins Gesamtbild: Auch drei der vier Halbfinal-Teilnahmen seit 2000 endeten mit einer Niederlage vom Punkt. Die komplette Bilanz im DFB-Pokal vom Elfmeterpunkt: eine Katastrophe von 5:11. Man kann es also klar sagen: Wäre die Borussia aus elf Metern nervenstärker, hätte sie ihr 200. Pokalspiel schon viel früher bestritten. (red)

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