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Von Jannik Sorgatz, Hannah Gobrecht

„Profiteur der Krise“ Borussias neuer Hauptsponsor startet mit forscher Ansage

Der Vertrag zwischen Borussia Mönchengladbach und dem neuen Hauptsponsor Flatex läuft vorerst bis 2023.

Der Vertrag zwischen Borussia Mönchengladbach und dem neuen Hauptsponsor Flatex läuft vorerst bis 2023.

Mönchengladbach - Es gab Gerüchte um eine Versandapotheke, nach GladbachLIVE-Infos Gespräche mit einem großen Versicherer. Einen Tag vor dem Ende des Vertrages mit der Postbank hat Borussia am Montag einen neuen Hauptsponsor präsentiert: Der Online-Broker Flatex ziert künftig mit seinem Firmenlogo das Trikot der Fohlen.

Auf drei Jahre plus Option auf ein weiteres ist die Partnerschaft erst einmal angelegt. „Wir sind immer sehr froh, wenn wir Sponsoren lange an unserer Seite haben. Kontinuität ist das Stichwort“, sagte Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers (52). Und Flatex-Boss Frank Niehage kündigte gleich mal an, gerne die elf Jahre der Postbank in Angriff zu nehmen.

Deal zwischen Borussia und Flatex soll zehn Millionen pro Jahr wert sein

Rund zehn Millionen Euro pro Saison soll der neue Hauptsponsor Borussia bringen, das wäre der erhoffte Sprung, nachdem die Postbank zuletzt je nach Erfolg rund sieben Millionen gezahlt hatte. Für Schippers wäre das eine weitere Hilfe zur Krisenbewältigung. Denn in welch einer Zeit der Deal mit Flatex abgeschlossen wurde, zeigt allein die Tatsache, dass erstmals seit Mitte März wieder eine richtige Pressekonferenz im Borussia-Park stattfinden konnte.

Geschäftsführer Stephan Schippers, Pressesprecher Markus Aretz und Flatex-CEO Frank Niehage (v.l.n.r.) gaben auf der Pressekonferenz Auskunft über die zukünftige Zusammenarbeit.

Geschäftsführer Stephan Schippers, Pressesprecher Markus Aretz und Flatex-CEO Frank Niehage (v.l.n.r.) gaben auf der Pressekonferenz Auskunft über die zukünftige Zusammenarbeit.

„Das hat sicher zu einer Verunsicherung auf beiden Seiten geführt“, gab Schippers Einblicke in die Sponsurensuche inmitten einer weltweiten Pandemie. Doch schon der Wiederbeginn der Bundesliga Mitte Mai habe wieder Dynamik in die Sache gebracht. „Ich habe immer wieder die Frage gestellt bekommen, wie sicher ich mir bin, dass wir einen Hauptsponsor finden werden“, sagte Schippers. „Ich konnte den Markt und das Interesse an Borussia ja überblicken: Wir waren in der Hinrunde achtmal Erster und haben auch in der Rückrunde sehr erfolgreich Fußball gespielt.“ Heißt: Torschlusspanik sei nie aufgekommen.

Dennoch hat die Corona-Krise die ohne Investor, Konzern oder Mäzen rein sportlich erkämpften wirtschaftlichen Erfolge des Vereins einer nie da gewesenen Prüfung unterzogen. In der laufenden Saison haben die Gladbacher allein durch die neun Geisterspiele nach dem Bundesliga-Restart etwa 13 Millionen Euro weniger verdient. „Nicht existenz-, aber substanzbedrohend“, sagte Schippers.

Auf der anderen Seite des Podiums fuhr Frank Niehage als CEO von Flatex dagegen die große Optimismus-Schiene: „Wir gehören zu den Profiteuren der Krise.“ Der Grund: Je mehr die Kurse auf dem Aktienmarkt schwankten, desto mehr würden seine Kunden handeln. „Volatilität“ lautet der Fachbegriff.

Niehage: „Dann werden wir hoffentlich deutscher Meister“

„Deshalb haben wir die besten Geschäftsergebnisse unserer Firmengeschichte“, so Niehage, der gleich eine forsche Ansage machte: „Wenn wir gut zusammenwirken und alles gut läuft, dann werden wir hoffentlich in den nächsten Jahren der Partnerschaft deutscher Meister werden. Das wäre mir eine große Freude und ist ein Ansporn.“

Der Kontakt sei zustande gekommen über einen Aufsichtsrat von Flatex und Borussias Vizepräsident Siegfried Söllner (77). „So wussten wir sofort: Das ist belastbar, das sind seriöse Kunden“, sagte Schippers. Der neue Hauptsponsor der Fohlen hat eine seine größten Niederlassungen in Neuss, ist also nicht neu in der Region. Erfahrung im Fußball hat Flatex bislang gesammelt in der Abwicklung von Spielertransfers, allerdings nicht bei Borussia, wie Schippers erklärte.

Wachsen wollen beide – der Fußball-Bundesligist und der Online-Finanzdienstleiter. Flatex-Boss Niehage betonte, die Zahl der Kunden von einer auf zwei Millionen verdoppeln zu wollen. Dass die Fohlen sein Firmenlogo kommende Saison in der Champions League tragen, dürfte ihm besonders gelegen kommen – wenngleich er betonte, dass der Deal davon nicht abhängig gewesen sei.

Borussia muss trotz Umsatzrekord ans Sparen denken

300 Millionen Euro Umsatz peilt Flatex mittelfristig an. Borussia muss da in nächster Zeit moderater denken, moderat wie nie. Zwar gab es mit 213 Millionen einen Umsatzrekord im Geschäftsjahr 2019. Nun gilt es jedoch, die Löcher zu stopfen und gleichzeitig die Mannschaft zu verstärken. „Wir werden unseren Pfad nicht verlassen“, betonte Finanzchef Schippers.

Die Antwort auf eine Frage, die vor allem die Fans bewegt, beantwortete Borussia gleich nach der Pressekonferenz. Dann wurde das neue, schlichte Heimtrikot mit einem Rautenmuster präsentiert. Es ist komplett in Weiß gehalten mit schwarzer Schrift, sogar die beiden meist goldenen Meistersterne sind schwarz. Den einzigen Farbakzent setzt Hauptsponsor Flatex mit einem orangefarbenen „ex“.