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Von Jannik Sorgatz

Blumenvase statt Schale Eberl: Zwischen „gefühlter Meisterschaft“ und kniffligen Rechenspielen 

Ein Glanzlicht und etwas Schatten: Max Eberl muss nach dem großen Erfolg mit Borussia Mönchengladbach so vorsichtig kalkulieren wie nie zuvor.

Ein Glanzlicht und etwas Schatten: Max Eberl muss nach dem großen Erfolg mit Borussia Mönchengladbach so vorsichtig kalkulieren wie nie zuvor.

Mönchengladbach - Unter normalen Umständen hätten Borussia und ihre Fans nun dem 27. August entgegengefiebert: Dann wäre die Champions-League-Auslosung über die Bühne gegangen und die Fohlen hätten erfahren, ob sie beim dritten Mal wieder eine Knaller-Gruppe erwischen.

Doch die Corona-Krise hat auch dem europäischen Fußball einen neuen Kalender übergestülpt. Bis zum 1. Oktober müssen sich alle gedulden, wenn – Stand jetzt – in Athen die Loskugeln mit den wohlklingenden Vereinsnamen geöffnet werden sollen. Noch ist ja nicht einmal der laufende Wettbewerb zu Ende.

Borussia Mönchengladbach hat mehr als 15 Millionen Euro sicher

Der Kernjob für Manager Max Eberl (46) bleibt jedoch bestehen: Er will einen Kader zusammenstellen, der in der Summe aller Fähigkeiten und Potenziale mindestens so gut ist wie der, der am Samstag den Einzug in die Champions League gefeiert hat. Im Optimalfall besser. Und doch ist dieser Sommer nur schwer vergleichbar mit den elf Sommern, in denen Eberl zuvor die sportliche Leitung innehatte.

Mit 15,25 Millionen Euro Startgeld kann Borussia in der Königsklasse kalkulieren, so viel verdiente der Klub in der abgelaufenen Saison in Summe in der Europa League (Prämien, TV-Geld, Ticketeinnahmen). In der Champions League bekommt nun selbst der Letzte der Zehn-Jahres-Wertung rund 1,1 Millionen Euro, mit jedem Platz weiter vorne kommen 1,1 Millionen dazu. Für Borussia werden einige Millionen hängenbleiben. Jeder Punkt in der Gruppenphase bringt zudem 900.000 Euro statt 180.000 in der Europa League.

Wie langen bleiben die Stadien noch leer?

„Die extremen Verluste können wir mit diesen Geldern anders lindern. Trotzdem werden wir dafür kämpfen, den Kader für drei Wettbewerbe aufzustellen und quantitativ sowie qualitativ zu verstärken“, definierte Eberl seine Aufgabe für die kommenden Wochen im ZDF-„Sportstudio“.

Borussia: Die Termine in der Champions League

  • Auslosung: 1. Oktober in Athen
  • 1. Spieltag: 20./21. Oktober
  • 2. Spieltag: 27./28. Oktober
  • 3. Spieltag: 3./4. November
  • 4. Spieltag: 24./25. November
  • 5. Spieltag: 1./2. Dezember
  • 6. Spieltag: 8./9. Dezember

Nun fangen die garantierten Einnahmen grob die bisherigen Corona-Ausfälle auf. Noch weiß aber niemand, wie lange die Stadien komplett oder zumindest teilweise leer bleiben müssen. Immerhin hat Borussia nach GladbachLIVE-Infos einen neuen Hauptsponsor gefunden, der in den nächsten Tagen vorgestellt werden wird.

Für Transfers kann Eberl zusätzlich mit den frei werdenden Gehältern durch Abgänge wie den von Raffael (35) kalkulieren. Dazu muss er schauen, was er vom 12-Millionen-Euro-Gewinn des Vorjahres abzweigen kann. „Es wird viele Gespräche geben mit meinem Finanzdirektor, damit wir einen guten Mittelweg finden zwischen Sicherung des Vereins und sportlichem Erfolg“, sagte Eberl.

Gladbach kann nicht groß einkaufen im Sommer

Wie viel Risiko wird Geschäftsführer Stephan Schippers (52) Borussia genehmigen inmitten der Krise, zu deren Beginn sich die Profis sogar zu einem Verzicht auf Teile ihrer Gehälter entschlossen? Eberl: „Wir haben das nicht aus dem Auge verloren. Wir werden nicht einfach so shoppen gehen können, sondern müssen schauen, wie wir kreativ Spieler dazubekommen, die in unseren Budget sind. Wir werden keine Unsummen ausgeben für die neue Saison. Das ist gar nicht möglich.“

Eine Geldquelle, die für Borussia in krisenfreien Zeiten noch lukrativer sein kann als die Champions League, will Eberl dabei weiterhin nicht anzapfen. „Wir wollen und wir werden keine Leistungsträger abgeben“, wiederholte er nach dem 2:1 gegen Hertha BSC, bevor die Feier begann. Ganz so wild soll es übrigens nicht zugegangen sein im VIP-Raum des Borussia-Parks, es bleiben auch in dieser Hinsicht besondere Zeiten, die Zurückhaltung erfordern.

Trainer Marco Rose war in den Augen von Manager Max Eberl ein Glücksfall für Borussia Mönchengladbach.

Trainer Marco Rose war in den Augen von Manager Max Eberl ein Glücksfall für Borussia Mönchengladbach.

Der Stolz auf die erste Saison unter Marco Rose (43) war Eberl dennoch anzumerken: „Wir haben mit Marco einen Trainer gefunden, der unfassbar gut zu Borussia Mönchengladbach passt. Er hat einen sensationellen Job gemacht mit all den Schwierigkeiten: neuer Start, neue Liga, dann die Corona-Krise.“ Auch von Rückschlägen wie dem 0:4 gegen Wolfsberg in der Europa League und dem 0:2 zum Rückrundenstart auf Schalke habe sich das Team nicht beirren lassen.

Eberl feiert mit Vasen und Biergläsern

Für ein Problem, das der „gefühlte“, aber eben nicht offizielle „Meistertitel“ (O-Ton Eberl) mit sich brachte, hatte der Manager eine Lösung parat: „Wir nehmen irgendwelche Blumenvasen und haben Biergläser in der Hand.“ Auf dem Transfermarkt wird ebenfalls Kreativität gefragt sein.