Die Klatsche in Freiburg könnte für Polanski das Ende bedeuten.
Gladbach-Beben nach 0:5-DebakelDie Szenarien für das Polanski-Aus: Diese Trainer werden gehandelt

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Eugen Polanski zeigt sich nachdenklich auf der Pressekonferenz in Freiburg.
Am Niederrhein herrscht Alarmstufe Rot! Das katastrophale 0:5-Debakel gegen den SC Freiburg sorgt bei den Fohlen für ein gewaltiges Beben. Nach dem miesesten Saisonbeginn in der gesamten Klub-Historie – null Zähler und zwölf Gegentreffer aus drei Partien – steht die Zukunft von Trainer Eugen Polanski massiv auf der Kippe.
Der Coach selbst nahm nach Spielende kein Blatt vor den Mund. „Wir haben es nicht geschafft, mindestens ebenbürtig zu sein“, räumte er ein und verwies auf persönliche Patzer, die zu billigen Gegentreffern geführt hätten.
Schröder: Besprechung am Sonntag keine Krisensitzung
Dies sei die „bittere Bundesliga-Realität“. Er könne die Debatte um seine Person angesichts von „deutlich zu wenige Punkte“ komplett verstehen. Polanski spüre die Verantwortung und werde sich der Herausforderung stellen.
Eine überstürzte Reaktion wollte Sportchef Rouven Schröder am Samstagabend vermeiden und gab sich betont gelassen. „Ich glaube, wir haben erst mal viel mit uns selbst zu tun, sodass wir gut daran tun, mal eine Nacht drüber zu schlafen“, sagte Schröder. Den komplett von der Rolle wirkenden Spielern erteilte er für den Heimweg einen deutlichen Auftrag: „Jeder Einzelne soll überlegen, wie wir die Dinge in die richtige Richtung bringen.“
Der Plan von Schröder für den Sonntag: Zuerst die Partie erneut sichten, danach folgt im Borussia-Park eine Besprechung der kompletten Lage. Schröder betonte jedoch, dies nicht ausdrücklich als Krisentreffen zu bezeichnen. Das um 10.30 Uhr geplante Training für die Ersatzspieler sollte, so der Stand am frühen Sonntagmorgen, noch unter Polanskis Leitung stattfinden. Das berichtet „rp-online.de“.
Die Situation gleicht auf unheimliche Weise der letzten Saison. Ziemlich exakt ein Jahr ist es her, am 15. September 2025, als Gerardo Seoane nach einer 0:4-Niederlage gegen Werder Bremen seinen Posten räumen musste. Seinerzeit sprang Polanski als Übergangslösung ein. Jetzt ist er es, der zur Disposition steht, und ein Urteil könnte bereits am Tag nach der Pleite gefällt werden.
Für Schröder, der Polanski erst vor wenigen Monaten sein Vertrauen aussprach, ergeben sich jetzt entscheidende Fragen: Glaubt er noch an eine Kehrtwende unter Polanski? Was für ein Zeichen kommt aus dem Team? Welches Risiko geht man ein, wenn man am Coach festhält? Die Anhänger zeigten nach Spielende in Freiburg mit „Wir haben die Schnauze voll“-Sprechchören ihre Haltung mehr als deutlich.
Eine denkbare Option wäre ein Interimscoach, um in Ruhe einen Nachfolger finden zu können. Jan-Moritz Lichte, seit dem Sommer Teil des Trainerstabs, könnte ironischerweise gegen seinen früheren Verein Mainz die Verantwortung tragen.
Ein neuer Mann an der Seitenlinie bekäme dann in der Länderspiel-Unterbrechung die Gelegenheit, das Team auf das brisante Duell mit dem 1. FC Köln einzustellen. Im Vereinsumfeld kursieren schon Kandidaten wie Ole Werner, Horst Steffen oder Alexander Blessin. Für Polanski selbst würde dies das jähe Aus auf seiner ersten Station als Chefcoach bedeuten. (red)

