Polanski-Aus in Gladbach?Vier Gründe für den Absturz der Fohlen

Eugen Polanski fasst sich mit geschlossenen Augen an den Kopf.

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Ratlos: Gladbach-Coach Eugen Polanski. 

Die 0:5-Klatsche könnte für den Coach das Ende bedeuten.

Bei Borussia Mönchengladbach ist die Situation alarmierend. Nach der 0:5-Pleite in Freiburg wackelt der Stuhl von Trainer Eugen Polanski (40) bedenklich.

Die Ähnlichkeiten zum Vorjahr sind frappierend: Seinerzeit erwischte es Gerardo Seoane (47) am 3. Spieltag nach einem 0:4 zu Hause gegen Werder Bremen. Aktuell legt Gladbach mit null Zählern und zwölf Gegentreffern den miesesten Bundesliga-Auftakt der Vereinsgeschichte hin.

Rouven Schröder: „Es ist viel zu einfach, gegen uns Tore zu schießen“

Von Sportchef Rouven Schröder (50) gab es keine Rückendeckung für den Trainer, stattdessen kündigte er eine knallharte Aufarbeitung an. Polanski selbst klang schon fast geschlagen: „Die Diskussion kann ich absolut nachvollziehen. Ich fühle mich verantwortlich und stelle mich der gesamten Sache – es ist viel zu einfach, gegen uns Tore zu schießen.“

Ein Kernproblem der Talfahrt ist die instabile Verteidigung. Dem Trainer gelang es nicht, für Stabilität in der Abwehr zu sorgen. Ein Versuch mit einer Fünfer-Abwehrreihe in der letzten Spielzeit scheiterte, und die jetzige Umstellung auf die Viererkette resultiert in einem wahren Torhagel. Ein neuer Negativrekord für die Borussia sind die zwölf kassierten Tore in nur drei Begegnungen. 

Polanski hat obendrein den Kredit bei den eigenen Fans vollständig verloren. Obwohl er als Mann aus dem eigenen Stall mit viel Vorschusslorbeeren begann, ist die Atmosphäre mittlerweile vergiftet. Die Geduld der Anhängerschaft ist aufgebraucht. Ein verheerendes Stimmungsbild liefert eine Umfrage: 79 Prozent von mehr als 22.000 Teilnehmern verneinten die Frage, ob Polanski für Borussia noch der passende Coach sei. Das berichtet „Bild“.

Darüber hinaus müssen sich die Klub-Bosse Fehler bei der Zusammenstellung des Kaders ankreiden lassen. In der Vorbereitungsphase wurde mehrfach die gestiegene Qualität des Teams hervorgehoben – was sich als klare Fehleinschätzung erweist.

Der Angriff ist zwar auf allen Positionen doppelt mit Bundesliga-Format besetzt, aber im Maschinenraum des Teams klafft seit den Abgängen von Yannik Engelhardt (25) und Rocco Reitz (24) eine gewaltige Lücke. Die Neuverpflichtungen für diesen Bereich, Enzo Leopold (26) und Zento Uno (21), kamen in der Bundesliga noch keine Sekunde zum Einsatz.

Erschwerend kommt eine massive Verletztenmisere hinzu. Schon in der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit fehlten Polanski die ganze Saison über Tim Kleindienst (31) und Robin Hack (28). Jens Castrop (22), der als Ersatz für Reitz eingeplant war, fällt in der laufenden Saison für Monate aus. Zusätzlich sind fünf von zehn neuen Spielern nicht einsatzfähig, darunter die gestandenen Nationalspieler Yukhym Konoplia (27) und Daiki Hashioka (27). (red)

Fans von Borussia Mönchengladbach schauen frustriert aufs Spielfeld.

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