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Von Achim Müller

EXKLUSIV Gladbach-Fans kämpfen für Kult-Trommler Bekommt „Manolo“ ein Denkmal im Borussia-Park?

Gladbach-Trommler „Manolo“, hier zu sehen im April 1988, hat auf dem legendären Bökelberg Borussia-Fan-Geschichte mitgeschrieben.

Gladbach-Trommler „Manolo“, hier zu sehen im April 1988, hat auf dem legendären Bökelberg Borussia-Fan-Geschichte mitgeschrieben. Nun wollen Fohlen-Anhänger dem Kult-Trommler ein Denkmal im Borussia-Park setzen.  

Mönchengladbach - Bum-bum-bumbumbum! Es ist ein ganz spezieller Sound gewesen, den diese Trommel hervorgebracht hat. Denjenigen, die ihn regelmäßig bei Gladbach-Heimspielen auf dem legendären Bökelberg noch haben hören können, klingt dieser unnachahmliche Borussia-Rhythmus teilweise noch heute in den Ohren. In jenen Momenten, in denen sie sich Schlachten, Triumphe, Titel, Pokale, aber auch Niederlagen und Tränen der Enttäuschung aus einer anderen Zeit in Erinnerung rufen.

  • In Gladbacher Fankreisen hat sich eine Bewegung gebildet, die sich für ein Denkmal für Borussias Kult-Trommel „Manolo“ einsetzt
  • Im Internet ist dafür eine Petition ins Leben gerufen worden, die demnächst bei Borussia eingereicht werden soll
  • Der Autor und Schriftsteller Dirk Dillenberger, der auch ein Buch über „Manolo“ geschrieben hat, zählt zu den Unterzeichnern der Petition

Bum-bum-bumbumbum! Ein Bass-Erlebnis, welches bis dato für ein ganz spezielles Gladbach-Erlebnis steht. Für diesen unnachahmlichen Mythos-Sound ist Ethem Özerenler verantwortlich gewesen. Ein Mann, der 1968 aus dem türkischen Adana nach Gladbach, einer von Weltkriegsbomben vernarbten und allmählich darbenden Textil-Hochburg, gekommen war.

Für „Manolo“ hat sich eine neue Bewegung in der Gladbacher Fan-Szene gebildet

Ein Einwanderer, der sich am Niederrhein in die Borussia-Raute förmlich verliebte und 1977 zum Trommler vom Bökelberg wurde.

Özerenler schwang sich zum Taktgeber des Fohlen-Spiels auf. Zu „Manolo“, der auf dem Absperrzaun vor der Nordkurve des Bökelbergs seinen Stammplatz hatte.

Und der seine, mit einem speziellen Bezug ausgestattete Trommel, in einer Art und Weise zu bearbeiten wusste, die selbst Einfluss auf das Gladbacher Spiel nehmen konnte.

„Manolo“ trommelte – und in seinem Takt passten sich die Borussia-Profis sogar zeitweise auf dem Rasen die Bälle zu. Derweil klatschten die Fans auf den Rängen euphorisch und unermüdlich im Rhythmus mit.

Bum-bum-bumbumbum! Schneller und schneller. Sogar die gefürchteten Gladbach-Konter kündigte Manolos Trommel schon meist vor dem ersten Pass in die Tiefe des Raumes an.

Der Gladbacher Autor Dirk Dillenberger hat „Manolo“, dem türkischen Einwanderer Ethem Özerenler, der am 30. April 2008 in Mönchengladbach verstarb, ein Buch gewidmet. Titel: „Manolo, wir hören dich!“

Und offenbar hat Dillenberger mit seinem literarischen Fußball-Werk in diesen Tagen so viele Fohlen-Fan-Herzen berührt, dass eine Art Bewegung entstanden ist.

Von VfL-Treuen, die „Manolo“ ein Denkmal im Borussia-Park widmen wollen.

Wie GladbachLIVE nun erfährt, ist im Internet eine Petition ins Leben gerufen worden. Diese lautet: „Der Fußballverein Borussia Mönchengladbach möge beschließen, in oder an der Nordkurve vom Stadion im Borussia-Park ein Denkmal für seinen verstorbenen Fan Ethem Özerenler „Manolo“ (1938-2008) zu errichten.“

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1.000 Stimmen sind nach unseren Informationen für diese Petition erforderlich. Fast 70 Prozent der benötigten „Ja“-Stimmen sind bereits erreicht.

Schafft die Petition die Tausender-Marke, soll diese bei Borussia mit Blick auf die nächste Mitgliederversammlung eingereicht werden.

Schriftsteller Dirk Dillenberger hat die Petition bereits unterzeichnet. Er lässt im Netz zur Petition unter anderem das verlauten: „Manolo und seine Geschichte verbinden das Gestern, das Heute und das Morgen, wenn wir uns nicht nur gerne erinnern, sondern dabei Menschen ehren und ihren Platz in unserer Mitte wahren.“ Bum-bum-bumbumbum!

Zumal: Die Geschichte von Ethem Özerenler, „Manolo“, steht auch für einen durchaus bemerkenswerten und speziellen Teil rheinländischer und deutscher Migrations- und Integrationsgeschichte.

Auf dem Bökelberg war „Manolo“ wer. Ein Borusse. Ein Teil der Raute, respektiert und anerkannt. Nationalität? Uninteressant!

Im neuen Gladbacher Stadion hat Özerenler, bereits gezeichnet von einer schweren Krankheit, nur ein einziges Mal getrommelt. Beim Abschiedsspiel für Torwart-Legende Uwe Kamps (56). Das war im März 2005. 35.000 Fans waren gekommen. Und sie klatschten dabei auch für Ethem Özerenler, der sich nie für Fan-Politik und gewisse Gruppierungen interessiert hatte, sondern nur für den VfL Borussia. 

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Fans wie der Schriftsteller Dillenberger setzen sich für einen Mann ein, aus dem türkischen Adana kommend, der auf dem Bökelberg Fohlen-Kultur maßgeblich mitgeprägt hat. Als Teil des Großen und Ganzen, ohne sich selber jemals in den Vordergrund gerückt zu haben. „Wir sind ein einig Volk von Brüdern“ – so heißt es im Gladbacher Borussen-Lied.

Borussia hat „Manolo“ bereits ein Andenken in der Fohlen-Welt gewidmet

Borussia hat „Manolo“ bereits ein Andenken gewidmet. In einer Vitrine, im Museum, der Fohlen-Welt.

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Die Initiatoren der Petition „Ein Denkmal im Borussia-Park für Manolo“ setzen sich nun für mehr ein. Es wäre eines der ersten Denkmäler dieser Art in der Bundesliga. Dazu für einen bislang einzigartigen Fohlen-Fan, dessen Wurzeln im Ausland, in der Türkei liegen.

Auch das wäre ein Zeichen, gerade in Zeiten, in denen in ganz Europa Fans, unabhängig von Herkunft oder Konfession, die Planer der umstrittenen „Super League“ mit ihren leidenschaftlichen und emotionalen Protesten vorerst ausgebremst haben. 

Bum-bum-bumbumbum!