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Von Jannik Sorgatz

Eberl paart Mut mit Demut „Gallisches Dorf“ soll angriffslustig bleiben

Max Eberl strahlt: Borussia Mönchengladbach spielt kommende Saison erstmals seit vier Jahren in der Champions League.

Max Eberl strahlt: Borussia Mönchengladbach spielt kommende Saison erstmals seit vier Jahren in der Champions League.

Mönchengladbach - Max Eberl (46) ist Flipchart-Fan. Seit Jahren steht eine bei ihm im Büro, und es gibt sogar ein Blatt, das den Manager seit einer gefühlten Ewigkeit daran erinnert, was er mit Borussia schon erreicht hat und was er noch vorhat. „Stabilisierung in der Einstelligkeit!“ ist darauf zu lesen unter einer Kurve mit Gladbachs Platzierungen in der Bundesliga, das Ausrufezeichen ist rot und fett.

Borussia hat sich mehr als nur stabilisiert in der oberen Tabellenhälfte. Nach Platz fünf im Vorjahr und der Qualifikation für die Champions League in der ersten Saison unter Trainer Marco Rose (43) gibt sich Eberl in seinem Resümee im Vereinsmagazin „FohlenEcho“ forsch-demütig.

Gladbach soll angriffslustig sein

Da ist weniger der warnende Blick nach unten als eine Aussage in Richtung der Top-Klubs, mit denen Gladbach in den vergangenen beiden Spielzeiten um die Königsklasse konkurriert hat: „Wir mögen kleiner sein als die Übermächte Bayern, Dortmund, Leipzig und Leverkusen und hatten in den vergangenen Jahren auch nicht die finanziellen Möglichkeiten wie Wolfsburg oder Schalke, aber wir sind angriffslustig und können kämpfen.“

Trotzdem sieht Eberl die Fohlen nicht in den Pflicht, eine 65-Punkte-Saison (achtbeste Ausbeute in 52 Jahren Bundesliga) unbedingt zu wiederholen: „Wir haben uns in den vergangenen Jahren erarbeitet, dass wir oben dabei sein wollen – aber nicht zwingend müssen. Diesen Anspruch an uns zu richten, wäre nicht fair.“

Eberl will Bayern weiter ärgern

Der Wille ist also da. Den Druck, regelmäßig Mannschaften mit einem um 30 (RB Leipzig) bis 260 Prozent (Bayern München) höheren Personaletat übertreffen zu müssen, weisen die Borussen von sich. Diese Haltung hat Eberl in der abgelaufenen Saison oft mit dem Bild des „gallischen Dorfs vom Niederrhein“ unterfüttert. „Das hat überhaupt nichts damit zu tun, sich klein zu machen“, sagte er. „Wir können Rom bzw. die Bayern ärgern und besiegen, aber eben nicht dauerhaft erobern.“

Trotzdem war Borussia achtmal Tabellenführer, häufiger als in den 42 Jahren, die seit dem letzten Meistertitel vergangen waren, zusammen. Den Vorsprung auf den Sechsten hat sie gegenüber der Vorsaison von einem Tor auf 13 Punkte vergrößert.

Dass Trainer Rose der Mannschaft eine breitere Brust verleihen kann, hat Eberl schnell gemerkt: „Sie hat sich in den ersten Wochen der Saison eine andere Grundhaltung angeeignet.“ Voll zur Entfaltung sei diese erstmals beim 5:1 gegen den FC Augsburg gekommen, mit dem Gladbach an die Spitze stürmte: „Die Mannschaft wollte das unbedingt schaffen und hat den Gegner förmlich überrannt.“

Das ist der Stil von Borussia Mönchengladbach

Den Anspruch an den neuen Fohlen-Fußball – eine „Evolution“, wie Eberl oft betont hat, keine „Revolution“ – beschreibt er so: „Aktivität zu haben, Tempo zu machen, Tiefe und Durchschlagskraft zu erzeugen, nach vorne verteidigen zu wollen, Pressingmomente zu nutzen und nicht zuletzt Fußball zu spielen. Dann, wenn wir uns in der gegnerischen Hälfte festgesetzt haben, eben nicht zurückzulaufen, sondern versuchen, vorne drauf zu bleiben. Das Ganze aber kombiniert mit technisch gutem, sauberem und kreativen Fußball, so wie wir ihn schon zuvor gespielt haben.“

65 Punkte in der Liga, Aus in der zweiten Runde im DFB-Pokal, Aus in der Gruppenphase der Europa League – das ist, wie es in der freien Wirtschaft heißt, die Benchmark. Und Eberl will, obwohl seine fünf wertvollsten Spieler selbst in Corona-Zeiten um die 200 Millionen Euro wert sind, das Erfolgsteam lieber weiter wachsen lassen, als es auf Schlüsselpositionen neu aufstellen zu müssen.

Der Häuptling des gallischen Dorfes, der Majestix, sagt: „Dass diese Mannschaft, die über enormes Potenzial verfügt, zusammenbleibt und den neuen Weg gemeinsam mit dem Trainer weitergeht, kann mehr wert sein als ein millionenschwerer Transfer.“