„Ich bange wirklich“Ex-Gladbach-Trainer schlägt Alarm

André Schubert fasst sich ans Ohr.

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André Schubert war von 2015 bis 2016 Trainer von Borussia Mönchengladbach.

Die Fohlen-Krise wird immer schlimmer! Ex-Trainer André Schubert leidet mit.

Die Situation bei Borussia Mönchengladbach wird immer heikler. Für den neuen Coach Alexander Blessin gab es zum Start gleich die nächste herbe Enttäuschung: eine 1:2-Pleite im prestigeträchtigen Derby gegen den 1. FC Köln.

Das Ergebnis dieser Niederlage: Die Fohlenelf verharrt als Schlusslicht im Tabellenkeller. Am nächsten Wochenende steht mit der Partie daheim gegen den Vorletzten Hoffenheim schon die nächste Zerreißprobe an.

André Schubert sorgt sich um Borussia Mönchengladbach

Jemand, der mit solchen Tiefpunkten am Niederrhein vertraut ist, ist André Schubert. Der frühere Coach übernahm den Verein 2015 in einer vergleichbaren Lage und steuerte das Team sensationell bis in die Champions League. Nun ergreift er das Wort und zeigt klar, dass er um seinen ehemaligen Klub besorgt ist. Das berichtet „Sport1“.

Schubert unterstreicht jedoch, dass die damalige Situation mit der jetzigen kaum vergleichbar sei. „Wir hatten damals andere Voraussetzungen“, stellt er klar. Damals war das Team im Jahr zuvor in die Königsklasse gestürmt und besaß mit Routiniers wie Lars Stindl, Granit Xhaka oder Raffael eine höhere Kaderqualität. Die Startbedingungen heute sind verschieden, weil der Klub schon länger seinen Kurs sucht und im Sommer wieder eine personelle Veränderung vollzog.

Der Knackpunkt ist für Schubert, dass der Klub erneut eine unverkennbare Identität entwickeln muss. „Für Borussia Mönchengladbach ist es jetzt sehr wichtig, herauszuarbeiten, wofür der Verein stehen will und welcher Spielstil die Mannschaft auszeichnet“, lautet sein Appell. Blessin habe die Aufgabe, rasch zu definieren, welche Art von Fußball die Borussia verkörpern soll, sodass die Mannschaft sich auf ihre eigenen Trümpfe besinnen kann.

Eine Schlüsselrolle kommt für ihn ebenso den Fans zu. Die Anhänger charakterisiert Schubert als „wahnsinnig, sehr leidenschaftlich“ und prinzipiell gewillt, jede Richtung zu unterstützen. „Aber die Art und Weise ist dabei sehr wichtig“, warnt er. Das Team hat die Pflicht, die Anhängerschaft wieder zu entflammen. Wenn dies klappt, kann der Borussia-Park eine „enorme Wucht entwickeln“.

Er ist überzeugt, dass der neue Trainer Blessin den Umschwung herbeiführen kann. Dessen Spielidee stehe für einen proaktiven, angriffslustigen Fußball, der im Grunde zur Gladbacher DNA passt. Entscheidend sei jedoch, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich nicht durch den ständigen Tabellenblick blockieren zu lassen. Ein Trainerwechsel erfordere Geduld. Blessins Kommentar nach dem Derby, das Team habe „alles reingeworfen“, sieht Schubert als gutes Zeichen. Sobald die Performance passt, folgen die Resultate von selbst.

André Schubert: „Man muss die Borussia wieder erkennen können“

Wer bei der Fohlenelf zum entscheidenden Akteur wie Kölns Said El Mala aufsteigen könnte, dazu möchte er sich nicht äußern. Er erkennt Talent bei Hugo Bolin oder Wael Mohya und bringt Tim Kleindienst als potenziellen Anführer ins Spiel. Letztlich sei aber das kollektive Konzept entscheidend. Seine Vorstellung ist eindeutig: „Man muss die Borussia wieder erkennen können. Wenn die Spieler ohne Wappen auf dem Trikot auflaufen würden, müsste man trotzdem sofort sehen: Das ist Borussia Mönchengladbach.“

Ein Siegeszug wie 2015, als er nach seinem Start sechs Bundesliga-Partien hintereinander für sich entschied, sei wegen der komplett anderen Ausgangslage nicht realistisch. Für die Borussia gehe es in dieser Spielzeit vor allem darum, wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen und einen Flow zu finden. Seine persönliche Verbindung ist enorm: „Ich bange wirklich um Borussia Mönchengladbach, weil ich dem Verein viel zu verdanken habe.“ Er pflege weiterhin eine enge Beziehung zu Entscheidungsträgern wie Rouven Schröder.

Seine Leidenschaft für den Klub ist greifbar. Nun sei es wichtig, gemeinschaftlich aus dieser Lage zu entkommen. „Borussia Mönchengladbach ist einfach ein unfassbar großer Verein mit besonderen Emotionen“, meint Schubert und wünscht sich, dass es für die Elf vom Niederrhein schnell wieder aufwärts geht. (red)