Blessins Debüt missglückte im Derby gegen den 1. FC Köln. Klar ist: Die Fohlen-Krise hat zwei gewichtige Gründe.
Schonungslose Derby-AnalyseDiese zwei Probleme hat Gladbachs neuer Trainer

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Gladbach-Trainer Alexander Blessin und Kapitän Tim Kleindienst im Gespräch.
Aktualisiert
Der Einstand von Alexander Blessin (53) bei Borussia Mönchengladbach ist gründlich misslungen. Ausgerechnet im Derby beim 1. FC Köln setzte es eine bittere 1:2-Pleite.
Ein Traumtor von Said El Mala (20) besiegelte das Schicksal der Fohlen und machte deutlich, dass die Mannschaft genau da weitermacht, wo sie vor der Länderspielpause aufgehört hat: in der Krise!
Ein offenes Zentrum und die Suche nach dem Unterschiedsspieler
Die Niederlage legte schonungslos die riesigen Baustellen im Gladbacher Spiel offen. Ein Hauptproblem ist das Zentrum, das zur Achillesferse der Mannschaft geworden ist. Sinnbildlich dafür stand der katastrophale Fehlpass von Florian Neuhaus (29), der den Kölner Siegtreffer einleitete.
Der Mittelfeldspieler, der von Blessin eine neue Chance erhielt, enttäuschte auf ganzer Linie: In 67 Minuten kam er auf magere 29 Ballkontakte und eine schwache Passquote von 75 Prozent. Das berichtet „bild.de“.
Neuhaus ist aber nur ein Teil des Problems. Auch Philipp Sander (29) kann dem Spiel als Sechser trotz vollen Einsatzes keine Kontrolle verleihen. Es ist alarmierend, wie mühelos sich selbst eine spielerisch limitierte Mannschaft wie Köln immer wieder durch die Gladbacher Mitte kombinieren konnte. Die einzige Hoffnung scheint derzeit auf Zento Uno (22) zu ruhen, der die Qualität im Zentrum anheben soll.
Doch damit nicht genug. Das Tor von El Mala offenbarte eine weitere gewaltige Schwäche der Borussia: Es fehlt ein Spieler, der den Unterschied ausmachen kann. Während der Erzrivale mit dem Neu-Nationalspieler einen solchen Akteur in seinen Reihen hat, sucht man ihn bei den Fohlen vergeblich.
Talente wie Hugo Bolin (23), Wael Mohya (17) oder Fritz Fleck (19) wirbeln zwar, besitzen aber noch nicht die Klasse eines El Mala. Dem Kader fehlt schlichtweg der eine Spieler, bei dem etwas passiert, sobald er den Ball am Fuß hat.
Die Hoffnungsträger heißen hier Zento Uno und der bald wieder fitte Nicolas Kühn (26). Doch auch im Sturmzentrum drückt der Schuh gewaltig, wenn Tim Kleindienst (31) ausfällt. Weder Isac Lidberg (28) noch Shuto Machino (27) konnten in Köln Akzente setzen. Die Fohlen hatten massig Platz, doch es fehlte vorn ein Abnehmer mit dem richtigen Timing.
Trotz der bitteren Pleite gab es unter Blessin aber auch erste Lichtblicke. Der neue Trainer sorgte mit einer Dreierkette für mehr defensive Stabilität, was ein Wert von nur 1,31 zugelassenen Expected Goals belegt – eine deutliche Steigerung. Zudem zeigte die Mannschaft Moral und kam nach dem 0:1-Rückstand sofort zurück, anstatt wie in den Spielen zuvor komplett einzubrechen. (red)

