Der Mittelfeldspieler war lange außen vor. Unter dem neuen Trainer Blessin beginnt für Florian Neuhaus jetzt die Stunde der Wahrheit.
Letzte Ausfahrt Borussia-ParkNutzt Neuhaus seine allerletzte Chance unter Blessin?

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Sucht seine Chance in Gladbach: Florian Neuhaus
Ein frischer Wind und eine unerwartete Perspektive für einen bereits aussortierten Profi. Alexander Blessin, der neue Chef an der Seitenlinie von Borussia Mönchengladbach, hat bei seinem ersten Auftritt einen Akteur besonders in den Fokus gerückt: Florian Neuhaus.
Der Mittelfeld-Regisseur, unter Vorgänger Eugen Polanski aufs Abstellgleis geraten, hat beim neuen Trainer offenbar Spuren hinterlassen. Seine Rückkehr beim 3:4 in Mainz, die er mit einem Treffer krönte, war eine deutliche Ansage.
Neuhaus wieder als „dynamischer Box-to-Box-Achter“?
Der neue Coach stellt unmissverständlich fest, dass jeder die gleiche Startposition hat. „Ich komme nicht hierher, um irgendjemanden zu rasieren. Jeder soll die Möglichkeit bekommen, ins Team zu kommen“, lautet seine klare Botschaft.
Für Neuhaus klingt das vertraut: Ein neuer Trainer weckt neue Erwartungen. Jedoch folgte in der Vergangenheit auf ein kurzes Aufflackern unter neuen Übungsleitern wie Marco Rose, Adi Hütter, Gerardo Seoane oder Eugen Polanski fast immer ein Einbruch.
Dieses Mal müsste es nachhaltig sein, aber wie ist der Turnaround zu schaffen? Eine Reise in die Vergangenheit gibt vielleicht Aufschluss. Seine beste Zeit hatte Neuhaus unter Dieter Hecking, als er im 4-3-3 als „dynamischer Box-to-Box-Achter“ glänzte. Er agierte als unermüdlicher Motor in einem Spielstil, der auf Intensität und hohes Anlaufen ausgelegt war – eben jene Tugenden, die auch Blessin als Anhänger der RB-Philosophie sehen will. Das berichtet „rp-online.de“.
Ein Spieler mit diesen Qualitäten, der mit Tiefenläufen für Torgefahr sorgt und das Spiel vertikal ausrichtet, wäre für den neuen Trainer ein echter Gewinn. Die Anhänger scheinen sich eine solche Rückkehr zu wünschen, was der Beifall bei seiner Auswechslung gegen Mainz verdeutlichte.
Ein wiederbelebter Neuhaus mit seiner besonderen Ausstrahlung könnte zur Initialzündung werden, die die Atmosphäre im Stadion zum Kochen bringt und eine neue Euphorie entfacht.
Ein riesiges Hindernis blockiert jedoch den Weg zu einem Neuhaus-Comeback: sein Verhalten bei gegnerischem Ballbesitz. Die erschreckende Zahl aus der Mainz-Partie: eine Zweikampfbilanz von nur 22 Prozent. Für einen Trainer, für den die „Disziplin gegen den Ball ein eisernes Gesetz“ ist, ist das völlig inakzeptabel.
Schon Adi Hütter, ebenfalls ein Vertreter der RB-Schule, scheiterte an diesen Defiziten, und auch Marco Rose hatte die defensiven Schwächen des Strategen bereits bemängelt.
Letztlich liegt es an Neuhaus allein. Blessin hat ihm eine Chance gegeben und wird genau hinschauen, „wer die Sache annimmt und bereit ist, diese Schritte mitzugehen“. Für den Mittelfeldspieler, dessen Arbeitspapier bis 2027 datiert ist, ist es die definitiv letzte Möglichkeit, bei Borussia das Ruder herumzureißen und eine für alle Beteiligten unglückliche Episode doch noch positiv abzuschließen. (red)

