Klartext vor dem DerbyBlessin packt sofort die Problemzonen an

Gladbach-Trainer Alexander Blessin

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Trainer Alexander Blessin hat mit den Fohlen gleich das Derby in Köln vor der Brust.

Blessins erste echte Arbeitswoche ist gleich mit Blick auf das Derby in Köln angelaufen.

Ein Amtsantritt, wie ihn bei Borussia Mönchengladbach vermutlich noch kein Coach durchlebt hat: Alexander Blessin (53) richtete am vergangenen Mittwoch einige Worte an das Team, betreute es einen Tag darauf beim Freundschaftsspiel in Siegen und entließ seine Spieler anschließend umgehend für vier Tage in eine kurze Pause.

Eine Maßnahme, die ihm persönlich schwerfiel. „Mir blutet das Herz, weil ich jeden Tag nutzen will, um mit den Jungs zu arbeiten“, räumte er ein. Die geistige Regeneration sei jedoch von höchster Wichtigkeit, damit die Spieler für die nächsten Herausforderungen bereit sind.

Beim 1. FC Köln sollen die ersten Punkte eingefahren werden

Die Phase des gemächlichen Einstiegs ist jetzt allerdings beendet. Blessin leitet am Dienstag um 10.30 Uhr die erste richtige Übungseinheit auf dem Rasen. Ab sofort läuft der Countdown, da in rund zwei Wochen das hitzige Duell mit dem 1. FC Köln bevorsteht, bei dem die ersten Punkte der Saison geholt werden sollen.

Der Trainer hat die letzten Tage ausgiebig dafür verwendet, seine anfänglichen Trainingswochen am Niederrhein sorgfältig vorzubereiten. Das berichtet „rp-online.de“. Das Freundschaftsspiel in Siegen lieferte ihm dafür direkt Anschauungsmaterial.

Blessin erwies sich als ein Beobachter, der sehr genau hinsieht. „Die ersten 25 Minuten waren, fand ich, sehr diszipliniert. Dann haben wir ein bisschen die Disziplin verloren“, lautete seine erste schnelle Einschätzung. Er kritisierte das Stellungsspiel und die mangelnde Struktur im Aufbau. Die Mitte sei auf einmal unbesetzt gewesen und die defensiven Mittelfeldspieler agierten auf einer Linie – für ihn ideales Material für die Videoanalyse, um der Mannschaft die Patzer vorzuführen.

Aber nicht allein die Abwehr stand auf seinem Zettel. Auch bei Ballbesitz erkannte Blessin noch viel Potenzial. Seine Mannschaft habe teilweise nicht schlau genug agiert. „Wenn wir uns einmal ausruhen, dann geht das nur im Ballbesitz. Den müssen wir dann aber etwas besser nutzen“, verlangte er.

Insbesondere die weiten Zuspiele durch das Zentrum waren ihm ein Gräuel. „Wir spielen teilweise aus dem Zentrum oder ins Zentrum hinein einen 30-Meter-Pass – für mich ist das ein prädestinierter Pressingball.“ Sein Rezept: Stattdessen lieber den Weg über die Flügel suchen, um für mehr Sicherheit zu sorgen und den Kontrahenten zu längeren Wegen zu nötigen.

Blessins Marschroute: „Da muss es teilweise knallen“

Für die nächste Zeit hat Blessin eine deutliche Marschroute. Die Trainingsbelastung wird stufenweise angehoben, um das Risiko von Muskelverletzungen gering zu halten. Der Schwerpunkt liegt dabei besonders auf Eins-gegen-eins- sowie Zwei-gegen-zwei-Duellen, um die Aggressivität im Zweikampf zu schärfen.

Doch es dreht sich nicht ausschließlich um Taktik und Kondition. Der neue Übungsleiter möchte vor allem den Mannschaftsgeist festigen und verlangt, dass dieser Gedanke „über allem steht“.

Auf dem Rasen darf es dabei auch mal ordentlich krachen. „Da muss es teilweise knallen, aber danach muss man sich wieder abklatschen“, ist sein Credo. Einen ersten Eindruck konnte er bei den Profis bereits hinterlassen. „Er macht einen energetischen Eindruck“, befand Torhüter Daniel Batz. Von Dienstag an wird sich erweisen, wie rasch dieser Funke auf das Team überspringt. (red)