Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.

Pulverfass Gladbach Warum Schröders Zukunfts-Plan auf der Kippe steht

Eugen Polanski und Rouven Schröder im Gespräch.

Eugen Polanski (l.) und Rouven Schröder im Gespräch.

Rouven Schröder (50) hat längst Alarm geschlagen. Nach dem 1:1 gegen Leverkusen wiederholte der Sport-Boss von Borussia Mönchengladbach seine düstere Prognose: „Die Situation war gefährlich, sie ist gefährlich und wird auch in zwei Wochen noch gefährlich sein.“

Schröders Zukunftsprojekt steht auf extrem wackeligen Füßen. Mit der Borussia versucht er einen heiklen Balanceakt: Während die Chefetage um Schröder ein komplett neues Fundament zusammengießt und eine erste Aufbruchstimmung spürbar ist, droht auf dem Rasen alles zu zerbrechen.

Rouven Schröder demonstriert neue, ehrgeizige Philosophie des Vereins

Das Team steckt tief in der Ergebniskrise, wartet seit fünf Partien auf einen Sieg und hat nur noch einen Drei-Punkte-Vorsprung auf den Relegationsplatz. Mit jedem Schritt näher an die Abstiegsränge wächst das Risiko, dass die großen Visionen wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen.

Im Winter krempelte Schröder den Kader radikal um: Elf Personalveränderungen gab es, eine solche Flut an Wechseln hat es seit dem Winter 2005 nicht mehr gegeben. Für die zweite Saisonhälfte konnte er so durch Verkäufe und Gehalts-Einsparungen immerhin rund 4,5 Millionen Euro freischaufeln.

Ein Batzen Geld, der allerdings erst für den nächsten Sommer zur Verfügung steht. Die geliehenen Talente Kota Takai (21/Tottenham), Hugo Bolin (22/Malmö) und Alejo Sarco (20/Leverkusen) sind dabei eher Wetten auf die Zukunft als Soforthilfen für den Abstiegskampf. Bei diesem Trio kam schon das neue Gehaltsmodell zum Einsatz, das auf geringere Fixgehälter und dafür höhere Boni für Leistung setzt. Genau dieses Prinzip möchte Schröder auch bei der großen Kader-Renovierung im Sommer etablieren.

Dass der Manager eine neue, mutige Denkweise verfolgt, wurde im Winter deutlich. Routiniers wie Edin Dzeko (39/Schalke) oder Sheraldo Becker (31/Mainz), die dem Klub angeboten wurden, bekamen eine Absage, wie „bild.de“ berichtete. Stattdessen demonstrierte Schröder mit dem Vorstoß, Ko Itakura (29) aus Amsterdam per Leihe zurückzuholen, die neue, ehrgeizige Philosophie des Vereins.

Auch abseits des Platzes wird kräftig umgebaut: Ab März übernimmt André Hechelmann (41), der bisherige Chefscout des FC Bayern, als neuer Direktor für den Scouting-Bereich und löst damit Vereins-Ikone Steffen Korell (54) ab. Seine Mission: die Abteilung zu modernisieren.

Finanziell sorgt die frische Partnerschaft mit dem Energiedienstleister Ista für einen Geldregen: Der Deal um die Namensrechte am Borussia-Park spült bis 2031 circa 20 Millionen Euro in die Kassen. Zudem gibt es eine neue Zusammenarbeit mit dem japanischen Rekordmeister Kashima Antlers, von der man sich Vorteile bei der internationalen Vermarktung und im Scouting erhofft. Sogar über eine Asien-Reise des Teams wird nachgedacht.

Doch damit all diese Zukunftsmusik überhaupt eine Chance hat, Realität zu werden, braucht es eines ganz dringend: sportlichen Erfolg auf dem Platz. Und genau der bleibt vorerst aus. Es kursiert die Angst, dass die Marktwerte der Top-Spieler bei anhaltender Talfahrt im Sommer in den Keller rauschen. Erschwerend kommt hinzu, dass bei Schlüsselspieler und Kapitän Tim Kleindienst (30) an eine baldige Rückkehr nicht zu denken ist.

Als wäre das nicht genug, bekommt die Club-Führung nun auch noch von einer anderen Seite Druck. Eine neu formierte Fan-Dachorganisation macht mit einem 10-Punkte-Papier mobil und nimmt die Verantwortlichen in die Zange. Zu den Forderungen gehört, dass Borussia sich klar gegen den Einstieg von Investoren und eine Lockerung der 50+1-Regel positioniert sowie für ein Ende des Videobeweises kämpft. Ein politisch extrem aufgeladenes Feld. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.