Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.

Sie sind offline und sehen daher eventuell veraltete Nachrichten.

Sie sind offline, bitte prüfen Sie Ihre Internetverbindung.

Daten konnten nicht für Offline-Nutzung gespeichert werden.

Daten wurden für Offline-Nutzung gespeichert.

Die von Ihnen aufgerufene Adressse ist leider nicht (mehr) verfügbar. Wir haben Sie daher auf unsere Homepage umgeleitet.

Eine neue Version von GladbachLIVE steht zur Verfügung:  ↻ Aktualisieren

Von

Hier kann Borussia zulegen 65 Punkte und immer noch Luft nach oben

Marco Rose steht vor seiner zweiten Saison mit Borussia Mönchengladbach.

Marco Rose steht vor seiner zweiten Saison mit Borussia Mönchengladbach.

Mönchengladbach - Borussia hat den großen Erfolg genossen und gefeiert: Platz vier, 65 Punkte. Doch Trainer Marco Rose (43) ist in seinem ersten Fohlen-Jahr nicht in den Verdacht geraten, es sich mit seiner Mannschaft schnell gemütlich zu machen. „Wir wissen, was wir verdient geschafft haben, haben uns nie kleingeredet. Trotzdem geht es nächste Saison wieder bei null los“, sagte er wenige Minuten nach dem Abpfiff der Saison 2019/20. Und weiter: „Wir dürfen nie zufrieden sein. Das wäre der falsche Ansatz.“

GladbachLIVE hat ein paar Bereiche herausgepickt, in denen die Fohlen tatsächlich noch Luft nach oben haben.

Torgefahr aus dem Mittelfeld

Christoph Kramer (29), Laszlo Bénes (22) und Tobias Strobl (30) trafen keinmal, Denis Zakaria (23) zweimal, Florian Neuhaus (23) viermal. Die letzten beiden waren auch als einzige Fohlen aus der Distanz erfolgreich: Zakaria gegen Frankfurt knapp vor der Strafraumgrenze, Neuhaus gegen Mainz aus 40 Metern. Spitzenreiter der Liga waren die Bayern und Leipzig mit jeweils 15 Weitschusstoren. Hier sind kommende Saison vor allem Borussias Mittelfeldspieler in der Pflicht, die Lücke zu verkleinern.

Comeback-Qualitäten

Sie waren nicht nur die Last-Minute-, sondern auch die Comeback-Fohlen. Zwei der ersten drei Siege in der Liga erkämpfte sich Gladbach nach Rückständen. Auf Mainz und Düsseldorf folgte im Saisonverlauf noch der Turnaround gegen Bayern und später wieder gegen Mainz. Nach dem 19. Spieltag bedeutete ein 0:1 jedoch in vier von vier Fällen eine Niederlage, wenngleich dreimal zwischenzeitlich noch der Ausgleich gelang.

Fokus bis zum Ende

Mit nur zwölf Gegentoren in den ersten 45 Minuten hatte Borussia die beste Bilanz der Liga. Dafür rappelte es in der Viertelstunde nach dem Seitenwechsel zu häufig: 13-mal, nur Augsburg war schlechter. Die 14 Gegentore in der Schlussviertelstunde plus Nachspielzeit deuten entweder auf ein Konzentrations- oder ein Konditionsproblem hin. So verlor Gladbach am Ende je zwei Punkte gegen Leipzig und Hoffenheim sowie je einen gegen Wolfsburg und Bayern. Hinzu kommen die späten Tiefschläge im DFB-Pokal gegen Dortmund und in der Europa League gegen Basaksehir.

Goldenes Händchen

Das ging ja gut los: Nach dem siebten Spieltag hatte Borussia schon vier Jokertore auf dem Konto, darunter ein spielentscheidendes in Mainz (Embolo) und einen Turnaround-Doppelpack gegen Düsseldorf (Thuram). Danach traf jedoch nur noch ein Einwechselspieler, nämlich Neuhaus am 19. Spieltag. Besonders im Endspurt fehlten Rose verletzungsbedingt die starken Alternativen von der Bank. Plea, Thuram, Embolo, Stindl, Herrmann, Wolf, Hofmann: Sind alle Kandidaten fit, hat der Trainer demnächst, je nach Aufstellung, mindestens deren drei in der Hinterhand.

Topspiel-Bilanz

Ohne die direkten Duelle gegen Dortmund und Leipzig wäre Gladbach Vizemeister geworden. Zwar sind die Fohlen das letzte Team, das die Bayern geschlagen hat. Die Topspiel-Bilanz hat dennoch Luft nach oben. Mit sieben Punkten aus acht Spielen belegt Borussia im Vergleich mit den ersten Fünf der Tabelle den letzten Platz. Kaum noch Steigerungspotenzial gibt es dagegen in den Duellen gegen die Kellerkinder: Aus zwölf Spielen gegen die unteren sechs Mannschaften holte der VfL 34 Punkte, ließ nur einmal gegen Bremen welche liegen.

Chancenverwertung

Bei „understat.com“ übertrifft Borussias Expected-Goals-Ausbeute die reale um 7,6 Tore, bei „FBref.com“ um 4,8. Damit sind die Fohlen das Spitzenteam der Liga, das am wenigsten aus seinen Möglichkeiten gemacht hat. Als Lucien-Favre-Mannschaft erweist sich der BVB als notorischer Überperformer: Dortmund schoss 25 Treffer mehr, als anhand der Möglichkeiten durchschnittlich zu erwarten gewesen wäre. Nicht nur in den direkten Duellen mit Schwarz-Gelb war für Gladbach mehr drin: Von allen Spielen, in denen Roses Team mindestens 0,5 Expected Goals mehr produzierte als der Gegner, spielte es dreimal Unentschieden und verlor fünf. Dagegen war der 2:1-Erfolg in Leverkusen Anfang November der einzige tendenziell unverdiente.

Weiße Weste

Die anderen vier Spitzenteams hielten alle mindestens zehnmal die Null, Gladbach dagegen nur siebenmal. Der letzte Auftritt gegen Hertha mit dem Gegentor in der Nachspielzeit war insofern typisch, blieb in diesem Fall aber ohne Folgen. Yann Sommer (31) dürfte es selbst wurmen, dass er im Jahr 2020 nur zweimal mit einer weißen Weste aus dem Spiel ging.