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Von Achim Müller

Seximus-Eklat Gladbach-Trainer bereut Macho-Spruch: „Dumm, unsportlich und diskriminierend“

Gladbachs U23-Trainer Heiko Vogel bei einem Regionalliga-Spiel am 20. März 2021 in Essen.

Gladbachs U23-Trainer Heiko Vogel, hier zu sehen am 20. März 2021 in Essen, hat sich zu den Diskriminierungsvorwürfen gegen seine Person geäußert. 

Mönchengladbach - Nächster Akt in der Diskriminierungs-Debatte um Fußballlehrer Heiko Vogel (45). Gladbachs Trainer der U23 (Regionalliga West) ist in die öffentliche Kritik geraten, weil er sich am 30. Januar, im Rahmen der Partie mit Bergisch Gladbach, gegenüber Schiedsrichter Marcel Benkhoff samt dessen Assistentinnen Vanessa Arlt und Nadine Westerhoff „unsportlich“ verhalten hat.

  • Gladbachs U23-Trainer Heiko Vogel äußert sich zu seinem Verhalten
  • Vogel hatte sich bei einem Regionalliga-Spiel verbal vergaloppiert in Richtung der Schiedsrichterinnen
  • Vogels Verhalten samt des Urteils des Westdeutschen Fußballverbandes zu diesem Vorfall haben eine bundesweite Diskriminierungs-Debatte ausgelöst

Vogel soll gesagt haben: „Frauen haben auf dem Fußballplatz einfach absolut nichts zu suchen.“

Heiko Vogel entschuldigt sich öffentlich bei Frauen und Mädchen

Gladbachs Trainer hat sich nun zu dem Vorfall erstmals öffentlich geäußert. Er sagt: „Ich bereue mein Verhalten sehr. Nach meinem Platzverweis habe ich in einem emotionalen Ausbruch gesagt, dass Frauen nicht auf den Fußballplatz gehören. Das war dumm, das war unsportlich und es war diskriminierend. Meine Aussage ist absolut nicht zu rechtfertigen und entspricht vor allem nicht meiner persönlichen Einstellung. Ich habe mich dafür bei den Beteiligten entschuldigt und ich möchte mich bei allen Fußball spielenden Frauen und Mädchen und bei allen Schiedsrichterinnen entschuldigen.“

Der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) hatte Vogel für sein Verhalten für zwei Regionalliga-Spiele gesperrt und eine Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro ausgesprochen. Die Diskriminierungs-Debatte ins Rollen gebracht hatte die Tatsache, dass Vogel vom Sportgericht des WDFV per Urteil auferlegt worden war, mehrere Trainingseinheiten im Frauen- bzw. Mädchenbereich zu leiten. Diese „Strafe” hat eine Sexismus-Diskussion über den Umgang mit Frauen im Fußball ausgelöst.

Der WDFV hat inzwischen mitgeteilt, das „Sportgericht-Urteil zur Überprüfung an das WDFV-Verbandsgericht“ zu übergeben.

Die Bundesliga- und Zweitliga-Fußballerinnen hatten am vergangenen Samstag (20. März) mit Bezug auf Gladbachs U23-Fußballtrainer Heiko Vogel (45) einen offenen Brief an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) geschickt.

DFB-Präsident Fritz Keller (63) fand nach einem Gespräch mit den Nationalspielerinnen Alexandra Popp (29) und Almuth Schult (30) am Dienstag (23. März 2021) klare Worte zum Verhalten des Fußballlehrers und dem anschließenden Verfahren. „Sie werden teilweise immer noch massiv strukturell benachteiligt. Das ist nicht akzeptabel. Die unmögliche Aussage und die darauffolgende unbegreifliche ,Strafe', das Training einer Frauenmannschaft zu leiten, sind nur Ausdruck im Fußball leider auch heute noch viel zu weit verbreiteter Denkmuster”, erklärte der Fußballfunktionär.

Dagegen sei wichtig, gemeinsam anzukämpfen. „Ich habe unseren Spielerinnen dabei meine volle Unterstützung zugesagt.”

Heiko Vogel sagt: „Ja, ich verstehe diese Kritik. So etwas als Strafe zu betiteln, sendet ein ganz falsches Zeichen. Es war nie in meinem Sinn, dies als Teil einer Strafe zu verstehen. Ich habe es vorgeschlagen, weil ich mich bei den Fußball spielenden Frauen und Mädchen bei Borussia entschuldigen wollte und weil ich ihnen zeigen wollte, dass ich den Frauenfußball wertschätze und auf der gleichen Ebene wie Männerfußball sehe. Leider ist das total falsch rübergekommen. Ich wollte nach meiner mündlichen Entschuldigung einfach auch Taten folgen lassen.“

Gladbach-Coach Vogel: „Mir wird das nie mehr passieren“

Gladbachs U23-Trainer betont weiter: „Ich möchte das wirklich gerne machen, weil es mir am Herzen liegt, dass ich mich bei den Frauen und Mädchen entschuldige. Und unter Fußballerinnen und Fußballern geht das am besten, wenn man gemeinsam auf dem Platz steht. Natürlich nur, wenn die Spielerinnen dies auch möchten.“

Er ergänzt: „In der mündlichen Verhandlung hat das Gericht zu erkennen gegeben, dass es mein Verhalten als diskriminierende Äußerung bewertet. Und das ist auch richtig so, denn mein Verhalten war nicht nur unsportlich, sondern auch diskriminierend. Nochmal: Ich bereue das sehr, mir wird das nie mehr passieren und ich möchte mich bei allen Menschen entschuldigen, die ich damit verletzt habe.“