Vom Abstellgleis zum HoffnungsträgerGladbach-Star nutzt die Krise für sein Comeback

Florian Neuhaus bejubelt mit seinen Mitspielern einen Treffer.

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Florian Neuhaus könnte wieder eine wichtige Rolle bei Gladbach übernehmen.

Vom Abstellgleis direkt in die Startelf: Flo Neuhaus ist zurück!

Was für ein Comeback für Florian Neuhaus! Nachdem der 29-Jährige fast die gesamte Rückrunde auf der Bank und den Saisonauftakt sogar von der Tribüne aus verfolgen musste, fand er sich gegen Mainz plötzlich in der Startformation wieder.

Und wie! Es vergingen nicht einmal elf Minuten, da lenkte er einen Schuss von Lukas Ullrich mit der rechten Innenseite entscheidend zum 1:0 ins Netz. Auch wenn die Fohlen am Ende einen weiteren „bitteren Nachmittag“ erlebten und eine 3:4-Niederlage kassierten, bewies Interimscoach Jan-Moritz Lichte mit seiner Entscheidung für die Nummer 10 ein goldenes Händchen.

Lichte: „Genau der Spieler, den wir brauchen“

Dabei standen die Vorzeichen für Neuhaus eigentlich auf Abschied. Im Sommer sollte der Mittelfeldmann, dessen Kontrakt nur noch ein Jahr Gültigkeit besitzt, den Klub idealerweise verlassen, um sein stattliches Gehalt einzusparen.

Beim Pokalmatch gegen Schott Mainz (5:0) fehlte er gänzlich im Aufgebot – Sportdirektor Rouven Schröder bezeichnete dies damals als unmissverständlichen „Fingerzeig“. Unter Eugen Polanski war Neuhaus ohnehin nicht mehr gefragt und kam in den letzten 14 Ligapartien der Spielzeit 2025/26 lediglich zu zwei kurzen Joker-Einsätzen. Das berichtet „Kicker“.

Doch nach dem desaströsen Start in die Saison ist in Gladbach keine Zeit mehr, um auf Vertragskonstellationen Rücksicht zu nehmen. Lichte, der für sein einziges Spiel als verantwortlicher Trainer freie Hand bei Personal und System erhielt, baute voll auf Neuhaus.

„Wir hatten das Gefühl, für die Situation, in der wir sind, und auch das System, das wir spielen wollten, ist er genau der Spieler, den wir auf dem Platz brauchen“, erläuterte Lichte seine Entscheidung.

Neuhaus zahlte dieses Vertrauen prompt zurück: Zusätzlich zu seinem Tor bereitete er vier weitere Torschüsse vor und trat in seinen 63 Minuten auf dem Feld als emotionaler Anführer auf – auch wenn sein Schubser gegen Stefan Posch etwas über das Ziel hinausschoss. Lichte zeigte sich dennoch „absolut zufrieden“.

Für Neuhaus bedeutet der Trainerwechsel eine gewaltige Chance, sich erneut ins Rampenlicht zu spielen und seinen Marktwert wieder zu erhöhen. Rouven Schröder unterstrich, die Rückkehr sei „keine Rolle rückwärts“ und sprach dem Profi ein Lob für seine Haltung aus: „Flo hat sich nie hängen lassen.“

Für den neuen Übungsleiter, bei dem es sich aller Voraussicht nach um Alexander Blessin handeln wird, zählt einzig die Performance auf dem Spielfeld. Schröder stellt klar, was nun Priorität hat: „Jeder, der dazu beiträgt, dass wir erfolgreich sind, ist einfach gefragt.“ Mit seiner Vorstellung gegen Mainz hat Neuhaus eindrucksvoll demonstriert, dass er genau das leisten kann. (red)