Elfer-Zoff und Standard-ChaosGladbach-Aktion wirft schlechtes Licht auf Mannschaftsgefüge

Gladbacher Streit vor der Ausführung des zweiten Elfmeters.

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Gladbacher Streit vor der Ausführung des zweiten Elfmeters.

Aktualisiert

Pleite gegen Mainz! Standards und Elfmeter-Zoff lassen bei Gladbach die Alarmglocken schrillen.

Schon wieder drei eigene Treffer erzielt und am Ende doch mit leeren Händen dagestanden! Für Borussia Mönchengladbach markiert die 3:4-Niederlage gegen den 1. FSV Mainz 05 einen schmerzhaften neuen Negativ-Rekord. In der gesamten Historie von 990 Bundesliga-Heimpartien ist es den Fohlen noch nie passiert, zwei Heimspiele nacheinander zu verlieren, obwohl sie jeweils dreimal ins Tor trafen.

Philipp Sander fand deutliche Worte für das Problem. Zur Flut an Gegentoren, die hauptsächlich aus Standardsituationen resultierte, sagte er: „Wenn der Ball im Spiel war, hat es sich nicht so schlecht angefühlt. Umso belastender ist es einfach, dass du, sobald du eine Ecke gegen dich bekommst, das Gefühl hast: Da brennt es lichterloh.“

Shuto Machino schnappt Kapitän den Ball weg

Die Verwundbarkeit bei ruhenden Bällen war alarmierend. Der Ausgleich zum 1:1 entstand nach einem weiten Einwurf, das 2:3 folgte auf eine kurz gespielte Ecke und das 2:4 fiel ebenfalls im Anschluss an einen Eckstoß. Bereits bei der 0:5-Demütigung in Freiburg hatte ein eigentlich zu verhinderndes Gegentor nach einer Ecke das Unheil eingeleitet. „Am Ende des Tages sind es bei Standards immer Kleinigkeiten, die entscheiden. Wir müssen in diesem kleinen Detail einfach besser und konsequenter werden“, mahnte Sander. Das berichtet „rp-online.de“.

Auch Torhüter Moritz Nicolas machte beim dritten Gegentreffer der Mainzer keine gute Figur, als er auf der Linie kleben blieb. Vor dem 2:4 konnte er zwar noch brillant parieren, der Abpraller fand aber trotzdem den Weg ins Tor. Sportchef Rouven Schröder bezeichnete diese Situation als „ein Stück weit Slapstick“, welche die momentane Verfassung „sehr deutlich“ aufzeige. Jan-Moritz Lichte lieferte seine Analyse des Problems: „Letztlich hat der Gegner zu oft ein Duell bei uns im Sechzehnmeterraum gewonnen. Wenn du diese Duelle verlierst, ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, dass du Gegentore bekommst“.

Allerdings zeigte die Borussia nicht nur in der Defensive, sondern auch in der Offensive Schwächen bei Standards. Symptomatisch für die derzeitige Lage des Vereins war, dass ausgerechnet Kevin Diks, in der vergangenen Spielzeit noch der treffsicherste Schütze vom Punkt, einen Strafstoß nur an den Pfosten setzte. Dieser Fehlschuss war jedoch nicht spielentscheidend, da das Team eine tolle Moral bewies und nur zwei Minuten darauf den Ausgleich erzielte.

Für deutlich mehr Diskussionen sorgte allerdings der zweite Elfmeter in der Nachspielzeit. Shuto Machino, der erst kurz zuvor eingewechselt wurde, griff sich die Kugel und ignorierte seinen Kapitän Diks eiskalt, obwohl es eine klare Rangfolge gab. Wael Mohya schubste Diks sogar noch in Richtung Punkt, aber Machino zeigte sich unbeeindruckt und verwandelte eiskalt. Die Verantwortlichen versuchten zwar, die Angelegenheit herunterzuspielen – Schröder sprach im Angesicht der anderen Baustellen von „ein kleineres Problem“ – doch die Aktion wirft ein schlechtes Licht auf das Mannschaftsgefüge. 

Es war zudem nicht das erste Mal, dass Machino sich derart verhielt. Bereits in der Vorbereitung lieferte er sich im Freundschaftsspiel in Velbert mit Joe Scally einen Disput um einen Elfmeter. Sein Drang, endlich wieder ein persönliches Erfolgserlebnis zu feiern, ist zwar verständlich, aber solche Alleingänge stellen eine Gefahr für den Teamzusammenhalt dar. Womöglich könnten die Borussen aber etwas von Machinos Entschlossenheit mitnehmen – und diese beim Verteidigen der nächsten gegnerischen Standardsituation an den Tag legen. (red)

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