Die Fohlen erleben einen Start zum Vergessen! Ein Idol des Vereins redet Tacheles.
Hamann spricht von „Selbstmitleid“Gladbach-Legende leidet nach historischem Absturz

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Lothar Matthäus macht sich große Sorgen um Gladbach.
Die Talfahrt von Borussia Mönchengladbach nimmt dramatische Züge an. Die 3:4-Schlappe gegen Mainz 05 besiegelt den katastrophalsten Saisonauftakt der gesamten Klub-Historie.
Ohne einen einzigen Zähler und mit einer furchtbaren Statistik von 16 kassierten Treffern – was einen Bundesliga-Negativrekord einstellt – findet sich die Borussia am Tabellenende wieder.
Didi Hamann: „Sie verfallen in Selbstmitleid“
Dieser Absturz lässt auch Lothar Matthäus nicht kalt. Der Rekordnationalspieler, der einst selbst fünf Jahre lang für die Borussia kickte, äußerte sich bei Sky sichtlich mitgenommen. Das berichtet „SPORT1“. Er bemängelte, dass zahlreiche Aspekte, die in der Sommerpause hätten korrigiert werden müssen, nach wie vor falsch angegangen werden. Das Resultat sei die logische Konsequenz: der letzte Platz in der Tabelle. Matthäus: „Das tut mir besonders weh.“
Dietmar Hamann rechnete mit dem Team ab. Sein vernichtendes Fazit lautete: „Ich habe das Gefühl, sie verfallen in Selbstmitleid.“ Dem 53-Jährigen fehlen Spieler, die vorangehen und eine bestimmte Haltung an den Tag legen. Nach seiner Einschätzung sind momentan zu viele Kicker „mit sich selbst beschäftigt“, was sie daran hindert, ihren Mitspielern unter die Arme zu greifen. Bei den Fohlen seien Führungsfiguren, die ihre Kollegen stärken, aktuell „Mangelware“.
Auch mit Interimscoach Jan-Moritz Lichte, der den geschassten Eugen Polanski an der Seitenlinie ersetzte, kam die Wende nicht. „Wieder vier Gegentore. Das wollten wir unbedingt verhindern“, beklagte sich Lichte auf DAZN und identifizierte insbesondere die Standardsituationen als den entscheidenden „Genickbruch“. Für Experte Tobias Schweinsteiger liegt die Ursache tiefer; er sprach von einer reinen „Qualitätsfrage“. Er hegt Zweifel, ob die Mannschaft die Fähigkeit hat, „das Tor maximal zu verteidigen“ – eine Schwäche, die bereits in den vergangenen drei Spielzeiten sichtbar wurde.
Unterdessen läuft die Suche nach einem neuen Chefcoach auf vollen Touren. Sportdirektor Rouven Schröder verkündete, man befinde sich auf einem „sehr guten Weg“. Es besteht schon eine mündliche Einigung. Die Verhandlungen fänden absolut diskret statt, sodass die Öffentlichkeit noch nichts mitbekommen habe. Dem Gerücht um eine Anstellung von Horst Steffen schob Schröder bei DAZN allerdings einen Riegel vor: „Ist für uns kein Thema.“
Matthäus hegt für seinen früheren Verein inzwischen nur noch bescheidene Wünsche. Er hofft auf einen Coach, „der einfach die Borussia drei Plätze höher bringt – auf den 15. Tabellenplatz.“ In Anbetracht des katastrophalen Auftakts, sowohl was die Zähler als auch die Performance angeht, sollte das nun die neue Zielsetzung für die Saison sein. (red)

