Gladbachs Krise erinnert stark an letztes Jahr. Damals war das Debüt von Eugen Polanski zumindest in einer Personalie ein richtig gutes Omen.
Déjà-vu am NiederrheinFrüher Trainerwechsel als gutes Omen für einen Gladbach-Profi?

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Jan-Moritz Lichte soll Gladbach als Interimstrainer für ein Spiel stabilisieren.
Bei Borussia Mönchengladbach wirkt die Situation gespenstisch vertraut. Ähnlich wie in der Vorsaison muss auch jetzt für das vierte Saisonspiel ein Übergangscoach ran. Damals hieß der Mann Eugen Polanski, dieses Mal hat Jan-Moritz Lichte am Samstag (15.30 Uhr) gegen den 1. FSV Mainz 05 das Sagen an der Seitenlinie.
Polanski stieg später zum Cheftrainer auf, wobei sein Einstand – ein 1:1 bei Bayer Leverkusen vor ziemlich genau einem Jahr – sicher geholfen hat. Doch dieser eine Punktgewinn brachte nicht die erhoffte große Wende, auch wenn er für einen kurzen Moment für einen Lichtblick sorgte.
Bei Lidberg hofft Gladbach auf den Tabakovic-Effekt
Welche Lehren lassen sich also aus Polanskis Debüt ziehen? Die Ausgangslage war damals nach dem 0:4 gegen Werder Bremen ähnlich verheerend wie heute. Polanski bewies Mut: Er wirbelte die Startelf auf vier Positionen durcheinander, was auch an fünf Ausfällen in der Offensive lag, und verpasste dem Team eine neue Taktik.
Statt des 4-2-3-1 entschied er sich für ein 3-4-2-1 mit einer Dreierkette. Dieser taktische Schachzug war ein wichtiger Grund für den späten Punktgewinn in Leverkusen, wurde aber keine dauerhafte Lösung. Schon nach dem irren 4:6 gegen Eintracht Frankfurt kehrte Polanski zur Viererkette zurück. Erst im Spätherbst fand die Fünferkette ihren festen Platz und verlieh der Mannschaft für kurze Zeit Stabilität.
Auf personeller Ebene gab es allerdings wichtige Erkenntnisse. Das berichtet die „Rheinische Post“. Yannik Engelhardt lieferte ein ordentliches Debüt in der Startelf auf der Doppelsechs. Vor allem aber zog Jens Castrop die Blicke auf sich, der nach einem schwachen Joker-Einsatz zuvor als Zehner überraschte und zeigte, dass er mit Rückschlägen umgehen kann. Seine Vielseitigkeit fehlt dem Team aktuell, der 23-Jährige muss mit einer Schulterverletzung aussetzen.
Und dann gab es da noch die Erlösung im Sturm! Haris Tabakovic netzte in der Nachspielzeit zum 1:1 ein – das war nicht nur das erste Saisontor der Borussia im vierten Spiel, sondern auch für den Leihstürmer eine persönliche Befreiung. Er wurde zum zuverlässigen Knipser und war am Ende entscheidend für den Klassenerhalt. Ein gutes Omen für Isac Lidberg, der am Samstag den gesperrten Tim Kleindienst vertreten wird?
Zum hoffnungsvollen Auftritt passte es auch, dass mit Charles Herrmann ein junger Bundesliga-Neuling die Vorlage zum Ausgleich lieferte. Zwar konnte sich Herrmann nicht dauerhaft durchsetzen, aber Polanski signalisierte damit, dass er den Weg des Vereins mitgeht und wieder stärker auf den eigenen Nachwuchs baut.
Doch der ganze positive Schwung war schnell wieder verflogen. Polanski konnte trotz eines kurzen Zwischenhochs die fundamentalen Schwächen nicht abstellen, die schon unter seinem Vorgänger Gerardo Seoane existierten. (red)

