Ein Coach für ein Spiel! Wer folgt auf Eugen Polanski?
Jan-Moritz LichteBorussias sechster Interimscoach – und doch ist alles anders

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Jan-Moritz Lichte betreut Borussia für ein Spiel als Interimscoach.
Die 0:5-Klatsche beim SC Freiburg brachte das Fass zum Überlaufen. Seit dem 13. September 2026 ist Eugen Polanski (40) nicht mehr der Trainer von Borussia Mönchengladbach.
Ziemlich genau ein Jahr zuvor war er als Interimslösung für Gerardo Seoane eingesprungen, bevor er im November zum Chef befördert wurde. Seine Bilanz nach 34 Bundesliga-Spielen: ein enttäuschender Punkteschnitt von 1,09.
Lichtes Ein-Spiel-Mission
Jetzt übernimmt Jan-Moritz Lichte (46) – allerdings nur für eine einzige Partie. Besonders brisant: Es geht gegen Mainz 05, seinen ehemaligen Klub, bei dem Sportchef Rouven Schröder ihn schon 2020 zum Cheftrainer machte und nach nur zwölf Spielen wieder entließ.
Eine dauerhafte Lösung ist Lichte am Niederrhein aber nicht. Der Verein wird definitiv einen externen Coach engagieren, egal wie das Spiel am Samstag ausgeht. Das berichtet „rp-online.de“.
In der Bundesliga-Historie der Borussia ist Lichte bereits der sechste Interimstrainer, aber seine Rolle ist speziell. Er ist nach André Schubert erst der zweite ohne eine Vergangenheit als Spieler bei den Fohlen. Und nach Christian Ziege, der im Oktober 2008 für ein Spiel (2:2 in Bochum) einsprang, ist er erst der zweite Trainer, der von vornherein nur als kurzfristige Aushilfe vorgesehen ist.
Für seine Vorgänger war dieser Job oft das große Karrieresprungbrett. Bernd Krauss, Horst Köppel, André Schubert und zuletzt sogar Polanski nutzten ihre Chance und stiegen vom Übergangs- zum Cheftrainer auf. Krauss holte 1995 den DFB-Pokal, Köppel feierte 2004 einen legendären 2:0-Sieg gegen Bayern München und Schubert führte die Fohlen nach einem katastrophalen Start 2015 noch in die Champions League. Ein Weg, der für Lichte dieses Mal versperrt ist.
Während Lichte die Mannschaft auf das Duell mit Mainz vorbereitet, läuft die Trainersuche auf Hochtouren. Die dreiwöchige Länderspielpause gibt dem Klub Zeit, es besteht kein akuter Druck. Spätestens zum Testspiel beim FC St. Pauli am 3. Oktober soll der neue Mann an der Seitenlinie stehen. Die Liste der gehandelten Namen ist lang und reicht von erfahrenen Bundesliga-Kennern bis hin zu internationalen Überraschungen.
Ganz oben auf der Liste der verfügbaren Trainer stehen Namen wie Ole Werner (38), der RB Leipzig in die Champions League führte, oder Horst Steffen (57), der in Elversberg für Furore sorgte und eine Gladbacher Vergangenheit hat. Auch Alexander Blessin (53), ein Absolvent der RB-Schule, und Christian Eichner (43), der lange Trainer des KSC war, werden gehandelt. Der emotionale Bo Henriksen, der Mainz 2024 rettete, könnte ebenfalls ein Thema sein.
Andere Kandidaten stehen noch bei anderen Vereinen unter Vertrag oder haben bereits abgewunken. Brian Priske (49) von Sparta Prag soll laut dänischen Medienberichten ein Thema gewesen sein, was aber dementiert wurde. Dietmar Kühbauer (55), der mit dem LASK in Österreich Erfolge feiert, hielt sich bedeckt. Eine klare Absage gab es bereits von Jens Wissing (Al-Ittihad), der einst selbst für die Fohlen spielte und den Rouven Schröder kontaktiert haben soll.
Auch im Netzwerk von Schröder finden sich interessante Namen. Danny Galm (40), den er aus Salzburger Zeiten kennt, oder Zsolt Löw, dessen Karriereweg dem von Schröder ähnelt. Beide bringen aber kaum Erfahrung als Cheftrainer im Profibereich mit. René Maric (34), einst Assistent unter Marco Rose und aktuell beim FC Bayern, gilt als Taktik-Genie, wäre aber ebenfalls ein Experiment – und genau das will der Klub eigentlich vermeiden.
Die Fans spekulieren derweil über große Namen wie Christian Streich (61) oder polarisierende Typen wie Steffen Baumgart. Doch Lösungen wie diese oder der Ex-Kölner Lukas Kwasniok gelten als höchst unwahrscheinlich. Die Trainersuche bei Borussia bleibt ein kompliziertes Puzzle, bei dem der nächste Schuss sitzen muss, um den freien Fall zu stoppen. (red)


