Nach dem Horror-Start hat eine Ikone einen klaren Wunsch für den Trainerposten bei Borussia Mönchengladbach.
Fohlen-Legende redet KlartextDieser Trainer soll Gladbach jetzt retten – Kritik am Kapitän

Copyright: IMAGO/Ulrich Hufnagel
Roel Brouwers auf der VIP-Tribüne im Borussia-Park. Er hat eine klare Trainer-Empfehlung für Gladbach.
Null Zähler aus drei Partien, dazu zwölf Gegentreffer – nach einem desaströsen Saisonbeginn herrscht bei Borussia Mönchengladbach Alarmstufe Rot.
Die Trennung von Coach Eugen Polanski stellte die erste einschneidende Reaktion dar. Roel Brouwers ist jemand, der solche Tiefpunkte am Niederrhein bestens kennt. Die Verteidiger-Ikone hat 2011 live miterlebt, wie Lucien Favre den Verein aus einer beinahe hoffnungslosen Position führte, und vertritt eine unmissverständliche Haltung zur aktuellen Krise.
Brouwers kritisiert Kleindienst
Für Brouwers steht fest, dass die Schuld für den Absturz nicht ausschließlich beim Trainer zu suchen ist. Er betrachtet Eugen Polanski als „ein bisschen das Opfer dieser Entwicklung“, wie er im Interview mit „SPORT1“ sagte. Die Spieler selbst müssten sich kritisch hinterfragen, welche Leistung sie geboten haben. Ein 3:4 nach einer 3:1-Führung gegen Elversberg sei ein absolutes No-Go, und die 0:5-Abreibung in Freiburg wäre inakzeptabel.
An Tim Kleindienst, der seine Mitspieler öffentlich scharf kritisiert hatte, richtet er ebenfalls eine unmissverständliche Nachricht: „Wenn du so etwas sagst und dann im nächsten Spiel selbst mit Gelb-Rot vom Platz fliegst, ist das natürlich nicht besonders gut getimt. Dann musst du dich natürlich auch hinterfragen. Tim ist ein guter Spieler, aber da muss er cleverer sein. Wenn du solche Dinge sagst, musst du auch die Mannschaft mitnehmen und darfst sie nicht durch eine Rote Karte zusätzlich benachteiligen.“
Die derzeitige Lage weckt bei dem 44-Jährigen Erinnerungen an die Spielzeit 2010/11. Damals hatte Lucien Favre die Borussia als Schlusslicht der Tabelle übernommen und eine spektakuläre Rettungsmission gestartet. Brouwers ist felsenfest davon überzeugt, dass der Coach aus der Schweiz auch in der jetzigen Situation die Idealbesetzung wäre. Sein Appell ist glasklar: „Wenn du Favre bekommen kannst, würde ich ihn immer holen. Wenn es geht, würde ich ihn direkt zurückholen.“
Brouwers ist sich allerdings auch der Gegebenheiten bewusst. Ein Comeback ist eher unwahrscheinlich, da Favre seinen Abschied aus dem Trainer-Business verkündet hat. „Ich glaube nicht, dass er es macht“, äußert sich der Niederländer. Für ihn ist dennoch eindeutig, dass im Anschluss an das Experiment mit Polanski ein Routinier an die Seitenlinie gehört, um einen neuen Impuls zu setzen.
Der gesamte Fokus richtet sich nun auf das bevorstehende Heimspiel gegen Mainz, welches Brouwers als eine Partie mit vorentscheidendem Charakter ansieht. „Da muss man jetzt gewinnen. Egal wie“, lautet seine Forderung. Ein knapper 1:0-Erfolg in den Schlussminuten wäre ihm absolut recht, solange die drei Zähler im Borussia-Park bleiben, um neues Selbstbewusstsein aufzubauen. Im Anschluss steht nach der Länderspielpause das hochemotionale Derby in Köln an.
Einen kleinen Hoffnungsschimmer liefert jedoch ein Blick in die Vergangenheit. Brouwers verweist auf die Saison 2015, in der Gladbach die anfänglichen fünf Partien verlor, Favre hinschmiss und André Schubert das Ruder übernahm. Er führte das Team am Ende noch auf den vierten Rang und in die Champions League. Dies belege, dass nach drei Spieltagen noch längst nicht alles entschieden ist. Es folgt aber auch eine Mahnung: Die Truppe benötigt dringend Punkte, denn „je länger du unten bleibst, desto schwieriger wird es.“ (red)

