„Immer drauf hingewiesen“Lienen legt bei Gladbach den Finger in die Wunde

Als TV-Experte am Spielfeldrand: Ewald Lienen.

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Ewald Lienen ist mit der Entwicklung bei Borussia Mönchengladbach nicht zufrieden und macht sich Sorgen um seinen Ex-Verein.

Ewald Lienen sieht die Lage bei Borussia Mönchengladbach nicht nur durch den jüngst vollzogenen Trainerwechsel kritisch.

Borussia Mönchengladbach liegt nicht nur tabellarisch am Boden. Der Horror-Start inklusive Trainerwechsel lähmt den Verein. Vorfreude und Aufbruchstimmung sind schon nach den ersten Saisonwochen der nackten Abstiegsangst gewichen.

Während mit der Trainersuche nun das akuteste der vielen Probleme am Borussia-Park in Angriff genommen wird, geht es längst nicht nur um den Hauptverantwortlichen in der Coaching-Zone. Der frühere Gladbach-Trainer Ewald Lienen (72) betonte erneut, dass die Probleme am Niederrhein tiefer liegen.

Lienen kritisiert Strukturen bei Borussia Mönchengladbach

In der neuesten Folge seines Podcasts „Der Sechzehner“ ging Lienen ausführlich auf seine Perspektive zur Lage in Gladbach ein. Ein grundlegendes Problem, das sich bereits durch die enttäuschenden vergangenen Spielzeiten gezogen habe, sei vor allem das Defensivverhalten gewesen.

„Du kannst als Trainer, wenn du neu hinzukommst, eingeschliffene Verhaltensweisen, die sich über Jahre hinweg bei Spielern vielleicht eingebrannt haben, nicht von heute auf morgen verändern“, sagte Lienen über die seiner Meinung nach anhaltenden Nachlässigkeiten in entscheidenden Momenten bei der Arbeit gegen den Ball: „Das ist einfach so. Ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass bestimmte Dinge einfach nicht gehen.“

Lienen sieht die defensive Schwäche, die sich mit zwölf Gegentoren an den ersten drei Spieltagen spektakulär offenbart hatte, vor allem als Folge eines kollektiven Versagens innerhalb der Defensiv-Abläufe.

„Wenn jeder fokussiert darauf ist, den Ball zurückzuerobern auf eine gemeinschaftliche Art und Weise, dann kannst du nicht drei, vier, fünf Gegentore kriegen jedes Mal“, betonte Lienen.

Polanski habe es nur kurz nach seiner Beförderung als Interimstrainer im vergangenen Jahr geschafft, den Defensiv-Fokus zu schärfen, ehe das Team wieder in alte Muster verfallen sei.

Auch die Strukturen um die Mannschaft herum seien in Gladbach alles andere als erfolgversprechend. „Das immer nur auf den Trainer zu schieben, ist mir zu kurz gedacht und das ist zu wenig“, so Lienen: „Die Historie der letzten Jahre hat das ein bisschen bestätigt. Gladbach ist ein Sorgenkind, Gladbach bleibt vermutlich auch noch ein bisschen ein Sorgenkind.“

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