Zwei frühere Gladbacher entwickeln sich für den Klub zur Horror-Vorstellung.
Gladbachs DilemmaWie zwei Abgänge Polanski ins Verderben stürzten

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Eugen Polanski ist bei Gladbach gescheitert.
Für Borussia Mönchengladbach ist es eine wirklich tragische Wendung des Schicksals. Ausgerechnet Yannik Engelhardt wird bei der 0:5-Klatsche gegen den SC Freiburg mit seinen allerersten Treffern in der Bundesliga zur Schreckensfigur für seinen früheren Verein.
Ein emotionaler Drahtseilakt für den Mittelfeldakteur, der im Vorjahr noch leihweise für die Borussia auflief. Er war bereits Zeuge, als nach einer 0:4-Niederlage gegen Werder Bremen die Ära von Gerardo Seoane zu Ende ging – jetzt haben seine Tore das Ende für Eugen Polanski eingeläutet.
Yannik Engelhardt: „Es schmerzt schon ein bisschen in meinem Herzen“
Sein Torjubel fiel gedämpft aus und nach der Partie äußerte er sein Bedauern: „Ich freue mich natürlich in erster Linie brutal über den Sieg und darüber, dass ich zwei Tore machen konnte. Aber es schmerzt schon ein bisschen in meinem Herzen, Borussia und die Fans so zu sehen.“
Engelhardt ist schon der zweite ehemalige defensive Mittelfeldspieler, der die Misere verschärft. Bereits zum Saisonauftakt netzte Rocco Reitz, sein Partner aus dem Vorjahr, beim 3:0-Erfolg von RB Leipzig gegen Gladbach ein. Die damalige Zentrale des Teams zerbrach aus wirtschaftlichen Zwängen: Für Reitz flossen 20 Millionen Euro, während die sieben Millionen Euro für Engelhardt für die Borussia nicht zu stemmen waren.
Durch den Weggang der beiden ist im Mittelfeld eine gewaltige Kluft entstanden, die als Quelle für die schockierende Labilität der Mannschaft gilt. Das Resultat sind zwölf Gegentreffer in lediglich drei Partien. Weder Philipp Sander noch Kevin Stöger schafften es, die Kontrolle im Maschinenraum zu übernehmen. Im Gegenteil: Ihre Ballverluste und ungenauen Zuspiele waren eine ständige Einladung für die Kontrahenten, wie sich bereits bei der Niederlage in Leipzig zeigte. Das berichtet „rp-online.de“.
Das Problem ließ sich auch in der Partie gegen Elversberg (3:4) nicht lösen, obwohl das Talent Mathieu Nguefack für Stöger zum Einsatz kam. Polanski gelang es schlichtweg nicht, eine wirksame Konstellation für die Position vor der Abwehr zu etablieren. Jetzt ist es die Aufgabe von Interimscoach Jan-Moritz Lichte, eine Antwort für das entscheidende Duell mit Mainz zu entwickeln.
Noch heikler wird die Lage durch die Ausfälle von Jens Castrop und Enzo Leopold, der sich einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Besonders Castrops Kämpferherz und seine Entschlossenheit werden schmerzlich vermisst. Sportdirektor Rouven Schröder hat damit eine Herkulesaufgabe vor sich: Es geht nicht nur um die Suche nach einem neuen Coach, sondern eventuell auch darum, den Spielermarkt nach einer Führungsfigur für das defensive Mittelfeld zu sondieren.
Der Nachfolger auf der Trainerbank übernimmt somit ein riesiges Problemfeld. Ko Itakura könnte eine Lösung aus den eigenen Reihen darstellen, doch eine Verschiebung des Japaners ins Zentrum war unter Polanski keine Überlegung wert.
Engelhardt jedenfalls hofft für seinen ehemaligen Klub „wirklich nur das Beste“. Damit diese Hoffnung Realität wird, braucht es eine umgehende Lösung für die Schwachstelle im Mittelfeld. (red)

