„War schon mehr Freude dabei“Ex-Borusse mit Geständnis und Mitgefühl für Gladbach

Ex-Borusse Yannik Engelhardt jubelt mit seinen Freiburger Teamkollegen..

Copyright: IMAGO / STEINSIEK.CH

Ex-Borusse Yannik Engelhardt jubelt mit seinen Freiburger Teamkollegen..

Zuerst trifft er doppelt ins Herz der Borussia, danach zeigt Mittelfeld-Abräumer Yannik Engelhardt Mitgefühl mit seinem Ex-Verein.

Was für eine verrückte Geschichte: Beim 5:0-Triumph von Freiburg gegen Borussia Mönchengladbach avancierte ausgerechnet Yannik Engelhardt (25) zum Mann des Spiels.

Der Mittelfeldakteur, der in der Vorsaison noch für die Fohlen auflief, war nur ausgeliehen. Eine feste Verpflichtung war für Gladbach nicht drin. Der SC Freiburg, sein Jugendverein, griff stattdessen zu und sicherte sich seine Dienste für eine Summe von sieben Millionen Euro.

Engelhardt über Gladbach-Krise: „Ich wünsche dem Verein nur das Beste“

Dass diese Investition goldrichtig war, stellte Engelhardt gegen seine ehemaligen Teamkameraden eindrucksvoll unter Beweis. Er markierte gleich zwei Treffer – eine Ausbeute, für die er im Gladbach-Dress zuvor 31 Partien benötigte.

Sein 1:0 fiel nach einem Eckball per Kopf. Dabei profitierte er von einem dicken Schnitzer von Torwart Moritz Nicolas (28) und der zögerlichen Abwehrarbeit von Hugo Bolin (23). Den Treffer zum 4:0-Zwischenstand hämmerte er aus 18 Metern mit dem linken Fuß ins Netz, nach Zuspiel von Matthias Ginter, einem weiteren Ex-Borussen.

Der Rechtsfuß zeigte sich selbst überrascht: „Dass ich einen Treffer per Kopf und den anderen mit links mache, hatte ich so vorher auch nicht auf dem Schirm.“ Das berichtet „bild.de“.

Doch nach seiner Top-Leistung war Engelhardt hin- und hergerissen und zeigte große Gefühle – auch für seinen früheren Verein. Bei seinem ersten Tor verzichtete er aus Respekt komplett auf einen Jubel. Beim zweiten Treffer brachen die Emotionen dann aber doch ein wenig durch, wie er gestand: „Bei meinem ersten Treffer habe ich extra nicht gejubelt, auch vor der Kurve. Aber es war mein erster Doppelpack in der Bundesliga, da war dann schon ein bisschen mehr Freude dabei.“

Er stellte klar, dass das Match kein Selbstläufer war: „Ich fand sie gar nicht so harmlos in der Anfangsphase.“ Die deutliche Niederlage für seine früheren Kollegen ging ihm sichtlich nahe. „Aber mir tut das schon ein bisschen weh für meine alten Mitspieler“, so Engelhardt.

Auch die Stimmung im Gästeblock entging ihm nicht: „Ich habe dann natürlich auch die Fans erlebt, wie sie fast sarkastisch waren.“

Zum Schluss richtete er noch einige aufmunternde Worte an die Borussia. „Ich wünsche dem Verein nur das Beste, habe Gladbach letztes Jahr wirklich lieben gelernt, auch wenn es eine schwierige Saison war“, offenbarte der Mittelfeldmann. Seine Hoffnung für die Elf vom Niederrhein: „Ich drücke ihnen die Daumen. Hoffentlich bekommen sie bald die Kurve.“ (red)

Rouven Schröder spricht mit Eugen Polanski. Im Hintergrund: Die Ersatzbank mit dem Vereinswappen des Wuppertaler SV.

Neuer Gladbach-Trainer Erste Namen diskutiert: Insider packt im „Doppelpass“ aus