Jan-Moritz LichteGladbachs Interimscoach: Darf er jetzt alles ändern?

Jan-Moritz Lichte lächelt in dunklem Shirt und Kappe

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Jan-Moritz Lichte lächelt in dunklem Shirt und Kappe.

Eine Partie, ein Auftrag! Kann Jan-Moritz Lichte das Ruder herumreißen?

Die Verantwortung bei Borussia Mönchengladbach liegt für exakt eine Partie bei Jan-Moritz Lichte. Er hat beim Match gegen Mainz 05 das Sagen am Spielfeldrand, eine temporäre Lösung mit einer gewaltigen Mission.

Eine feste Zusage für ihre Jobs haben er und sein Partner Markus Gellhaus aber: Die beiden Assistenztrainer, die im Sommer von Sportchef Rouven Schröder verpflichtet wurden, behalten ihre Posten auch beim Nachfolger auf dem Cheftrainerstuhl.

Schröder und Lichte – da war doch was?

Währenddessen wird fieberhaft ein Nachfolger für Eugen Polanski gesucht. Die Vorgaben sind dabei deutlich: Der künftige Trainer kann lediglich einen eigenen Assistenten zum Niederrhein mitnehmen, der den Platz von Tobias Trulsen einnimmt. Wer auf ein größeres Team besteht, fliegt sofort aus der Auswahl. Für die anstehende Partie sind die Rollen jedoch klar verteilt: Lichte agiert als alleiniger Hauptverantwortlicher, Gellhaus unterstützt ihn. Ein Führungsduo ist ausgeschlossen. Das berichtet „rp-online.de“.

Ein gewaltiger Druck liegt auf Lichtes Schultern. Seine Aufgabe ist es, die ersten Zähler der Spielzeit zu holen, damit die Fohlen endlich auf Kurs kommen. Die Begegnung mit Mainz ist womöglich eine entscheidende Partie für die Saison, weil ein Sieg dem kommenden Coach den Einstieg massiv vereinfachen und eine bessere Ausgangslage verschaffen würde.

Die Situation hat eine besondere Würze: Es war ausgerechnet in Mainz, wo Rouven Schröder Lichte bereits zum Cheftrainer befördert hatte. Diese Episode nahm kein gutes Ende. Am Schluss stand lediglich ein einziger Erfolg aus zwölf Spielen in der Bilanz, was zur Folge hatte, dass zuerst Schröder und danach Lichte ihre Posten räumen mussten. Jetzt wirkt die eine Partie gegen den früheren Verein beinahe wie ein Endspiel.

Die jüngste Vereinsgeschichte gibt den Anhängern der Fohlen jedoch Anlass zur Hoffnung. 2022 musste Christian Peintinger für Cheftrainer Adi Hütter einspringen, der wegen einer Corona-Infektion ausfiel. Die Bilanz: Peintinger holte in beiden Partien gegen Hertha BSC und in Bochum einen 2:0-Sieg. Einen ähnlichen Ausgang erhoffen sich nun alle am Niederrhein.

Doch wer ist dieser Mann, der nun für den Umschwung sorgen soll? André Schubert, der gemeinsam mit Lichte beim SC Paderborn und dem FC St. Pauli tätig war, charakterisierte ihn als „sachlich, aber absolut zielstrebig“ und als jemand, der „klar seine Meinung“ äußert. Lichte sammelte zudem bei Manchester Citys Akademie wertvolle Einblicke im Dialog mit den Assistenten von Star-Trainer Pep Guardiola. Man sagt ihm nach, analytisch und strategisch zu sein – Merkmale, die man im Gladbacher Spiel zuletzt bitter vermisste.

Für seine Aufgabe haben die Verantwortlichen bei Borussia Lichte mit einer speziellen Befugnis versehen. Er erhielt die Anweisung, im Hinblick auf die Mainz-Partie komplett ohne Scheuklappen zu agieren. Dieser „No-Limits-Ansatz“ bedeutet konkret: Die bisherige 4-2-3-1-Formation ist hinfällig, personelle Veränderungen sind denkbar und sogar zu erwarten. Er soll durch frische Impulse und eine veränderte Kommunikation die mentalen Fesseln der Mannschaft sprengen.

Möglicherweise greift er auf ein altes Erfolgsrezept zurück. Seinen einzigen Triumph als Mainzer Coach sicherte er sich im November 2020 just beim SC Freiburg durch einen 3:1-Sieg, erzielt in einer 3-4-1-2-Formation. Ein Name von damals dürfte bekannt vorkommen: Kevin Stöger, mittlerweile bei Borussia unter Vertrag, war Teil des Mainzer Kaders. Für seine taktische Wandlungsfähigkeit ist Lichte bekannt. Letztlich ist aber alles denkbar, denn bei den Fohlen gibt es nur ein Ziel: den ersten Sieg in dieser Saison. (red)

Roel Brouwers mit Frau auf der VIP-Tribüne im Borussia-Park. Im Hintergrund ist Eugen Polanski zu sehen.

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