Lichtes Aufstellung passt nichtGladbach-Boss rechnet nach Taktik-Experiment ab

Jan-Moritz Lichte zeigt mit dem Finger

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Bedient: Borussias Interimstrainer Jan-Moritz Lichte.

Aktualisiert

Neues Konzept, gleiches Elend! Die Borussia erlebt erneut ein Debakel.

Jan-Moritz Lichte erhielt von Sportchef Rouven Schröder für die Partie zu Hause gegen den 1. FSV Mainz 05 freie Hand – und er machte davon Gebrauch.

Der Trainer mischte das Team kräftig durch: Die Startelf-Rückkehr von Florian Neuhaus und das erste Spiel für Jan Leszczynski in einer frisch aufgestellten Dreier-Abwehrreihe waren die Folge. Der gewünschte Erfolg stellte sich aber nicht ein. Stattdessen gab es eine 3:4-Niederlage, die zweite Heimpleite in Folge mit diesem Resultat.

Bolins Position unter Lichte überrascht

Einige taktische Kniffe von Lichte sorgten für Verwunderung. Das berichtet „rp-online.de“. So spielte der bislang treffsicherste Akteur der Fohlen, Hugo Bolin, viel weiter hinten an der Seite von Philipp Sander, wohingegen Joe Scally beim Aufbau häufig in die Mitte des Feldes rückte.

Lichte selbst war der Meinung, die Strategie sei „über weite Strecken ordentlich umgesetzt“ worden und die Vorbereitung sei gut gewesen. Jedoch büßte Bolin auf dieser ungewohnten Position seine Torgefährlichkeit ein, und es zeigten sich Schwierigkeiten in der Koordination. 

Letztlich entschieden jedoch nicht die taktischen Manöver die Partie, sondern eine altbekannte Anfälligkeit. Die Borussia musste gleich drei Treffer nach ruhenden Bällen hinnehmen. Genau in dem Moment, als das Spielglück auf die Seite der Gladbacher zu kippen schien, schlug Mainz eiskalt zu. Nachdem Kevin Diks einen Handelfmeter vergeben hatte, bewies die Mannschaft Charakter, schaffte den 2:2-Ausgleich und versetzte die Arena in Ekstase.

Die Euphorie hielt allerdings nicht lange an. Sportchef Rouven Schröder bezeichnete den Ausgleichstreffer zwar als „unfassbar tollen Moment“, sparte aber im selben Atemzug nicht mit deutlicher Kritik. „Da müssen wir vielleicht sagen: ‚Dann nehmen wir das 2:2 eben mit‘, um endlich etwas Zählbares in der Hand zu haben“, meinte Schröder. Stattdessen passierten „unfassbar einfache Fehler – auch im Strafraum“, die der Mannschaft am Ende teuer zu stehen kamen und ihr „auf die Füße fallen“.

Lichte erkannte zwar die Entschlossenheit seines Teams, die Partie noch zu gewinnen, räumte aber auch ein: „Wenn man hier sitzt und wieder vier Gegentore bekommen hat, fällt es schwer, das am Ende noch schönzureden. Das will auch keiner.“ Die Entscheidung, ob seine taktischen Anpassungen beibehalten werden, obliegt nun dem künftigen Chefcoach.

Lichtes Einsatz als Interimstrainer ist somit misslungen. In Kürze wird er wieder die Position des Co-Trainers einnehmen und aus dieser Funktion heraus versuchen, beim Umschwung mitzuhelfen. (red)

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