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Von Achim Müller

GladbachLIVE-Analyse Erst Auszeit, dann Attacke: Das hat Manager Max Eberl mit Borussia vor

Max Eberl, Manager der Gladbacher Borussia, hier beim Bundesliga-Spiel in Frankfurt am 15. Dezember 2020, lächelt in die Kamera eines Fotografen.

Max Eberl, Manager der Gladbacher Borussia, hier beim Bundesliga-Spiel in Frankfurt am 15. Dezember 2020, hat sich langfristig zum VfL bekannt und nimmt sich im Januar eine Auszeit.

Mönchengladbach - Max Eberl nimmt eine Auszeit. Borussias Manager hat im Rahmen seiner Vertrags-Verlängerung bis 2026 mit Gladbachs Entscheidern eine Kreativ-Pause vereinbart. Vier Wochen nimmt Eberl sich im Januar 2021 raus, wird öffentlich nicht in Erscheinung treten. „Ich hatte in den vergangenen Jahren nie richtig Urlaub, jetzt ist es an der Zeit, mal die Pause zu nehmen“, sagt der 47-Jährige.

Borussia Mönchengladbach hat Manager Max Eberl Zusagen gemacht

Allerdings: Eberl wird nach unseren Informationen während dieser Zeit dennoch im Hintergrund bei den wichtigsten Entscheidungen rund um das Team Sport (O-Ton Präsident Rolf Königs) involviert sein. „Wer mich kennt, weiß, dass das Handy immer dabei ist. Ich bin nicht ganz aus der Welt.“

Eberl nimmt sich eine Auszeit. Nicht, weil er müde ist, sondern um weiter kreativ sein zu können. Eberl hat in Gladbach verlängert, um den Klub auf eine noch höhere Ebene zu managen. Was bedeutet das?

Ein Kandidat, der regelmäßig um die Europapokal-Plätze mitspielt, ist Gladbach bereits. Ein Verein, der regelmäßig in die Champions League einzieht, wie beispielsweise Leipzig oder Dortmund, ist der VfL noch nicht. Borussia will in diese Phalanx der Top-Klubs noch nachhaltiger vorstoßen.

Was zugleich beinhaltet: Neben allen guten Ideen samt deren fixe Umsetzung werden Gladbachs Entscheider aller Voraussicht nach Eberl einen größeren finanziellen Spielraum zur Verfügung stellen, um entsprechendes Personal rekrutieren und zugleich Leistungsträger noch länger halten zu können. Ohne allerdings wirtschaftliches Harakiri zu betreiben.

Dass Eberl verlängert hat, ist ein Indiz dafür, dass Präsident Rolf Königs (79) ihm versichert hat, dass es keine Stagnation bei Borussia geben soll. Dass in diesem Kontext Trainer Marco Rose (44) sich aktuell schwer damit tut, sich ebenfalls öffentlich nachhaltig zu bekennen, lähmt  im Borussia-Park in den obersten Führungsetagen offenbar niemanden.

Eberl sagt: „Das ist hier ein großartiger Weg. Ich habe mich entschieden, diesen weiterzugehen. Dieser Job macht mir große Freude, mit vielen Emotionen. Dieser Verein ist mehr als ein Job. Es ist eine Passion. Das ist ein Stück weit unser Baby geworden.“

Eberl sagt weiter: „Ich habe mir intensiv Gedanken gemacht in der Coronazeit. Ich habe mir einige Wochen Zeit genommen, um darüber nachzudenken. Mir ist relativ schnell signalisiert worden, dass dieser Klub noch nicht am Ende ist. Es gibt Visionen. Es gibt Gedanken. Es gibt Ideen, weiterzukommen. Und wenn es Möglichkeiten gibt, weiterzukommen, dann ist klar, dass ich diese Passion nicht verlieren möchte. Für mich ist das ein klares Statement.“

Sehen Sie hier die komplette Pressekonferenz von Borussia Mönchengladbach vor dem Pokalspiel in Elversberg: 

Eberl spricht unmissverständlich aus: „Ich wollte nicht verwalten, ich möchte weiterkommen.“ In die Tiefe zu gehen, die Ideen zu erläutern, das mag Eberl noch nicht. „Es ist nicht die Zeit, explizit darüber zu sprechen. Aber wir wollen diesen Klub weiter nach oben bringen und weiter stabilisieren. Wir wollen zeigen, wir sind kein kleiner Verein. Wir waren es nicht, aufgrund unserer Historie. Und auch aufgrund der Arbeit in den vergangenen 20 Jahre, speziell der letzten zehn Jahre, nicht. Wir können eindeutig sagen, dass Gladbach kein kleiner Verein mehr ist. Hier kann man richtig etwas gestalten.“

Klar ist offenbar: Einen weiteren starken Mann neben sich, wie Eberl es selber einmal thematisch angeschubst hatte, soll es nicht geben. Eberls engster Kreis um Scouting-Chef Steffen Korell (49) und Team-Manager Christofer Heimeroth (39) soll so bleiben, wie er ist.

Auf GladbachLIVE-Nachfrage betont Eberl: „Mit ist wichtig, dass wir immer eine gute Mannschaft haben. Dass wir uns auch in der Infrastruktur weiterentwickeln. Dieses Lizenz-Haus (Profileistungszentrum, Anm. d. Red.), welches wir vor Corona immer wieder im Kopf hatten, möchten wir hier gerne noch auf den Weg bringen. Ja, der Klub hat signalisiert, dass wir in den nächsten Jahren Wege gehen können.“ Eberl warnt zugleich: „Das Alles dürfen wir aber nicht über den Zaun brechen.“

Durchdekliniert bedeutet dies: Gladbach will sich nachhaltig zu einem Verein entwickeln, der auch mal wieder einen Titel gewinnen kann. Bereit sein, wenn andere Klubs schwächeln. Eberl: „Ja, ich habe Ehrgeiz. Der spiegelt sich nicht darin, dass ich zu einem Verein gehe, bei dem ich Meister werden kann. Sondern ich will mit einem Verein wie Borussia etwas Blechernes in den Händen halten. Der Klub hat mich überzeugt, mir Wege gezeigt, die er mit mir gehen möchte. Ich werde mich nicht zurücklehnen. Ich habe Ehrgeiz und Lust, mit Gladbach mal was zu gewinnen. Die Lust ist da, in die Phalanx der großen Vier weiter vorzustoßen. Dieser Ehrgeiz treibt mich an.“

Max Eberl packt in Mönchengladbach die „Mission Impossible“ an

In Sachen Entscheider-Personal setzt Gladbach dabei auf Kontinuität. Und zugleich auf Innovation und Weiterentwicklung. Dass es nichtsdestotrotz schwer werden dürfte, Gladbach noch weiter nach oben zu bringen und gar mal einen Pokal an den Niederrhein zu holen, weiß Eberl aber auch. Aber diesen Adrenalin-Kick, eine vermeintliche „Mission Impossible“ anzugehen, haben ihm Königs, Bonhof, Schippers und Co. offenbar nicht nur mit einer Gehaltserhöhung durch seinen neuen Kontrakt bis 2026 verabreicht.