Sieben Partien, sieben unterschiedliche Defensiv-Formationen: Bei den Fohlen stimmen die Abläufe nicht.
Verwirrung in der DefensiveGladbachs Dauer-Rotation wird zum Bumerang

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Kevin Diks war bislang die einzige wirkliche Konstante in der Startelf.
Ein Blick ins defensive Zentrum reicht völlig aus, um eine Problematik der aktuellen Situation bei Borussia Mönchengladbach zu verdeutlichen. Dort rotiert das Personal ununterbrochen.
Für mehr Sicherheit sorgt dieses Vorgehen keineswegs. Doch warum die ständigen Wechsel? Die Ursachen dafür sind vielfältig. Das berichtet rp-online.de.
Die massiven Probleme im Mittelfeld offenbarten sich gnadenlos beim zweiten Gegentor zum 1:2 im Duell mit der TSG Hoffenheim. „Beim zweiten Gegentor sind wir etwas planlos, was das Verteidigen anbelangt“, analysierte Trainer Alexander Blessin.
Endlose Rochaden: In der Hintermannschaft wächst nichts zusammen
Um die linke Verteidigungsseite noch irgendwie zu unterstützen, hetzte Zento Uno einmal komplett quer über das Spielfeld. Sein Kollege im Zentrum, Florian Neuhaus, wäre allerdings viel näher am Geschehen gewesen. Das Resultat: Neuhaus war gezwungen, im Rückwärtsgang ebenfalls einen diagonalen Sprint einzulegen – und verpasste den entscheidenden Moment zur Rettungstat. „Das ärgert mich, weil es schwierig ist, sich von solchen Nackenschlägen immer wieder zu erholen“, so Blessin.
Der frühere Gladbach-Profi und langjährige Bundesliga-Trainer Ewald Lienen zeigte sich im Podcast „Der Sechzehner“ schockiert. „Jedes einzelne Tor, jede einzelne Torchance konntest du analysieren, wo Leute fehlen, wo nicht genug Leute da sind, wo Leute im Rücken weglaufen“, beobachtet er. Von ungefähr kommen solche Missverständnisse auf dem Rasen allerdings kaum. Immerhin agierte das Gespann aus Uno und Neuhaus in dieser Begegnung zum allerersten Mal überhaupt als gemeinsames Sechser-Duo. Und auch in der Abwehrkette wird häufig getauscht.
In den bisher sieben absolvierten Pflichtspielen schickte der jeweilige Trainer Woche für Woche eine veränderte Abwehrreihe ins Rennen. Das bedeutet sieben unterschiedliche Besetzungen in Serie!
Auf der Position direkt davor herrscht ein ähnliches Tohuwabohu. Zwar durften Kevin Stöger und Philipp Sander zumindest dreimal gemeinsam von Beginn an ran, in einem Fall sogar zweimal nacheinander. Dennoch standen nach sieben Begegnungen zum jeweiligen Spielbeginn bereits fünf verschiedene Duos im defensiven Mittelfeld auf dem Platz. Ein Team, das in der Rückwärtsbewegung ohnehin extrem anfällig agiert, findet durch dieses ewige Wechselspiel schlichtweg kein Fundament.
Mitverantwortlich für das ständige Bäumchen-wechsle-dich in der letzten Reihe ist die System-Korrektur nach der Trennung von Ex-Coach Eugen Polanski. Die Viererkette, die man erst während der Sommerpause mühsam einstudiert hatte, wurde postwendend wieder eingemottet. Seither setzen die Gladbacher hinten erneut auf eine Dreierkette.
Verschärft wird die Misere durch enorme Ausfälle im Kader. Als einziger verlässlicher Dauerbrenner gilt momentan Kevin Diks – sämtliche Kollegen aus dem Abwehrzentrum fallen aktuell aus oder laborierten schon an Blessuren. Derzeit müssen Jan Leszczynski sowie Ko Itakura verletzungsbedingt zuschauen.
Zudem lieferte Defensiv-Allrounder Daiki Hashioka kürzlich beim Derby-Auftritt halbrechts hinten eine schwache Vorstellung ab, weshalb Blessin radikal umstellen musste. Seine Lösung: Sander rückte nach hinten in den Abwehrriegel, wodurch im Zentrum davor plötzlich die neue Kombination aus Neuhaus und Uno entstand.
Zuvor sorgte Blessin im Derby für Staunen, indem er Stöger kurzerhand komplett von der Kaderliste strich.

