Sechs Niederlagen am Stück, kein einziger Zähler – und jetzt soll Funkstille in der Gladbacher Kabine herrschen.
Schweigen in der KabineGrüppchenbildung statt Teamabende in der Gladbach-Krise

Copyright: IMAGO/STEINSIEK.CH
Wael Mohyas Ausgleichstor verpuffte gegen Hoffenheim schnell.
Bei Borussia ist es in der Krise mucksmäuschenstill geworden.
Nach der 1:2-Pleite gegen Hoffenheim gingen die Gladbach-Profis wortlos Richtung Umkleide. Wut über die erneute Niederlage war nicht hörbar zu vernehmen. Das berichtet „bild.de“.
Die Einstellung der Truppe gehört nach Ansicht der Bosse zu den dicksten Baustellen. Kein Widerstand, keine Leitwölfe, kaum noch Leben im Team.
Kabinen-Schweigen: Kein Anführer weit und breit
Wie unter dem Brennglas zeigte sich das Dilemma beim Duell mit Hoffenheim. Kein einziger Spieler riss auf dem Feld erkennbar das Ruder an sich. Selbst als Jungspund Wael Mohya (17) zwischendurch ausglich, kam kaum frischer Schwung auf.
Zur Halbzeit meldeten sich wenigstens ein paar Profis zu Wort. Den Ton geben aktuell die beiden Vizekapitäne Philipp Sander und Kevin Diks an, dazu Schlussmann Moritz Nicolas. Nach Spielende? Weitgehend Funkstille.
Nach Infos von „Sport Bild“ kam die Mannschaft zuletzt neben Übungseinheiten und Besprechungen kaum noch zusammen – die Enttäuschung sitzt tief. Zahlreiche Kicker machten sich nach dem Training oft ruckzuck vom Acker. Gemeinsame Abende im Team? Fehlanzeige. Stattdessen soll es eine Grüppchenbildung geben.
Verkracht sind die Spieler untereinander nicht. Der Haken: Viele Charaktere im Kader werden als zu still und zu nett eingeschätzt. Der neue Trainer Alexander Blessin setzt darauf, dass die „Starken aufstehen“. Doch angesichts der Abschiede von Führungsspielern wie Rocco Reitz, Nico Elvedi oder Haris Tabakovic und der ständigen Verletzungsprobleme von Kapitän Tim Kleindienst gibt es Zweifel, ob Gladbach genug Starke im Kader hat. (red)
