Acht Ausfälle, sechste Schlappe nacheinander: Gegen die TSG stürmte eine extrem junge Fohlen-Truppe und lief ins offene Messer.
Personal-Notstand bei BorussiaGladbachs Küken-Elf im Abstiegskampf in Not

Copyright: IMAGO/fohlenfoto
Bei Borussia Mönchengladbach waren am Wochenende viele junge Spieler aktiv.
Was für ein gewaltiger Engpass im Kader! Beim sonntäglichen 1:2-Dämpfer gegen die TSG Hoffenheims fielen bei der Borussia gleich acht etablierte Kräfte aus. Diesen massiven Substanzverlust vermochte das Schlusslicht überhaupt nicht aufzufangen. Das knallharte Fazit lautet: Im sechsten Anlauf der laufenden Spielzeit setzte es prompt den sechsten Rückschlag.
Sportdirektor Rouven Schröder (51) suchte nach dem Schlusspfiff erst gar nicht nach Ausreden: „Wir brauchen jetzt jeden. Im Endeffekt waren gegen Hoffenheim alle Jungen drin, die wir bringen konnten. Das zeigt ein Stück weit auch das Thema, das wir aktuell haben. Wir haben eine Situation, die ist nicht einfach und die sich keiner wünscht.“ Das berichtet „Bild“.
Borussia schickt den Nachwuchs ins Feuer
Chefcoach Alexander Blessin (53) beorderte im Duell mit den Kraichgauern eine Mannschaft auf das Spielfeld, die derart unerfahren auftrat wie seit Ewigkeiten nicht. Zusammengezählt erhielten 16 Akteure vom Niederrhein ihre Einsatzminuten.
Und wie hoch lag deren Altersdurchschnitt? Bei schlappen 24,85 Jahren! Am 6. Spieltag im deutschen Oberhaus boten lediglich zwei Vereine noch grünere Kader auf, nämlich der BVB (24,37) sowie der SC Paderborn (24,51). Das komplette Gegenteil präsentierten die Mainzer (28,95) und Schalke 04 (28,62), die mit geballter Routine aufliefen.
Dabei gab es gleich mehrere bemerkenswerte Einstandsmomente zu bestaunen. Als Joker feierte Iaia Manco Danfa (19) seine allererste Feuertaufe in Deutschlands höchster Spielklasse. Erstmals überhaupt durfte Zento Uno (22) im Oberhaus von Beginn an ran – wobei er sichtlich noch ordentlich dazulernen musste.
Zumindest für das aktuelle Spieljahr verbuchte Fabio Chiarodia (21) seine persönliche Startelf-Premiere. Obendrein wirbelten mit dem 17-jährigen Wael Mohya sowie Mathieu Nguefack (18) zwei blutjunge Rohdiamanten auf dem Platz. Mohya markierte dann immerhin auch das einzige Erfolgserlebnis für die Gladbacher.
Dennoch liegt eines klar auf der Hand: Trotz all ihrer tollen Anlagen benötigen diese blutjungen Borussen einfach Geduld, bis sie sich im rauen Profi-Geschäft vollends etabliert haben.
Das ist auch Nguefack absolut bewusst: „Die Bundesliga ist noch einmal anders – von der Intensität und der Geschwindigkeit des Spiels her. Alles geht viel schneller. Das betrifft nicht nur die Bewegungen der Spieler, sondern auch die Entscheidungen im Kopf. Gerade in den ersten beiden Spielen habe ich das deutlich gemerkt.“ (red)
