Rocco Reitz trifft gegen „seine“ Gladbacher, Christopher Nkunku glänzt: Leipzig startet beim Demichelis-Debüt standesgemäß.
Zunge raus nach Leipzig-TorGladbach-Fans toben wegen Reitz-Jubel: „Schäm dich“

Copyright: IMAGO/DeFodi Images
Rocco Reitz feierte sein Tor für RB Leipzig gegen Borussia Mönchengladbach mit rausgestreckter Zunge.
Nach dem für ihn so besonderen Spiel klatschte Rocco Reitz lächelnd mit Leipzigs Trainer-Debütanten Martin Demichelis ab, dann plauschte er ein wenig mit seinen Ex-Kollegen: Nach seinem Tor-Debüt ausgerechnet gegen seine alte Liebe Borussia Mönchengladbach war der RB-Neuzugang wenig überraschend bestens gelaunt.
Auch die lauten Pfiffe der Gladbach-Fans ließen den 24-Jährigen nach dem klaren 3:0 (1:0) zum Saisonstart zumindest äußerlich kalt. Doch nicht nur im Stadion wurde deutlich, dass Reitz beim Anhang keinerlei Sympathien mehr besitzt.
Reitz-Jubel reißt bei Gladbach-Fans alte Wunden auf
„Das war für mich ein sehr besonderes Spiel“, sagte Reitz bei Sky: „In der ersten Sekunde gehen mit dir die Emotionen durch. Aber dann habe ich aus Respekt versucht, meine Emotionen in den Griff zu kriegen.“ In der ARD sagte er: „Es ist immer noch viel Respekt von meiner Seite, deshalb gingen die Arme hoch.“
Reitz ist seit Geburt Borussia-Mitglied, im Sommer hatte er den Klub nach 17 Jahren verlassen. Beim Tor hatte er sich bemüht gezeigt, sich zurückzuhalten, die kurzzeitig erkennbare Geste mit rausgestreckter Zunge bot aber neuen Zündstoff bei seinen früheren Verehrern.
In den sozialen Netzwerken hagelte es scharfe Kritik an Reitz. „Schäm dich“, schrieb ein Fan beim Kurznachrichtendienst X. „Reitz kann ruhig jubeln, weil Hände hoch, aber dann die Zunge rausstrecken, ist es dann auch nicht“, schrieb eine Anhängerin, die dem Ex-Gladbacher Scheinheiligkeit unterstellte. In zahlreichen Kommentaren hagelte es auch wüste Beleidigungen.
Bei Instagram schrieb ein Fan: „Ich will nicht beleidigen aber gegen den Verein zu jubeln, der dir den Weg zum Profi ermöglicht hat und bei dem du als Kind in der Kurve standest, ist einfach beschämend.“ Manch einer versuchte Reitz allerdings auch vor der Kritik in Schutz zu nehmen. „Jeder, der Rocco als Verräter beschimpft, sollte sich mal wirklich selbst hinterfragen“, lautete ein Instagram-Kommentar.
Schon weit vor dem Spiel war klar gewesen, dass Reitz zum Auftakt seiner Zeit in Leipzig direkt im Mittelpunkt stehen würde. Seit sein Wechsel zu RB festgestanden hatte, hatten sich Teile des Gladbacher Anhangs von ihm abgewandt, schließlich gilt der Brause-Klub vielen als ähnlich großes Feindbild wie Rhein-Rivale 1. FC Köln. (bc/sid)
