Einer explodiert, einer in der SackgasseDas wurde aus Gladbachs „Class of 2024“

Niklas Swider, Charles Herrmann, Winsley Boteli und Kilian Sauck gehen am 13. Juli 2024 zusammen auf den Übungsplatz.

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Niklas Swider, Charles Herrmann, Winsley Boteli und Kilian Sauck gehen am 13. Juli 2024 zusammen auf den Übungsplatz.

Vier Nachwuchshoffnungen, vier komplett unterschiedliche Schicksale.

Eine Aufnahme vom 13. Juli 2024 hält einen Moment fest: Niklas Swider, Charles Herrmann, Winsley Boteli und Kilian Sauck zusammen auf dem Übungsplatz. Als „Class of 2024“ bekam die Gruppe unter Trainer Gerardo Seoane die Gelegenheit, sich im Sommer bei den Profis zu beweisen.

Die Hoffnungen waren gigantisch, denn alle galten als große Verheißungen für die Bundesliga-Zukunft von Borussia Mönchengladbach. Doch zu diesem Zeitpunkt konnte niemand erahnen, wie dramatisch verschieden ihre Laufbahnen in den nachfolgenden zwei Jahren verlaufen würden.

Aus dem Quartett gelang einzig Charles Herrmann der Sprung zu einem Einsatz bei den Profis der Fohlen. Er legte im September 2025 unter Eugen Polanski bei Bayer 04 Leverkusen auf Anhieb den Treffer zum 1:1-Ausgleich auf. Doch sein Weg geriet ins Stocken: Nach einem Transfer im Winter zum belgischen Erstligisten Cercle Brügge und lediglich vier Kurzeinsätzen setzten ihn eine Knöchel- und eine Muskelverletzung außer Gefecht.

Niklas Swider sucht sein Glück in Köln, Winsley Boteli geht durch die Decke

Ein ähnliches Schicksal ereilte Niklas Swider, den das Verletzungspech hart traf. Eine hartnäckige Wadenverletzung und das Pfeiffersche Drüsenfieber warfen ihn zurück. Momentan versucht er bei Viktoria Köln als Leihspieler wieder Fuß zu fassen, wo er im Duell des DFB-Pokals mit dem 1. FC Nürnberg nach 120 Minuten einen entscheidenden Elfmeter vergab. Das berichtet „rp-online.de“.

Der Traum von der Profi-Laufbahn ist für Kilian Sauck fürs Erste geplatzt und hat sich in eine schwere Zeit verkehrt. Der 19-Jährige ging im Winter zu Fortuna Düsseldorf. Dort soll er zwar zu den Spitzenverdienern im Kader der dritten Liga zählen, ist sportlich aber völlig auf dem Abstellgleis. Die Fortuna will den Offensivmann am liebsten sofort in diesem Transferfenster abgeben, doch potenzielle Abnehmer halten sich stark zurück. Eine üble Zwickmühle für Sauck, dem eine ganze Saison auf der Tribüne droht.

Einen komplett gegensätzlichen Weg schlägt Winsley Boteli ein. Seine Laufbahn ist seit der Leihe zum FC Sion im Vorjahr regelrecht durch die Decke gegangen. Die Schweizer machten von der Kaufoption über 3,5 Millionen Euro Gebrauch, und die Borussia hat sich eine Weiterverkaufsbeteiligung von zehn Prozent gesichert.

Mit einer Bilanz von neun Treffern in den ersten neun Pflichtspielen legte der Schweizer U21-Nationalspieler einen Traumstart in die Saison hin. Sein Marktwert von fünf Millionen Euro wird sich voraussichtlich bald verdoppeln. Selbst die 3:5-Niederlage bei Ajax Amsterdam konnte er mit einem Hattrick persönlich vergolden. Sein kühner Plan, die Fohlen für mehr Einsatzzeit zu verlassen, ging perfekt auf.

Die verschiedenen Entwicklungen der „Class of 2024“ sind eine wichtige Lektion für die nachfolgenden Talente wie Mathieu Nguefack, Fritz Fleck und Iaia Manco Danfa. Die Geschichten ihrer Vorgänger verdeutlichen, wie schnell Verletzungen, Formtiefs, Ungeduld oder die Konkurrenz einen Karriereweg zunichtemachen können.

Als strahlendes Gegenbeispiel dient Wael Mohya, dem im vergangenen Jahr der direkte Durchbruch von der Jugend zu den Profis gelang. Sein Werdegang zeigt aber auch, wie selten ein so reibungsloser Aufstieg wirklich ist. (red)

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