„Die Mannschaft lebt“Gladbach klammert sich an das Werder-Beispiel

Rouven Schröder am Spielfeldrand im Stadion

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Rouven Schröder will von einem Genickbruch nichts wissen.

Nach der 1:3-Pleite beim HSV wird es düster für die Fohlen. Doch Schröder glaubt nicht an einen entscheidenden Nackenschlag.

Ein Blick auf das Tableau sorgt für blankes Entsetzen. Ganze acht Zähler liegt Borussia Mönchengladbach nach der 1:3-Pleite gegen den Hamburger SV nun schon hinter dem Nord-Klub zurück – und der steckt im deutschen Oberhaus ja eigentlich selbst mitten im Überlebenskampf.

Während die Rothosen immerhin ein Dutzend Punkte auf dem Konto haben, klebt die Fohlenelf bei mickrigen vier Zählern fest. Wenig überraschend fand Sportchef Rouven Schröder deutliche Worte und stufte den Auftritt als „maximal frustrierend“ ein. Das berichtet rp-online.de.

Verrückte Buden und ein bitterer Platzverweis

Speziell das Zustandekommen der Niederlage tut weh. Schließlich hätte man aus dieser Begegnung laut Schröder „viel, viel mehr“ herausholen können. Unterm Strich stand die Mannschaft jedoch erneut mit völlig leeren Händen da.

Diese Statistik ist einfach nur irre: Als Miro Muheim die Hausherren mit 1:0 in Führung schoss, lag die berechnete Torwahrscheinlichkeit bei lächerlichen 1,9 Prozent. Im gesamten bisherigen Saisonverlauf fiel im Oberhaus kein einziger Treffer, der noch abwegiger war! Doch damit nicht genug. Der dritte Gegentreffer durch Albert Grönbaek belegt in dieser kuriosen Auswertung den dritten Rang. Auf gut Deutsch: Den Fohlen fliegen momentan Bälle um die Ohren, die unter normalen Umständen niemals im Netz zappeln.

Perfekt ins Bild fügt sich da der Platzverweis, der die personellen Optionen der Gäste wohl final ruinierte. Coach Alexander Blessin baute fest darauf, dass ein Routinier wie Ko Itakura auch mit Gelb vorbelastet noch eine Viertelstunde schadlos übersteht. Diese Rechnung ging allerdings überhaupt nicht auf.

Der Verein befindet sich längst in einer Abwärtsspirale, die selbst minimale Lichtblicke sofort wieder im Keim erstickt. Wer dann noch auf das kommende Restprogramm schaut, bekommt erst recht Bauchschmerzen: Als nächstes kreuzen Dortmund, Bremen, Leverkusen sowie Frankfurt den Weg.

Allerdings keimt vielleicht gerade in dieser totalen Ausweglosigkeit ein neuer Funke auf. Immerhin hätte vor dem Gastspiel in Stuttgart auch niemand ernsthaft auf einen Gladbacher Coup gewettet. Dort trotzte man jedoch diversen Widerständen und entführte am Ende einen 3:2-Erfolg. Der glänzend aufgelegte Schlussmann Daniel Batz gibt deshalb die Marschroute vor: „Wir müssen an uns glauben, das ist das Einzige, das zählt.“

Nach den vier Zählern zuvor sowie dem Weiterkommen im DFB-Pokal wertet Rouven Schröder den jüngsten Dämpfer keineswegs als Genickbruch. „Ergebnistechnisch ja, aber es wird nichts mit der Mannschaft machen. Man hat gesehen, dass die Jungs an sich glauben und sich aufbäumen, das war vor einigen Wochen noch ganz anders. Die Mannschaft lebt“, machte Schröder deutlich.

Ein historisches Vorbild für eine Aufholjagd liefert ausgerechnet einer der kommenden Gegner: Werder Bremen schaffte in der Vergangenheit bereits aus einer ähnlich aussichtslosen Lage noch das große Wunder Klassenerhalt. Allerdings sind die Hanseaten auch das einzige Beispiel für Mannschaften, die mit nur vier Punkten nach neun Spielen noch den Klassenerhalt schafften.