Notiz mit deutlicher AnsageGladbachs neuer Stürmer spricht über sein Zettel-Versprechen

Gladbachs Isac Lidberg jubelt mit Shuto Machino über einen Treffer.

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Isac Lidberg zeigt sich in Gladbachs Vorbereitung treffsicher. 

Der neue Hoffnungsträger im Gladbach-Sturm spricht über seinen irren Jugend-Plan.

Isac Lidberg ist der Mann, auf dem die neuen Hoffnungen im Angriff von Borussia Mönchengladbach ruhen. Mit einer starken Bilanz von 32 Treffern in 64 Pflichtspielen für Darmstadt aus der zweiten Liga kommt der 27-jährige Schwede an den Niederrhein, um bei der Fohlenelf voll anzugreifen.

Auch eine harte und lange Trainingseinheit am Vormittag am Tegernsee kann ihm die Laune nicht verderben. Seine ersten Eindrücke vom neuen Verein sind absolut super: „Seit meiner Ankunft waren alle – im ganzen Verein – unglaublich freundlich zu mir. Die Mannschaft hat es mir leicht gemacht, mich schnell in der Gruppe zu integrieren.“ Das berichtet der „Kicker“.

„Das fand ich damals unglaublich cool“

Seine Trikotnummer, die 3, sorgt sofort für Gesprächsstoff – für einen Angreifer ist das extrem untypisch! Die merkwürdige Entscheidung begründet Lidberg so: „So viele klassische Offensivnummern waren ja nicht mehr frei. Und ich mag die Nummer 3. Man sagt ja: Aller guten Dinge sind drei!“

Eine spezielle Beziehung zu dieser Ziffer hat er wegen Ghanas einstigem Top-Angreifer Asamoah Gyan, den er als Junge bei einer WM feierte. „Er hat mit der 3 auf dem Rücken viele Tore erzielt, das fand ich damals unglaublich cool“, blickt er zurück.

Diese Geschichte aus der Kindheit passt perfekt zu einem weiteren Traum, der jetzt mit Verspätung wahr wird. Mit zehn Jahren pinnte er in der Schule eine Notiz an seinen Spind, die eine deutliche Botschaft hatte: „Mit 16 spiele ich Bundesliga!“ Das funktionierte zwar nicht ganz pünktlich, aber er ist mächtig stolz, sein Ziel nie aufgegeben zu haben. 

Der Schwede möchte sich kein festes Ziel für die Saison setzen, was die Anzahl der Tore angeht. „Da ticke ich anders. Ich glaube nicht, dass mir das hilft“, sagt er. Sein Vorhaben: gesund bleiben, so oft wie möglich spielen und seine Jobs auf dem Feld erledigen, denn dann „kommen die Tore meist von allein.“

Seine Art zu spielen zeichnet sich durch enormen Willen aus, den er schon bei seinem Idol von früher, Mario Gomez, toll fand. „Er hat konstant getroffen und gleichzeitig sehr hart für die Mannschaft gearbeitet“, sagt Lidberg über die einstige Bundesliga-Größe. Er selbst sieht sich als Angreifer, der „immer 100 Prozent gibt“, oft in die Tiefe startet und aggressiv anläuft, um der Mannschaft zu nützen.

Dieser krasse Ehrgeiz hat einen Grund. Martin, Lidbergs Vater, war im Ringen Welt- und Europameister und war dreimal bei Olympia dabei. Eine solche Sportlerfamilie hat ihn massiv beeinflusst. „Man lernt automatisch, was harte Arbeit und Disziplin bedeuten“, erläutert der Angreifer. Er folgte anfangs sogar dem Weg seines Vaters und war als Junge ein super erfolgreicher Ringer, der kaum einen Kampf verlor. Im Alter von elf Jahren war dann Schluss damit, da seine Kumpels kickten und es ihm „einfach mehr Spaß“ machte. Sein Vater war aber alles andere als sauer, denn das Wichtigste für ihn war das Glück seines Sohnes.

Vom Ringen profitiert er bis heute, vor allem bei Balance, Körperkontrolle und Explosivität. Sein Vater ist auch heute noch ein wichtiger Anker, der nach jedem Spiel anruft und mentale Unterstützung leistet. „Nach unseren Gesprächen habe ich sofort wieder ein gutes Gefühl“, verrät Lidberg.

Eine enge Verbindung pflegt er auch zu Arsenal-Star Viktor Gyökeres, einem seiner besten Freunde seit Schultagen. Bei Borussia trifft er auf Kapitän Tim Kleindienst, sieht die Situation aber entspannt und nicht als Konkurrenzkampf. „Tim ist ein hervorragender Spieler und ein guter Freund“, stellt er klar. Ob als alleinige Spitze oder im Duo – Lidberg ist flexibel und will einfach nur gemeinsam mit dem Team erfolgreich sein.

Der Sprung in die Bundesliga ist für den 27-Jährigen die Erfüllung eines Traums, auch wenn der Weg dorthin länger dauerte als auf dem Zettel am Spind geplant. „Jeder hat auch seinen eigenen Weg. Für mich war es offenbar so vorgesehen“, sagt er.

Die zwei Jahre in Darmstadt waren für ihn ein „Glücksgriff“, da der deutsche Fußball perfekt zu seiner Spielweise passt. Nun fühlt er sich „definitiv“ bereit für die Bundesliga und kann es kaum erwarten, dass die Saison beginnt. Mit starken Leistungen bei den Fohlen will er sich auch wieder für die schwedische Nationalmannschaft empfehlen. (red)

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