Neun Profis passen bereits: Nun bricht den Fohlen auch die wichtigste Säule weg. Droht die historische Blamage?
Zehnter Ausfall bei GladbachSchock vor Stuttgart – Blessin fehlt auch noch sein Kapitän

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Enttäuschter Kevin Diks auf dem Spielfeld im Regen.
Am Niederrhein klebt den Verantwortlichen derzeit das Pech an den Schuhen! Wenn Borussia Mönchengladbach am Freitagabend (20.30 Uhr, live auf Sky) beim VfB Stuttgart gastiert, steht Kevin Diks (30) nicht zur Verfügung.
Ausgerechnet beim Duell mit dem Heimatverein von Trainer Alexander Blessin (53) muss der stellvertretende Spielführer passen. Weil Tim Kleindienst (31) wegen eines Muskelfaserrisses pausiert, führte Diks die Mannschaft jüngst sogar als Kapitän aufs Feld.
Wer riegelt den Laden hinten ab?
Ein kleiner Lichtblick bleibt jedoch: Eine körperliche Blessur liegt bei Diks nicht vor. Private Angelegenheiten zwingen ihn zur Pause. Das unterscheidet seine Situation von den neun weiteren Vereinskollegen, die allesamt im Lazarett liegen. Auf Nachfrage bestätigten die Verantwortlichen der Fohlen, dass keine gesundheitlichen Probleme der Grund für den Verzicht sind.
Nähere Details zu den Hintergründen behielt der Klub allerdings für sich. Immerhin besteht berechtigte Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr: Beim Pokal-Auftritt am Dienstag gegen Karlsruhe (20.45 Uhr, live auf Sky) wird der Abwehrchef voraussichtlich zurückkehren. Das berichtet „bild.de“.
Vor der schweren Aufgabe bei den Schwaben spendet das jedoch kaum Trost. Dem aktuellen Schlusslicht der Tabelle winkt dort nämlich ein dramatischer Negativ-Rekord. In der gesamten Geschichte des deutschen Oberhauses ist noch kein einziger Verein mit sieben Pleiten am Stück in eine Spielzeit gestartet. Selbst mit den bisherigen neun Lazarett-Fällen glich die Abwehr dieser drohenden Schmach einer Mammutaufgabe. Nachdem nun auch noch Diks wegbricht, benötigen die Rheinländer beinahe übernatürliche Kräfte.
Damit das Punktekonto nicht länger bei null Zählern verharrt, ist Blessins ganzer Einfallsreichtum gefragt. Vor allem die hinterste Reihe bereitet ihm enormes Kopfzerbrechen. Durch den Muskelfaserriss von Ko Itakura (29) sowie die Knieprobleme bei Jan Leszczynski (19) fallen in der Mitte zwei zusätzliche Korsettstangen weg.
Extrem bitter: Aus dem Quartett der gelernten Zentrum-Verteidiger steht einzig und allein Fabio Chiarodia (21) bereit. Für den Übungsleiter gibt es daher bloß zwei Optionen. Entweder kippt er sein gewohntes System mit drei zentralen Abwehrspielern komplett. Oder aber er beordert zwei Akteure ins Abwehrzentrum, die normalerweise auf völlig anderen Positionen beheimatet sind.
Besonders naheliegend erscheint folgendes Szenario: Wie bereits bei der 1:2-Niederlage im Nachbarschaftsduell gegen Köln könnte Daiki Hashioka (27) erneut den rechten Part des Trios übernehmen. Die zentrale Rolle würde in diesem Fall Philipp Sander (28) ausfüllen. Doch auch eine weitere Option liegt auf dem Tisch. Immerhin lief Joe Scally (23) in seiner Karriere schon zehnmal im Abwehrzentrum auf.
Speziell der Mann aus den USA sorgt dabei für einen Funken Zuversicht! Während der abgelaufenen Spielzeit half Scally in zwei Begegnungen direkt im Zentrum aus. Das Resultat waren zwei Erfolge der Fohlenelf, bei denen der eigene Kasten komplett sauber blieb: Einem 3:0-Triumph in Heidenheim folgte ein 1:0-Erfolg in Mainz. Das sind durchaus beeindruckende Zahlen. Dennoch schwindet nach der bitteren Absage von Diks der Glaube daran, dass den Gladbachern ausgerechnet in Stuttgart der Befreiungsschlag gelingt. (red)

