Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.

Von Achim Müller, Judith Malter

Für Borussia wird Millionen-Abfindung fällig Hütter spricht über die Gründe für sein Gladbach-Aus

Adi Hütter am Samstag (14. Mai 2022) im Borussia-Park während des Bundesliga-Duells gegen die TSG Hoffenheim. Der Österreicher hat im Anschluss seinen Abgang als Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach bekannt gegeben. Hütter wirkt nachdenklich.

Adi Hütter am Samstag (14. Mai 2022) im Borussia-Park während des Bundesliga-Duells gegen die TSG Hoffenheim. Der Österreicher hat im Anschluss seinen Abgang als Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach bekannt gegeben.

Die Würfel sind gefallen. Die Ära des teuersten Trainers in der Vereinsgeschichte von Borussia Mönchengladbach ist nach rund zehn Monaten bereits beendet. Adi Hütter (52) und der VfL haben sich am Samstag (14. Mai 2022) getrennt.

Die Gladbach-Entscheider um Präsident Rolf Königs (80), Geschäftsführer Stephan Schippers (54) und Sportdirektor Roland Virkus (55) haben bereits am Freitag (13. Mai) mit Hütter und dessen Berater das Ende der Zusammenarbeit beschlossen. In beiderseitigem Einverständnis, heißt es.

Gladbach: Nach zehn Monaten ist Ära Hütter im Borussia-Park wieder vorbei

Nach dem 5:1 der Gladbacher Mannschaft zum letzten Bundesliga-Spieltag gegen die TSG Hoffenheim am Samstag hatte Hütter dann seinen Abgang auch den Gladbacher Profis mitgeteilt, anschließend gaben Hütter und der Klub ein erstes öffentliches Statement ab.

Um 18.42 Uhr stellte sich Hütter dann am Samstagabend im Borussia-Park in einer Medienrunde noch einmal den Fragen der Journalisten.

„Das ist kein schöner Tag für mich“, sagte Hütter, „die Jungs haben mir einen tollen Abschied bereitet, als ich meine Entscheidung ihnen gesagt hatte, gab es Standing Ovations für mich. Das fällt mir alles nicht leicht.“

Hütter nannte die Beweggründe für sein Gladbach-Aus: „Wir sind nach guten Gesprächen zu dem Entschluss gekommen, dass wir uns einvernehmlich trennen. Das war mein letztes Spiel als Trainer von Borussia Mönchengladbach. Die finale Entscheidung ist am Freitag gefallen. Ich möchte mich für den respektvollen Umgang mit meiner Person beim Verein bedanken.“

Gespräche über seine Zukunft habe er bereits seit mehreren Wochen mit dem Verein geführt.

Hütter betonte zudem: „Wir haben alles analysiert. Es gibt Gründe, warum wir diese Saison unsere Ziele nicht geschafft haben. Meine Beweggründe, warum ich zur Borussia gekommen, sind bekannt. (...) Es ist schade, es tut mir leid, dass wir die Erwartungen nicht erfüllen konnten. Speziell die beiden Derby-Niederlagen tun auch weh.“

Als weitere Gründe für seinen Abgang nannte Hütter: „Es ist nicht nur ein einziger Punkt gewesen. Viele Dinge haben eine Rolle gespielt. Es ist eigentlich vom ersten Tag nicht so einfach gewesen. Mich hat natürlich die Situation mit Max Eberl sehr getroffen, keine Frage. Ich möchte auch niemandem im Wege stehen. Darum haben wir diese Entscheidung getroffen.“

Auf die Frage, dass es offenbar von Beginn an nicht für ihn gepasst hatte in Mönchengladbach, sagte Hütter: „Wenn man ehrlich ist, muss man sagen ja! Die Gespräche, die vor meinem Wechsel mit Max Eberl stattgefunden haben, als eine volle Überzeugung für Borussia Mönchengladbach da war, hatten Kaderveränderungen und frisches Blut in der Mannschaft beinhaltet. Wir wissen alle, dass dann viele Dinge nicht funktioniert haben. Ohne da jemanden anzupinkeln, ganz im Gegenteil. Corona ist ein Faktor gewesen, dass muss man ganz klar sagen.“

Er sagte weiter: „Weitere Details möchte ich nicht verraten, das behalte ich für mich. Das gehört hier nicht hin.“

Aus heiterem Himmel war das Hütter-Aus in Gladbach nicht gekommen. Die Borussia hat unter dem Österreicher mit Platz zehn die schlechteste Spielzeit seit 2011 hingelegt, verpasst erneut das internationale Geschäft, scheiterte kläglich im DFB-Pokal an Zweitligist Hannover 96, zählt erstmals seit über zehn Jahren nicht zu den besten neun Klubs in der Fußball-Bundesliga.

Bereits seit Wochen waberte das Gerücht um Borussia, dass Hütter trotz eines bis 2024 datierten Vertrages zum Saisonende den Klub verlassen könnte.

Noch am Donnerstag (12. Mai) hatte der neue Sportdirektor Roland Virkus (55) auf wiederholte GladbachLIVE-Nachfrage kein klares Treuebekenntnis zu Hütter über die Lippen gebracht. Inzwischen ist bekannt, warum.

Hütter war zum 1. Juli 2021 per Ausstiegsklausel für eine Ablösesumme von 7,5 Millionen Euro von Eintracht Frankfurt als Nachfolger von Marco Rose (45) nach Gladbach gewechselt.

Hütter soll zu den Top-Verdienern unter den Bundesliga-Trainern gezählt haben, Gladbach kostet die jetzige Trennung eine Millionen-Abfindung.

Wie geht es weiter mit Hütter? Er sagt: „Ich freue mich jetzt erst mal auf meinen Urlaub und die Zeit mit der Familie. Im Moment habe ich keinen Plan, wie es weitergeht.“

Hütter und Gladbach trennen sich.

Zur Wahrheit gehört auch: Hütter war mit Versprechungen an den linken Niederrhein gelockt worden, die der Klub letztendlich nicht hatte umsetzen können. Ein äußerst kostspieliges Missverständnis.

Hütter war vom ehemaligen Fohlen-Manager Max Eberl (48) 2021 in Gladbach „als der am besten passendste Trainer für Borussia“ vorgestellt worden. Eine offenkundige Fehleinschätzung.