„Wird harte Arbeit“Blessins Plan zum Auftakt: Spieler sollen erst einmal abschalten

Der neue Gladbach-Trainer Alexander Blessin mit seinen Co-Trainern Jan-Moritz Lichte und Markus Gellhaus.

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Der neue Gladbach-Trainer Alexander Blessin mit seinen Co-Trainern Jan-Moritz Lichte und Markus Gellhaus.

Der neue Coach der Fohlenelf verfolgt eine deutliche Strategie.

Jetzt geht’s los! Am Mittwoch wurde Alexander Blessin als frischer Chefcoach bei Borussia Mönchengladbach präsentiert. Seine Mission ist unmissverständlich: den Traditionsklub vor dem Fall in die Zweitklassigkeit zu retten.

Nur 60 Minuten nach seinen ersten Worten an das Team im Performance Center, stellte sich der 53-Jährige um 13.30 Uhr den Medien und machte direkt eine Ansage, was nun zählt.

„Können nicht wegdiskutieren, wie viele Tore wir bekommen haben“

Der Mann aus Stuttgart kennt die wunden Punkte ganz genau. Die Masse an Gegentreffern zum Auftakt der Spielzeit ist die größte Baustelle. „Wir können nicht wegdiskutieren, wie viele Tore wir bekommen haben“, sagte Blessin.

Er machte aber umgehend klar: „Das liegt aber nicht nur an der Abwehrkette, sondern an der Gesamtheit. Wir verteidigen gemeinsam und wir schießen gemeinsam Tore. Dieses Denken muss von Anfang an in die Köpfe.“ Das berichtet „rp-online.de“.

Als Erbe von Eugen Polanski zeigte sich Blessin voller Tatendrang für seinen neuen Job. „Als der Anruf kam und ich mich intensiv damit beschäftigt habe, war die Freude natürlich groß“, erläuterte er. Die enorme Bedeutung des Vereins ist ihm bewusst: „Ich muss niemandem erzählen, dass Borussia ein großer, traditionsreicher Klub mit einer brutalen Fanbase ist.“ Dennoch geht er die Herausforderung „demütig“ an, weil er neben dem Potenzial der Truppe ebenso „einige Probleme, die man nicht wegdiskutieren kann“, erkennt.

Sportchef Rouven Schröder ist ebenfalls vom neuen Coach angetan. „Es war ein Gespräch, bei dem ich relativ schnell gemerkt habe, wie intensiv sich Alex mit Borussia beschäftigt hat. Man hatte das Gespür, dass der Trainer für seinen Job und für die Aufgabe brennt“, offenbarte Schröder. Inhaltlich habe man sofort einen gemeinsamen Nenner gefunden.

Um die Wende einzuleiten, vertraut Blessin auf einen Mix aus Einzelgesprächen für mehr Selbstvertrauen, Gruppendynamik und Video-Analysen. Er möchte den Profis „Handlungsmuster“ an die Hand geben, die sie rasch verinnerlichen. Sein oberstes Gebot ist dabei unumstößlich: „Entscheidend ist eine Disziplin gegen den Ball, bei der jeder mitmachen muss. Das ist für mich ein eisernes Gesetz.“

Für sein erstes Pflichtspiel, das heiße Derby am 11. Oktober (15.30 Uhr) gegen den 1. FC Köln, bleiben Blessin jetzt zweieinhalb Wochen. Nach dem Testkick in Siegen am Donnerstag (18.30 Uhr) erhalten die Spieler jedoch zunächst eine viertägige Auszeit, um mental abzuschalten. Der Trainer kündigt aber schon an: „Die Arbeit wird kommen. Und sie wird schweißtreibend und hart sein.“

Blessin lässt keine Entschuldigungen zu und stimmt die Mannschaft auf den Fight ein. „Ich möchte nicht, dass wir in eine Opferrolle gehen. Das müssen wir sofort zurückweisen.“ Man werde im Gegenzug nicht den „Fahrstuhl“ benutzen, sondern die „Treppe, auf der es Schritt für Schritt vorangeht“. Sein Plan ist, speziell im Borussia-Park eine Power auf den Rasen zu bringen, welche die Anhänger begeistert und das Zutrauen wiederherstellt.

Der neue Trainer ist sich sicher, dass genug Potenzial in der Truppe steckt, um den Ligaverbleib zu schaffen. „Wenn wir 100 Prozent als Team auf den Platz bringen, können wir Spiele gewinnen – und nicht wenige.“ Damit seine Vorstellungen Realität werden, hat er Niklas Lanwehr (35) mit nach Gladbach gelotst, einen Experten für Spiel- und Gegneranalyse, den er aus gemeinsamen Tagen beim FC St. Pauli kennt. Seine Premiere vor heimischer Kulisse auf der Trainerbank feiert Blessin am 18. Oktober im Duell mit der TSG Hoffenheim. (red)