Der Anführer der Fohlenelf ist wieder da und will es allen zeigen.
Der Boss ist zurückDoch eine riesige Sorge schwebt über Gladbachs Kapitän

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Tim Kleindienst fehlte Borussia in der vergangenen Saison an allen Ecken und Kanten.
Bei Borussia Mönchengladbach gibt es einen unangefochtenen Anführer: Tim Kleindienst. Der Kapitän meldet sich nach einer Knie-Operation, die ihn beinahe die gesamte letzte Spielzeit kostete, zurück und soll die Mannschaft erneut mitreißen.
Warum die vergangene Saison so mäßig lief, hatte einen wesentlichen Grund: Der Leader war nicht da. Der Stürmer, der 2024 vom 1. FC Heidenheim verpflichtet wurde und in seinem ersten Jahr starke 16 Treffer markierte, musste fast die komplette Saison aussetzen. Haris Tabakovic sprang zwar mit seinen 13 Saisontoren in die Bresche, aber die komplette Ausstrahlung von Kleindienst war einfach unersetzlich.
Kleindienst gibt die Richtung vor
Sein Transfer stand für den Beginn einer neuen Zeitrechnung. Eine Abkehr vom eleganten, filigranen Spiel, das früher von Ballzauberern wie Marco Reus oder Raffael zelebriert wurde. Der Fußball von heute ist physischer, athletischer und lebt vom Pressing – Attribute, die Kleindienst perfekt verkörpert.
Im Trainingscamp am Tegernsee hat der 30-Jährige die neue, kompromisslose Richtung vorgegeben. Die Gladbacher müssten „eklig“ sein, es solle „rascheln“ und man müsse sich „überall reinrammeln“. Diese Aussagen sollen zur Devise für die kommende Spielzeit werden. Das berichtet „rp-online.de“.
Coach Eugen Polanski nimmt zwar auch Akteure wie Nico Elvedi, Moritz Nicolas oder den neuen Mann Philipp Sander in die Pflicht, aber ganz oben in der Rangordnung gibt es nur einen. „Wir haben einen klaren Anführer mit Tim Kleindienst, bei dem wir alle froh sind, dass er wieder auf dem Platz und in der Kabine ist“, erklärt Polanski. Er nennt ihn ein „Zugpferd“, das die anderen mitziehen soll, anstatt dass sie sich dahinter verbergen.
Aber genau das ist der springende Punkt: Was geschieht, sollte das Zugpferd erneut ausfallen? Die letzte Spielzeit hat dies auf bittere Weise demonstriert. Der Fitnesszustand des Kapitäns gleicht einem Glücksspiel, weil sein Knie nach der schlimmen Verletzung eine große Unbekannte darstellt.
Die alles entscheidende Frage ist: Kann es dem gewaltigen Druck standhalten? Das Vorbereitungsspiel gegen Hoffenheim, das die Fohlenelf zwar mit 4:1 für sich entschied, machte deutlich, dass Kleindienst noch nicht wieder bei hundert Prozent ist.
Ein anderer Akteur sorgte in dieser Partie jedoch für große Zuversicht: der Neuzugang Isac Lidberg. Nachdem Bambasé Conté die TSG in Führung gebracht hatte (36.), drehte der Schwede mächtig auf und hatte als Torschütze sowie als Vorlagengeber bei allen vier Toren der Gladbacher seine Finger im Spiel. Robin Hack (76.), Lidberg persönlich mit einem Doppelpack und schließlich Florian Neuhaus besiegelten den deutlichen Erfolg und bewiesen, dass es auch andere Optionen gibt.
Sportdirektor Rouven Schröder unterstreicht die enorme Bedeutung des Spielführers: „Tim ist für uns elementar, er hat uns letztes Jahr eminent gefehlt.“ Die besorgniserregende Frage, was im Falle eines weiteren Ausfalls geschieht, stellt für die Borussia weiterhin die größte Hürde dar. Es bleibt ein Spiel mit dem Feuer.
Ganz gleich, wie es um seine Fitness bestellt ist, hat Polanski nach der Partie Kleindiensts Position gefestigt: Er wird weiterhin die Kapitänsbinde der Fohlenelf tragen. Nico Elvedi ist zu seinem neuen Vize ernannt worden. Der Torhüter Moritz Nicolas sowie Philipp Sander und Kevin Diks machen den Mannschaftsrat vollzählig. (red)

