Nach dem Camp am Tegernsee zeichnet sich eine erste Elf ab.
Klartext nach TrainingslagerSo sieht die neue Gladbach-Elf aus

Copyright: IMAGO/fohlenfoto
Eugen Polanski baut Gladbachs Stammelf.
Die Fohlen sind zurück am Niederrhein, das Camp am Tegernsee ist vorbei und damit auch die vierte Vorbereitungswoche. Es wird deutlich: Das neue Team nimmt immer konkretere Formen an. Eine brennende Frage ist natürlich die nach der potenziellen Startelf zum Saisonbeginn.
Die Position zwischen den Pfosten gehört klar Moritz Nicolas, aber Daniel Batz hat gezeigt, dass er ein absolut verlässlicher Vertreter wäre. Das Abwehrzentrum bilden fest Nico Elvedi und Kevin Diks. Auf den Flügeln toben heiße Kämpfe: Auf der rechten Seite hat Neuling Daiki Hashioka aktuell die Nase vorn, während Joe Scally als potenzieller Abgang gehandelt wird. Auf links besitzt Lukas Ullrich einen kleinen Vorsprung vor David Herold, der kurzzeitig pausieren musste.
Verletzungssorgen im Zentrum
Die Personalsituation im defensiven Zentrum ist wegen Verletzungen angespannt. Weil Jens Castrop (Schulter) und Zento Uno (muskuläre Beschwerden) fehlen, sind wohl Philipp Sander und Enzo Leopold gesetzt. Kevin Stöger muss sich dahinter anstellen.
Youngster Mathieu Nguefack hat im Camp ebenfalls für Furore gesorgt und könnte in der internen Rangordnung sogar Florian Neuhaus überholt haben. Allgemein haben sich die Neuzugänge super integriert, sie bringen eine neue Dynamik und deutliche Ansagen ins Team. Das berichtet „rp-online.de“.
Im Angriff scheinen Wael Mohya und Hugo Bolin im Mittelfeld ihre Plätze sicher zu haben. Für die dritte Position liefern sich Robin Hack und Franck Honorat ein Duell. In der Sturmspitze hat momentan Isac Lidberg die Nase vorn, weil Tim Kleindienst noch seinen Rhythmus sucht. Die Ausbeute in den Vorbereitungsspielen macht Mut: 31 Tore in fünf Begegnungen sind ein klares Zeichen, selbst wenn 15 davon gegen einen Amateurklub erzielt wurden. Mit vier Treffern führt Lidberg die interne Torschützenliste an.
Was besonders positiv auffällt, ist die Verteilung der Tore auf viele Schultern. Ganze 13 unterschiedliche Akteure haben bereits getroffen. Das beweist, dass die Borussia nicht mehr nur von einem Torjäger lebt. Auch das Mittelfeld strahlt mit Treffern von Florian Neuhaus (drei), Jens Castrop (zwei) sowie Kevin Stöger und Zento Uno (jeweils einer) eine Gefahr aus, die man lange nicht gesehen hat. Wenn diese Entwicklung anhält, ist das ein gewaltiger Vorteil für die kommende Spielzeit.
Einen Wermutstropfen stellen jedoch die Verletzungen dar. Zwar fehlen auch Yukhym Konoplia (Innenbandanriss) und Fabio Chiarodia (Muskelfaserriss), doch der Ausfall von Jens Castrop ist besonders bitter. Eine schwere Verletzung an der Schulter setzt ihn für Monate außer Gefecht. Sein Fehlen ist ein harter Schlag, nicht nur weil er ein Kandidat für die erste Elf war, sondern auch aufgrund seiner Flexibilität und seiner ungestümen, erfrischenden Art zu spielen. Dennoch plant Rouven Schröder keine weiteren Transfers und setzt sein Vertrauen in die vorhandene Kaderbreite.
Die großen Gewinner des Camps sind zweifellos die drei jungen Talente. Iaia Manco Danfa, Mathieu Nguefack und Fritz Fleck konnten die sportliche Leitung vollends überzeugen. Nguefack beeindruckte mit seiner cleveren Spielweise, Danfa mit seiner agilen Art und seinem coolen Torabschluss. Zur Belohnung erhalten alle drei einen festen Platz im Profi-Team. Dillon Berko und Edin Biber kehren hingegen zu ihren jeweiligen Jugendmannschaften zurück. Aufgrund der Verletzung von Chiarodia darf Tyler Meiser weiter bei den Profis bleiben.
Auch Coach Eugen Polanski macht einen hervorragenden Eindruck. Der 40-Jährige scheint die Bürde der letzten Saison abgeschüttelt zu haben, agiert auf dem Rasen souverän und sucht locker den Dialog mit den Anhängern. Er hat Platz zwölf als „Minimalziel“ formuliert, legt aber großen Wert auf die Spielweise. Mit dem neu belebten Wettbewerb innerhalb der Mannschaft ist er sichtlich zufriedener, bemüht sich aber zugleich um eine realistische Erwartungshaltung.
Abgeschlossen wurde das Camp am Samstag (8. August 2026) mit einer entspannten Regenerationseinheit, einen Tag nach dem 4:1-Erfolg über Hoffenheim. Auf dem Plan standen Krafttraining und das Erfüllen von Autogrammwünschen, gefolgt von einem Mannschaftsabend. Die Heimreise in den Borussia-Park erfolgte dann am Sonntag. Das nächste Vorbereitungsspiel ist auch schon terminiert: Am Mittwoch (12. August, 18.00 Uhr) tritt die Elf beim Oberligisten SSVg Velbert an. (red)

