Erste Blessin-WocheBorussia-Sechser muss Training verletzt abbrechen

Trainer Alexander Blessin spricht im Gladbach-Training mit den Spielern.

Copyright: IMAGO/Eibner

Trainer Alexander Blessin arbeitet intensiv daran, den Borussia-Profis seine Spielweise beizubringen.

Aktualisiert

Der neue Fohlen-Trainer Alexander Blessin macht sofort Druck, doch ein Profi muss verletzt runter.

Am Borussia-Park herrscht Aufbruchstimmung! Seit Dienstag hat Alexander Blessin (53) das Kommando bei den Fohlen, und seine erste Woche als Trainer ist direkt eine Ansage.

Der neue Übungsleiter zögerte keine Sekunde: Schon um 10.36 Uhr, also ganze 20 Minuten vor dem Team, betrat er den Rasen und half tatkräftig beim Aufbau von Toren und Hütchen.

Borussia Mönchengladbach: Uno muss Training abbrechen

Für seine erste Einheit, die ungefähr 75 Minuten lief, standen ihm 18 Feldspieler sowie vier Torhüter zur Verfügung. Besonders erfreulich: Tim Kleindienst, der Kapitän, war wieder dabei, nachdem er beim 3:0-Testsieg in Siegen krankheitsbedingt aussetzen musste.

Sofort war unmissverständlich, was der neue Coach von seiner Truppe verlangt: absolute Intensität und hundertprozentige Konzentration. Mit lauten Kommandos, abwechselnd auf Deutsch und Englisch, jagte er seine Jungs über den Platz, gab die Richtung bei den Spielformen vor und hatte seine Stoppuhr dabei immer im Auge.

Der 53-Jährige will seinen Fußball, der auf festen Prinzipien fußt, implementieren und hatte für die Mannschaft nach dem Auftakt ein Lob parat: Sie sei „sehr aufmerksam und wissbegierig.“ Das berichtet „rp-online.de“.

Doch der hohe Einsatz hatte wohl schnell eine erste Konsequenz. Am Mittwoch dann der Dämpfer: Zento Uno musste das Training vorzeitig beenden! Mit einem Verband um den Oberschenkel und sichtlich frustriert verließ der Mittelfeldmann den Rasen. Ein herber Rückschlag für den Japaner, der sich gerade erst von Muskelbeschwerden zurückgemeldet hatte und für seine Leistung im Test gegen Siegen noch explizit von Blessin gelobt worden war. Ob die Verletzung schlimmer ist, muss sich erst noch zeigen.

Am zweiten Trainingstag ging es trotz der Uno-Verletzung voll zur Sache: Körperbetontes Spiel und die Eroberung des Balles standen im Zentrum. Blessin jagte seine Mannschaft durch verschiedene „Rondos“, darunter ein Elf-gegen-Drei, um sie dann in intensive Eins-gegen-Eins-Zweikämpfe zu schicken. Seine Anweisung schallte über den Platz: „Mit dem Körper! Hol ihn dir, hol ihn dir!“ Da konnte sich der Ex-Ringer Isac Lidberg natürlich beweisen, während es auch zu Duellen wie Yukhym Konoplia gegen Iaia Manco Danfa kam.

Ein Trainingsspiel auf dem halben Platz gab zum Ende hin Aufschluss über taktische Pläne. Eine 3-4-1-2-Aufstellung wurde von Blessin erprobt. Da die regulären Innenverteidiger noch für ihre Länder im Einsatz sind, formierten Joe Scally, Philipp Sander und Daiki Hashioka eine improvisierte Dreierkette.

David Herold und Yukhym Konoplia beackerten die Außenpositionen, während im Angriff Tim Kleindienst an der Seite von Geburtstagskind Shuto Machino (feierte seinen 27.) agierte. Ins Auge stach zudem das lange und intensive Gespräch, das Blessin nach dem Ende der Einheit mit Philipp Sander führte.

Die Vorbereitungen auf die nächste Bewährungsprobe laufen auf vollen Touren. Am Donnerstag stößt mit Jan Leszczynski, der nun polnischer U20-Nationalspieler ist, der erste Verteidiger wieder zum Team. Bis zum Test am Samstag (15.30 Uhr) bei Blessins ehemaligem Arbeitgeber FC St. Pauli wird nun hinter verschlossenen Türen am neuen Fohlen-Fußball getüftelt. (red)