Während die Anhänger den Kader als Hauptproblem der sportlichen Krise ausmachen, verteilt der neue Trainer Lobeshymnen.
„Vor allem offensiv“Trotz Fan-Sorgen: Blessin schwärmt von seinem Kader

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Alexander Blessin spricht am Mikrofon.
Die Laune bei den Anhängern von Borussia Mönchengladbach könnte kaum schlechter sein. Ein desaströser Saisonauftakt mit vier Niederlagen in Serie und null Zählern auf dem Konto hat Spuren hinterlassen.
Viele machen dafür nicht den früheren Coach Eugen Polanski (40) verantwortlich, sondern das Team. Auf Basis einer Umfrage mit mehr als 12.600 Teilnehmern berichtet „bild.de“, dass 56 Prozent glauben, dass mit dieser Mannschaft kein Trainer Erfolg haben kann.
Blessin lobt die Breite des Gladbach-Kaders: „Vor allem offensiv“
Der neue Coach am Ruder, Alexander Blessin (53), hat jedoch eine völlig andere Sichtweise und will für Optimismus sorgen. Er zeigt sich von der Mannschaft begeistert. „Ich finde, dass er nicht nur qualitativ gut ist, sondern auch in der Breite, vor allem offensiv“, meint Blessin. Er hebt die unterschiedlichen Spielertypen hervor, die ihm zur Auswahl stehen.
Nüchtern betrachtet sprechen 16 kassierte Treffer eine deutliche Sprache und decken die größte Problemzone auf: die Defensive. Sowohl Ko Itakura (29) als auch Vize-Kapitän Kevin Diks (29) sind aktuell meilenweit von ihrer Topform entfernt.
Um die wackelige Abwehr zu festigen, scheint Blessin eine Rückkehr zur Dreierkette zu erwägen. Junge Talente wie Jan Leszczynski (19) und der genesene Fabio Chiarodia (21) sollen für frischen Wind sorgen. Findet Itakura jedoch nicht zu alter Stärke, bleibt die Abwehrzentrale eine gewaltige Baustelle.
Deutlich besser sieht es hingegen auf den Flügelpositionen aus. Auf der rechten Seite verfügt Blessin mit den zurückgekehrten Yukhym Konoplia (27) und Daiki Hashioka (27) über ein schlagkräftiges Gespann. Auf links zieht Lukas Ullrich (22) die Blicke auf sich, der bereits an drei Treffern direkt beteiligt war und bei der U21-Nationalelf überzeugte. Dass sie zu Schienenspielern werden, könnte dem ohnehin gut besetzten Bereich einen weiteren Schub geben.
Sorgen im Zentrum, viele Optionen im Angriff
Kopfzerbrechen bereitet ebenfalls das Mittelfeld, zumal mit Jens Castrop (23) der wichtigste zentrale Akteur aufgrund einer Schulterverletzung noch mehrere Wochen fehlen wird.
Das Zentrum mit Philipp Sander (28), Florian Neuhaus (29) und Kevin Stöger (33) wurde als Achillesferse ausgemacht. In so einem Klima fällt es auch einem Ausnahmetalent wie Mathieu Nguefack (18) schwer, zu überzeugen. Zento Uno (22) könnte hier mit seiner bissigen Art zum idealen Spieler für Blessins System und zu einer Schlüsselfigur avancieren.
Eine Fülle an Möglichkeiten erkennt der neue Übungsleiter in der Offensive. Dort schickt sich Hugo Bolin (23) an, den Sprung zum Spitzenspieler zu schaffen. Mit Wael Mohya (17) steht ein weiteres Juwel bereit, auch wenn der Youngster zuletzt eine kleine Formdelle hatte. Hinzu kommen mit Franck Honorat (30) und Robin Hack (28) zwei weitere Hochkaräter, die ihr Können aber konstant abrufen müssen.
Ganz vorne im Angriff lastet der Druck auf einer Person: Tim Kleindienst (31). Sollte der Kapitän nach seiner Zwangspause wieder seine frühere Form erreichen, wird die Tor-Produktion der Fohlenelf wohl wieder in Gang kommen. Falls nicht, steht Gladbach vor einer ernsten Herausforderung, da Isac Lidberg (28) und Shuto Machino (26) qualitativ noch nicht so weit sind, um ihn adäquat zu vertreten. (red)


