Polanski in der ZwickmühleGladbach-Fans diskutieren schon über mögliche Nachfolger

Eugen Polanski mit Kopfhörern.

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Eugen Polanski steht bei Gladbach-Fans in der Kritik.

Nach dem Fehlstart wächst der Druck auf Trainer Polanski.

Nach nur zwei Spieltagen ist die Laune bei Borussia Mönchengladbach schon wieder am Boden. Die Zuversicht, die sich über den Sommer aufgebaut hatte, ist durch die beiden Pleiten bei zahlreichen Anhängern dahin. Coach Eugen Polanski (40) gerät massiv unter Beschuss, und gerade online entlädt sich der ganze Ärger der Fans über ihm.

Für Polanski türmen sich die Baustellen auf. Sein riskanter Plan, dem jungen Talent Mathieu Nguefack eine Chance zu geben, ist voll nach hinten losgegangen. Jetzt wird ihm angekreidet, den Nachwuchsspieler nicht rechtzeitig ausgewechselt zu haben, um ihn vor sich selbst zu bewahren. Das berichtet „rp-online.de“.

Tim Kleindienst: Wut-Rede und Ladehemmung

Man weiß nicht, ob es intern darüber Debatten gab, aber die routinierten Assistenten Jan-Moritz Lichte und Markus Gellhaus sind exakt für derartige knifflige Momente da. Letztendlich trägt aber der Chefcoach die Verantwortung für das, was auf dem Spielfeld geschieht. 

Auch das Mannschaftsgefüge bereitet erhebliche Kopfschmerzen. Die designierten Anführer versagen in ihrer Funktion, und Kapitän Tim Kleindienst gießt mit seinen harschen öffentlichen Äußerungen zusätzlich Öl ins Feuer. Die Moderation des Binnenklimas und die Zurechtweisung seines Kapitäns fallen in Polanskis Zuständigkeitsbereich. Eine brenzlige Lage: Weil Kleindienst obendrein eine Ladehemmung hat, würde eine Strafversetzung auf die Bank die Sache nur noch schlimmer machen.

Überdies präsentiert sich die Personaldecke momentan als riesiges Problemfeld. Von einem gesunden Wettbewerb um die Plätze kann keine Rede sein, weil etliche Akteure wie Neuzugang Nicolas Kühn ausfallen oder leistungsmäßig noch nicht auf der Höhe sind, um wirklich eine Alternative darzustellen – siehe David Herold. Im defensiven Mittelfeld hat sich Polanski mit dem Tausch von Kevin Stöger gegen Nguefack selbst ein Ei gelegt. Eine Korrektur dieser Entscheidung würde jetzt Nguefack schwächen – wie zuvor schon Stöger, der über die Versetzung auf die Bank ohnehin bereits sauer sein dürfte.

Vor der kniffligen Auswärtspartie am Samstag (15.30 Uhr) in Freiburg nimmt der öffentliche Druck weiter zu. Was die Sache noch komplizierter macht: Unter den Anhängern kursieren schon die Namen arbeitsloser Coaches wie Ole Werner und Alexander Blessin. Zusätzlich befeuern Gerüchte über eine Beförderung von Assistent Lichte die Diskussionen um die berufliche Perspektive von Polanski.

Obwohl Polanski intern angeblich fest im Sattel sitzt, steckt auch die Vereinsführung in der Klemme. Die Entscheidung im Sommer, mit dem Coach weiterzumachen, fällt ihnen jetzt auf die Füße, da sie an den Resultaten bewertet werden.

Ein übereilter Rauswurf würde das komplette sportliche Konzept vom Sommer über den Haufen werfen. Bei Borussia ist erstaunlich rasch eine gewaltige Nervosität entstanden. Wie fest der Glaube an den Kurs mit Eugen Polanski tatsächlich ist, wird sich in den nächsten beiden Wochen vor der Länderspielpause erweisen. (red)

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