Plötzlich sogar treffsicherGladbach-Profi überrascht mit Wandlung nach Gerüchten

Die Gladbach-Profis nach dem Derby beim 1. FC Köln vor den eigenen Fans.

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Joe Scally (vorne rechts) überzeugte bei Gladbach im Derby in Köln.

Während Borussia Mönchengladbach weiter punktlos am Tabellenende dümpelt, betreibt ein Profi trotz Ergebnis-Misere kräftig Eigenwerbung.

Dieses Comeback von Joe Scally hatten nicht viele Fans auf der Rechnung! Im Duell mit dem 1. FC Köln glänzte der Amerikaner beim 101. Rhein-Derby nicht nur mit seinem Kopfball zum zwischenzeitlichen 1:1. Nach seinem Tor zeigte er auch die nötige Derby-Mentalität und feierte provokativ vor der Kurve der Kölner Fans.

Scally war weit mehr als ein typischer Flügelverteidiger, zog immer wieder nach innen und spielte besonders in der ersten Hälfte extrem offensiv. Hätte er bei seinen Pässen in die Mitte mehr Abgeklärtheit und einen besseren Überblick bewiesen, wäre er womöglich bei einem besseren Ergebnis zum Held des Tages aufgestiegen.

Joe Scally im Kalenderjahr 2026 treffsicher

Dieser Auftritt war seine bislang stärkste Saisonleistung und ein deutlicher Beleg für seine offensive Weiterentwicklung. Das Tor in Köln markierte schon seinen zweiten Saisontreffer.

Eine beeindruckende Statistik belegt seinen Aufwärtstrend: Allein im Kalenderjahr 2026 schoss Scally vier seiner nun sechs Tore in der Bundesliga. In der internen Torjägerliste des Jahres liegt er damit direkt hinter der letztjährigen Leihgabe Haris Tabakovic (sechs Tore). Die neue 3-4-2-1-Formation von Coach Alexander Blessin kommt ihm sichtlich entgegen, weil die Absicherung hinten ihm erlaubt, sich stärker in den Angriff einzuschalten. Das berichtet die „Rheinische Post“.

Schon vor der Partie hatte Blessin betont, Scallys Position sei eindeutig auf dem Flügel. Nach diesem Auftritt sollte der Platz des US-Amerikaners vorerst zementiert sein. Die Konkurrenz schaut aktuell in die Röhre: Daiki Hashioka überzeugte als rechter Mann in der Innenverteidigung nicht, während Yukhym Konoplia nach seinem Innenbandanriss noch um Anschluss kämpft.

Zu Konoplia äußerte sich Blessin am Mittwoch so: „Seit knapp einer Woche habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass er wieder richtig in Zweikämpfe geht. Wenn er mir dieses Gefühl weitergibt, ist das gut, und dann ist er eine klare Option.“

Diese Entwicklung ist besonders erstaunlich, weil Scally während des Sommers eigentlich schon auf dem Abstellgleis stand. Sein Kontrakt endet nächsten Sommer, und weil er keine Signale für eine Verlängerung sendete, war ein Transfer geplant, um noch Geld zu verdienen. Den ganzen Sommer hielten sich Gerüchte um einen Wechsel.

Die Nichtberücksichtigung für die Pokalpartie gegen den TSV Schott Mainz bezeichnete Sportdirektor Rouven Schröder als deutlichen „Fingerzeig“. Sein Traum von einem Transfer in die englische Premier League erfüllte sich jedoch nicht.

Weil seine Rivalen mit Verletzungen zu kämpfen hatten, fand sich Scally unerwartet wieder vorn und will diese neue Möglichkeit offenbar ergreifen. Inwiefern der Aufschwung auch die langfristige Zukunft beeinflusst und ob Scally nach dem Beinahe-Abgang am Ende gar seinen Vertrag verlängert, soll sich in den kommenden Monaten entscheiden. (red)