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Von Achim Müller, Judith Malter

Wieder Schiri-Zoff in der Nachspielzeit Leipzig-Beschiss? So sauer ist Gladbach auf Schubser Sörloth

Die Borussia-Spieler Bensebaini, Plea, Neuhaus, Stindl, Sommer und Ginter beschweren sich nach dem Leipziger Siegtreffer in der Nachspielzeit des Bundesliga-Topspiels (27. Februar 2021) bei Schiedsrichter Manuel Gräfe (r.).

Die Borussia-Spieler Bensebaini, Plea, Neuhaus, Stindl, Sommer und Ginter beschweren sich nach dem Leipziger Siegtreffer in der Nachspielzeit des Bundesliga-Topspiels (27. Februar 2021) bei Schiedsrichter Manuel Gräfe (r.). 

Leipzig - Trari, trara, der Tor-Schubser ist da! Leipzig feiert den Nachspielzeit-Triumph über Gladbach. Norwegen-Stürmer Alexander Sörloth (25), ausgerechnet der Sohn eines Ex-Fohlen (Göran Sörloth), hatte RB im Topspiel am Samstag (27. Februar 2021) wenige Augenblicke vor dem Abpfiff noch zum Sieg (3:2) geköpft.

  • Leipzig bezwingt Gladbach in der Nachspielzeit mit 3:2
  • Der Siegtreffer für RB durch Sörloth sorgt für Diskussionen
  • Gibt es im Fußball Fair-Play-Schubsen und regelwidriges Schubsen?

Aber: Sörloth hatte zuvor seine Hände in den Rücken von Gegenspieler Valentino Lazaro (24) gedrückt und diesen nach vorne geschubst. So, dass Leipzigs Tor-Joker freie Bahn für den Kopfstoß zum Heim-Dreier hatte.

Gladbach verspielt in Leipzig eine komfortable Pausenführung

Die Gladbacher, die eine 2:0-Pausenführung verspielt hatten, tobten im Anschluss vor Wut auf dem Platz. Sie protestierten und gestikulierten, schimpften und haderten. Doch das Alles half nichts.

Schiedsrichter Manuel Gräfe (47) ließ die Schubser-Nummer durchgehen, erkannte den Treffer an. Auch der Videoassistent im Kölner Keller hatte offenkundig keine großen Bedenken.

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Nicht schon wieder Videoschiedsrichter-Beschiss für die Borussia, oder? Rückblende: Noch in Stuttgart (16. Januar) hatte Gladbach durch einen Witz-Elfer für den VfB in der sechsten Minute der Nachspielzeit den Sieg hergeben (2:2) müssen. Damals hatte das Unparteiischen-Team samt Kölner Keller ganz alt ausgesehen in der entscheidenden Szene. Nun das nächste Nachspielzeit-Schiri-Zoff-Dé-jà-vu?

Schlussmann Yann Sommer (32), der die Gladbacher Kapitäns-Binde getragen hatte: „Wir sind aus meiner Sicht die schlechtere Mannschaft gewesen. Leipzig hat in der zweiten Halbzeit-Dauerdruck gemacht.“

Moment mal – keine Krawatte auf den Schiedsrichter wegen Schubser Sörloth? War das kein Foulspiel? Sommer: „Das liegt ja nicht an mir, dies zu entscheiden. Er hat so entschieden. Ich finde schon, dass er sich so zu Beginn einen Vorteil verschafft. Aber, wir können es nicht mehr ändern.“

Nationalspieler Jonas Hofmann (28) klang nach dem Schlusspfiff auch nicht mehr wirklich wütend wegen der Schubser-Nummer. „Die Enttäuschung ist groß. Das dritte Tor noch zu kassieren, ist bitter. Aus Leipziger Sicht sagen sie sicher, dass es gerechtfertigt ist. Aber wir sind auch ständig hinterhergelaufen, haben oft nur reagiert statt agiert, dann ist es oft nur eine Frage der Zeit, bis das Tor fällt. Wir haben es einfach nicht konsequent hinten heraus verteidigt.“

Hofmann sagte nach Spielschluss weiter: „Ich habe schon das Gefühl, dass er ihn fort drückt und Tino sich so nicht nach hinten bewegen kann. Sieht jetzt im TV aber auch nicht extrem dramatisch aus. Es war dem Schiri wohl zu wenig. Im Keller wahrscheinlich auch. Was sollen wir jetzt machen? Wir müssen es so hinnehmen.“

Weltmeister und Sky-Experte Lothar Matthäus (59), der sich immer wieder als Gladbach-Fan outet, sagte: „Ich habe nicht gehört, dass Gladbach gesagt hat: ,Klare Sache!‘ Sommer hat gesagt, wir müssen es akzeptieren. Es ist eine kleine Handbewegung von Sörloth in den Rücken von Lazaro da, aber es war kein Foul, welches man abpfeifen muss. Es war ein Kontakt, es war eine kurze Berührung. Kleiner Vorteil. Ich habe schon andere Berührungen gesehen, die auch nicht abgepfiffen worden sind. Deswegen für mich keine klare Fehlentscheidung. Und deswegen korrektes Tor für mich. So leid es mir für Mönchengladbach tut.“

Gladbach-Trainer wegen Schubser-Tor später nicht mehr so sauer  

Gladbach-Trainer Marco Rose (44), der auf dem Platz noch mit Gräfe diskutiert hatte, sagte nach Schlusspfiff: „Ich habe das Tor in der Kabine noch mal gesehen. Ich denke, man kann es so geben. Ich habe meine Meinung revidiert, auf dem Platz habe ich Manuel Gräfe noch gefragt, warum er es sich nicht selber noch einmal angeschaut hat.“

Leipzig-Trainer Julian Nagelsmann (33): „Grundsätzlich kann man darüber diskutieren. Ich finde nicht, dass er ihn extrem stößt. Ich würde mich aber auch nicht mega beschweren, wenn das abgepfiffen worden wäre.“

Was abschließend festzuhalten bleibt: Fußball ist offenbar eine der Sportarten, in der ein „faires“ Schubsen von hinten wohl zu tolerieren ist – oder eben auch nicht. In solch einer Grauzone kann dann selbst der Videobeweis nicht immer für klare Verhältnisse sorgen.