„Sehr große Sache“Gladbach-Star verpasst Spiele auf eigenen Wunsch – und hofft auf Verständnis

Tim Kleindienst, Kevin Diks, Hugo Bollin, Joe Scally und Moritz Nicolas stehen vor der Gladbacher Fankurve.

Copyright: IMAGO/HMB-Media

Kevin Diks ist neuer Vize-Kapitän bei Borussia, während des Asien-Cups wird er Gladbach fehlen. 

Aktualisiert

Der Vize-Kapitän der Fohlen nimmt kein Blatt vor den Mund!

Kevin Diks trägt seit Beginn der Spielzeit die Binde des stellvertretenden Kapitäns von Borussia Mönchengladbach – eine Aufgabe, die perfekt zu ihm zu passen scheint.

Der Verteidiger empfindet diese Verantwortung als eine „große Ehre“. Es liegt ihm im Blut, seinen Teamkameraden unter die Arme zu greifen und für den Zusammenhalt im Kader zu sorgen. Auf dem Rasen agiert Diks häufig als verbaler Anführer, der seine Nebenleute anleitet, wann immer es geht. Gleichzeitig unterstreicht er, wie wichtig die richtige Mischung ist: zu wissen, wann man den Mund aufmacht und wann man sich auf die eigenen Aufgaben konzentriert.

Itakura und Diks passen gut zusammen

In der umgebauten Defensive funktioniert das Zusammenspiel mit dem zurückgekehrten Ko Itakura laut Diks hervorragend. Er kennt den Japaner bereits aus dessen Ajax-Zeit. Obwohl er mit seinem früheren Partner Nico Elvedi ein enges Verhältnis pflegte, blickt er der Kooperation mit Itakura voller Freude entgegen.

Insgesamt betrachtet er die Fohlenelf durch die zehn neuen Spieler auf einem vielversprechenden Kurs. Er meint, dass viele „gute Charaktere“ dazugekommen sind, was die Eingliederung und die Bildung einer neuen Teamstruktur deutlich vereinfacht. Das berichtet „rp-online.de“.

Der bevorstehende Asien-Cup im Januar ist für Diks ein brisantes Thema. In seiner Rolle als Nationalspieler für Indonesien befindet er sich in einer Zwickmühle. Das Turnier stellt für seine Nation eine „sehr große Sache“ dar und könnte für ihn die einmalige Gelegenheit sein, mitzumachen.

Ihm ist bewusst, dass er deswegen bedeutende Partien für Gladbach ausfallen lassen müsste, er setzt jedoch auf das Verständnis des Vereins. Um solche Konfliktsituationen für Profis künftig zu umgehen, plädiert Diks für eine optimierte Terminansetzung durch die Fifa.

Diks ist von der Bundesliga begeistert, hat aber auch rasch die größte Schwierigkeit erkannt: Es ist unerlässlich, stets „hellwach“ und „online“ zu sein. Eine winzige Unaufmerksamkeit genügt, und der Ball zappelt im Netz – wie die Partie in Leipzig zeigte. Die Ambition des Teams ist es, ansehnlichen Fußball zu bieten und über die volle Spieldauer konstant zu agieren, anstatt nur in Etappen. Vom Elfmeterpunkt ist er eine Bank: Er wird nach wie vor als erster Schütze gehandelt und denkt gerne an den siegbringenden Strafstoß in den Schlussminuten gegen Union Berlin zurück.

Der stellvertretende Kapitän hat ebenfalls eine deutliche Haltung zum kontrovers diskutierten Videoassistenten. Im Prinzip hält er den VAR für „sinnvoll eingesetzt“, bemängelt jedoch die hauchdünnen Abseits-Urteile. Seine Überzeugung lautet: „Wenn ich als Fußballer in einem VAR-Raum sitzen würde, würde ich wahrscheinlich tendenziell weniger Rote Karten geben“. Eine Karriere als Unparteiischer kommt für ihn absolut nicht infrage: „Nein, auf keinen Fall.“

Bezüglich der Ziele für die Saison gibt sich Diks zurückhaltend und betont, dass diese Themen intern bleiben. Die Konzentration gilt voll und ganz der Entwicklung und der kommenden Begegnung. Nach dem verlorenen ersten Spiel fordert er von seinem Team für das Heimspiel gegen Elversberg „viel Feuer“. Die Aufgabe sei es, Lehren aus den gemachten Fehlern zu ziehen, die eigenen Möglichkeiten zu verwerten und die Spielkontrolle zu wahren, damit die drei Zähler am Niederrhein bleiben. (red)

Gladbach-Neuzugang Nicolas Kühn

„Er gibt uns etwas“ Polanski spricht über Kühns Chance auf Gladbach-Heimdebüt