Ein Hauch von Tokio am Niederrhein! Die Fohlenelf setzt vermehrt auf Japan-Power.
„Sehr gute Erfahrungen gemacht“Gladbachs neue Japan-Power: Nicht nur sportliche Gründe

Copyright: IMAGO/fohlenfoto
Die Japaner in Gladbach: v. li Dolmetscher Atsushi Waki, Daiki Hashioka, Shuto Machino und Zento Uno.
Eine frische Brise weht durch den Borussia-Park! Die Ära der Skandinavier, Schweizer und Franzosen, die einst das Bild bei den Fohlen prägten, neigt sich dem Ende zu.
Inzwischen stellt eine andere Nation die mächtigste ausländische Abordnung im Kader. Mit Shuto Machino, der 2025 kam, sowie den beiden Neuen Zento Uno und Daiki Hashioka, formt sich ein starkes Trio aus Japan. Diese Neuausrichtung ist ein deutliches Zeichen für die Zukunftsplanung des Klubs.
Finanzielle Gründe stecken hinter dem Japan-Fokus
Sport-Boss Rouven Schröder ist ein echter Überzeugungstäter, wenn es um Kicker aus dem Land der aufgehenden Sonne geht. Schon bei seinen vorherigen Vereinen hat er auf sie gesetzt. Gegenüber der „Bild“ geriet er regelrecht ins Schwärmen: „Ich habe in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen mit japanischen Spielern gemacht. Sie sind sehr demütig, arbeitswillig, diszipliniert und wissbegierig und vor allen Dingen respektvoll gegenüber Klub und Mitspielern. Sie geben alles für ihr Team und passen gut in ein Gefüge.“
Aber es gibt noch einen knallharten Grund: Profis aus Japan sind für einen Verein wie die Borussia momentan bezahlbar, ganz im Gegensatz zu den Talenten aus Frankreich, deren Marktpreise zuletzt durch die Decke gegangen sind. Das berichtet „rp-online.de“.
Die Japan-Offensive ist aber viel mehr als nur die Jagd nach neuen Spielern. Bereits Anfang Februar hat der Verein eine strategische Kooperation mit dem japanischen Rekordchampion Kashima Antlers verkündet. Geschäftsführer Stefan Stegemann machte die Dimension des Deals deutlich: „Japan ist für uns ein Schlüsselmarkt mit enormer sportlicher Qualität und großer Affinität zum europäischen Fußball.“ Durch diese Zusammenarbeit will man die eigene Präsenz im japanischen Markt stärken und sich gleichzeitig sportlich neue Türen öffnen.
Um die Achse für die Zukunft zu festigen, mischt die Borussia auch beim Projekt „Bundesliga Dream Japan“ mit. Diese Initiative der Bundesliga, zusammen mit dem japanischen Fußball-Verband, soll Nachwuchskickern eine einmalige Chance bieten. Im Zuge des Programms wird zum Jahresende eine U15-Auswahl aus Japan an den Niederrhein kommen und hinter die Kulissen blicken.
„Der japanische Fußball bringt seit Jahren hervorragend ausgebildete Spieler hervor. Bundesliga Dream Japan bietet jungen Talenten die Chance, das Niveau und die Intensität des Spitzenfußballs in Deutschland aus nächster Nähe kennenzulernen“, unterstreicht Schröder das Ziel, den Talenten den deutschen Spitzenfußball näherzubringen.
Damit die Eingewöhnung des neuen Trios wie am Schnürchen klappt, hat man extra den Dolmetscher Atsushi Waki verpflichtet. Er übersetzt die Kommandos von Coach Eugen Polanski. Ein willkommener Nebeneffekt: Die große Aufmerksamkeit der japanischen Medien für ihre Stars im Ausland steigert die Bekanntheit des Vereins enorm – in einem Markt, den Stegemann als einen der „wichtigsten internationalen Zielmärkte“ bezeichnet.
Jetzt liegt der Ball bei den drei Japan-Neuzugängen. Sie müssen beweisen, dass sie die sportlichen Hoffnungen erfüllen und die neue Strategie der Fohlen zum Erfolg führen können. Die Fans können es kaum erwarten, zu sehen, wie die Power aus Fernost den Borussia-Park im Sturm erobert. (red)

