Riesen-Ekstase, Durchsage im Stadion, tobende Tribünen – doch plötzlich streicht der Video-Assistent Scallys Kopfball-Bude wieder!
VAR-Entscheidung gegen PaderbornScally-Tor futsch: So reagieren Schröder und Blessin

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Joe Scally foulte Nahuel Noll vor seinem vermeintlichen Tor zum 1:0.
Ein absolutes Gefühlschaos! Joe Scally (23) fühlte sich bereits wie der gefeierte Matchwinner, während die Anhänger auf den Rängen völlig aus dem Häuschen waren. Doch unterm Strich stand nach der Nullnummer gegen das Aufsteiger-Team des SC Paderborn lediglich ein einkassierter Treffer zu Buche. Diese bittere Szene avancierte am Samstag zum ultimativen Gesprächsthema.
Eigentlich lief die Kombination wie am Schnürchen. Das blutjunge Ausnahmetalent Wael Mohya (17) sowie Lukas Ullrich (22) leiteten den Spielzug glänzend ein, woraufhin Scally in die Luft ging und das Leder per Schädel zum geglaubten 1:0 für die Fohlenelf versenkte.
Erst der Frust, dann das große Verständnis
Sofort drehte der Borussia-Akteur zum ausgelassenen Torjubel ab, schließlich wäre es seine vierte Bude in der laufenden Spielzeit gewesen. Selbst durch die Lautsprecher schallte bereits die Bestätigung der Führung durch Hallensprecher Thorsten Knippertz.
Allerdings wurde die ausgelassene Stimmung abrupt abgewürgt! Aus dem Kölner Keller funkte Video-Assistent Nicolas Winter dazwischen und kontaktierte den leitenden Referee Timo Gerach. Nach einem Blick auf den Bildschirm am Spielfeldrand revidierte der Offizielle seine ursprüngliche Wahrnehmung und verweigerte dem Treffer die Anerkennung. Doch woran lag es genau? Durch einen Armeinsatz soll Scally den Paderborner Schlussmann Noll dermaßen gestört haben, dass für den Goalie kein Herankommen mehr an die Hereingabe war.
Zunächst sorgte dieser Pfiff im Gladbacher Lager für jede Menge Ärger. Als das 0:0-Unentschieden jedoch besiegelt war, hatte sich der Zorn komplett gelegt – bei den Verantwortlichen herrschte volle Einsicht bezüglich der Korrektur. Sportchef Rouven Schröder (51) bezog bei „bild.de“ eindeutig Stellung: „Am Ende des Tages kann man es pfeifen, die Hand war am Arm des Torhüters. Manchmal reicht eine leichtere Bewegung, die war deutlich zu sehen, und von daher akzeptieren wir das.“
Auch Gladbachs Übungsleiter Alexander Blessin (53) wollte aus dem annullierten Tor kein Drama machen. Stattdessen verwies der Fußballlehrer auf eine fast identische Begebenheit aus der Vergangenheit, die er selbst in umgekehrter Rolle erlebt hatte: „Wir hatten letztes Jahr mit St. Pauli auch eine solche Situation, da wurde unserem Torhüter in den Arm gegriffen. Damals hat das Tor gezählt, da hatte ich mich als Trainer auch richtig aufgeregt. Also war die Entscheidung dieses Mal für mich absolut richtig und nachvollziehbar.“
Einen kleinen humorvollen Seitenhieb konnte er sich abschließend dennoch nicht verkneifen: „Es wäre trotzdem schön gewesen, wenn der Video-Schiri vielleicht weggeschaut hätte. Wir müssen gucken, dass wir dann anders die Tore machen.“
Für langes Hadern ist ohnehin keine Gelegenheit. Bereits am kommenden Freitag (20.30 Uhr) steht im Bundesliga-Alltag der Auswärtsauftritt beim Hamburger SV auf dem Programm – die perfekte Gelegenheit zur Wiedergutmachung.
In der Hansestadt ist das aktuelle Ligaschlusslicht vom Niederrhein dringend zum Punkten verdammt. Idealerweise gelingen dort dann endlich wieder Buden, die einer Überprüfung standhalten und auf der Anzeigetafel bleiben … (red)


